07.05.2008, 12:06 Uhr | dpa / T-Online
Deutsche horten Billionen (Foto: imago) Die Deutschen haben ihr Geld im vergangenen Jahr wegen der Krise an den internationalen Finanzmärkten deutlich vorsichtiger angelegt als in den Jahren zuvor. So verringerten die Haushalte ihr Aktienvermögen um rund 16 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bundesbank im Rahmen der Vorstellung ihres Berichtes zur Vermögensbildung und Finanzierung mitteilte. Gleichzeitig hätten sie 2007 mit 86 Milliarden Euro doppelt so viel Geld auf Bankkonten angelegt wie im Vorjahr.
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Banken locken mit hohen Zinsen
Diese Umschichtung kam vor allem den kurzfristigen Termingeldern zugute. Aufgrund der Finanzmarktkrise werben Institute bundesweit mit hohen Zinsen, um sich angesichts eines ausgetrockneten Marktes frisches Kapital zu beschaffen. Reduziert wurden auch Rentenwerte in Höhe von etwa 40 Milliarden Euro, wovon laut Bundesbank auch von Banken emittierte derivateähnliche Zertifikate betroffen gewesen sein dürften. Diese haben der Meldung zufolge durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten je nach Ausgestaltung an Attraktivität eingebüßt.
Sparquote steigt auf 10,9 Prozent
Insgesamt haben die privaten Haushalte rund 160 Milliarden Euro für die Aufstockung des Geldvermögens und für Sachinvestitionen (vor allem für Wohneigentum) verwendet. Ihre Ersparnis nahm dem Betrag nach weiter zu und übertraf dabei, wie auch in den beiden Vorjahren, die Vermögensbildung. Auch die Sparquote ist damit 2007 deutlich von 10,5 % auf 10,9 % des verfügbaren Einkommens gestiegen. Hierzu dürften vor allem Vorzieheffekte wegen der Mehrwertsteuererhöhung zu Anfang des letzten Jahres und die Dämpfung der Ausgabenneigung der privaten Haushalte durch die Preisentwicklung bei Energie und Nahrungsmitteln gegen Ende 2007 beigetragen haben.
Geldvermögen wächst um 150 Milliarden
Das Geldvermögen nahm so um 150 Milliarden auf rund 4,56 Billionen Euro und betrug damit Ende 2007 fast das Dreifache des verfügbaren Einkommens. Insgesamt betrug das Geldvermögen der Deutschen Ende 2007 rund 4,6 Billionen Euro, von denen mit 1,62 Billionen der weitaus größte Teil als Bargeld- oder Sichteinlage deponiert ist. Auf Aktien entfallen 393,3 Milliarden Euro. Der Rückgang beträgt damit rund drei Prozent des in Aktien investierten Vermögens. Auf Fonds 545 Milliarden und auf Renten 330 Milliarden Euro. Dazu kommen Ansprüche gegen Versicherungen von insgesamt 1164,6 Milliarden Euro.
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Unterm Strich drei Billionen
Dem gegenüber stehen Kredite und andere Verbindlichkeiten im Wert von 1,5 Billionen Euro, wodurch sich das Nettovermögen auf etwas über drei Billionen Euro beläuft. Die Verschuldung ist damit 2007 weiter gesunken, und zwar um knapp 20 Milliarden auf 1,55 Billionen Euro. Die Schuldenquote ging bis Ende vergangenen Jahres auf rund 100 Prozent des verfügbaren Einkommens zurück und lag damit um 13 Prozentpunkte unter ihrem Höchststand zu Anfang der Dekade.
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