10.03.2010, 16:52 Uhr | apn, AFP
Deutschlands Exportwirtschaft erholt sich nur langsam von der Rezession (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Nach vier Monaten leichter Erholung sind die deutschen Exporte im Januar wieder gesunken: Der Wert der Ausfuhren sank im Vergleich zum Dezember um 6,3 Prozent auf knapp 64 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ganz anders ist die Situation bei Deutschlands Hauptkonkurrenten auf den Exportmärkten. Im Reich der Mitte stiegen die Ausfuhren im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 45,7 Prozent.
Die offiziellen Zahlen aus China lagen noch über den Erwartungen von Analysten, die mit einem Wachstum von 35 bis 40 Prozent auf Grund der gestiegenen weltweiten Nachfrage gerechnet hatten. Der chinesische Zoll meldete, auch die Importe seien im Februar deutlich gestiegen: um 44,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Damit verfestigt sich Chinas Position als neue Nummer eins unter den Exportnationen. Erst im vergangenen Jahr hatte China Deutschland als Exportweltweiter abgelöst. Die hiesige Exportwirtschaft leidet derzeit noch immer unter den Folgen der Rezession. Im Januar wurden nach Angaben der Statistiker aus Deutschland Waren im Gesamtwert von 63,9 Milliarden Euro ausgeführt. Trotz des Rückgangs im Vergleich zum Vormonat Dezember entspricht dies einem moderaten Zuwachs von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Einfuhren nahmen dagegen im Vergleich zum Dezember 2009 um sechs Prozent auf 56 Milliarden Euro zu. Gegenüber dem Januar 2009 ergibt sich ein leichter Rückgang um 1,4 Prozent. Trotz der schwachen Zahlen geht der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) von einer weiteren konjunkturellen Erholung aus.
Die Schwellenländer seien Gewinner der Krise und blieben auf absehbare Zeit Wachstumstreiber für die Weltwirtschaft. Auch Analysten werteten den Rückgang der Ausfuhren als eine nur "punktuelle" Korrektur. Analyst Carsten Brzeski von der ING-Bank verwies auf die Auftragseingänge in der Industrie im Januar, die sich laut Statistik kräftig um 4,3 Prozent erhöhten. Dies sei ein gutes Zeichen für die kommenden Monate. Der deutsche Export werde auch weiterhin von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren. Auch der fallende Kurs des Euro dürfte die deutschen Ausfuhren begünstigen.
Sollte die gegenwärtige Schwäche beim Export anhalten, dürfte dies eine schnellere Erholung der Wirtschaft verhindern. Wie fragil derzeit die Lage ist, zeigte der Rückgang des ifo-Index im Februar. Auch andere, wichtige Konjunkturindikatoren wie der ZEW-Index waren zuletzt wieder gesunken.
apn, AFP
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