15.09.2011, 09:27 Uhr | dpa
Laut einer Studie der "Allianz" sind die Deutschen so reich wie nie (Quelle: imago)
Die Geldvermögen sind im vergangenen Jahr weltweit kräftig gewachsen. Auch das Vermögen der Deutschen legte zu - sie sind laut des "Global Wealth Reports" der Allianz so reich wie nie. Dennoch schafft es Deutschland im weltweiten Ranking nur auf Platz 17. Davor liegen nicht nur die üblichen Verdächtigen wie die Schweiz - sogar einige der Krisenländer haben ein höheres Brutto-Geldvermögen je Kopf als die Bundesrepublik. Gleichzeitig wächst jedoch das Wohlstandsgefälle. Welche Länder zu den Gewinnern und Verlieren gehören.
Die Deutschen waren nach Einschätzung des Versicherungskonzerns Allianz in diesem Frühjahr so reich wie noch nie zuvor. Allerdings habe die Entwicklung in Folge der Schuldenkrise kurzfristig die in diesem Jahr erzielten Zuwächse schon wieder zunichte gemacht, sagte Chefvolkswirt Michael Heise in Frankfurt bei der Vorstellung des "Global Wealth Reports" des Versicherers. Die Allianz schätzt die weltweiten Verluste aus dem Sommercrash auf bis zu drei Billionen Euro. Mit einem errechneten Pro-Kopf-Bruttovermögen von gut 60.000 Euro lagen die Deutschen 2010 weltweit aber nur auf dem 17. Nationenrang.
In den Berechnungen werden allerdings weder Immobilienbesitz noch die in Deutschland überdurchschnittlich hohen Rentenansprüche berücksichtigt. An der Spitze liegen weiterhin die Schweizer, die der starke Franken auf einen Spitzenwert von mehr als 207.000 Euro Vermögen pro Kopf katapultiert hat. Auf den Plätzen folgen mit gehörigem Abstand die US-Amerikaner, die Japaner und als reichste EU-Bürger die Dänen mit knapp 105.000 Euro pro Kopf.
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Die US-Amerikaner gehörten aber nach der Studie zu den eindeutigen Verlierern - ihre Brutto-Geldvermögen pro Kopf lagen Ende 2010 um durchschnittlich 8,4 Prozent unter dem Niveau von 2007, haben also den Rückgang durch die Finanzkrise nicht wieder wettgemacht. Noch stärkere Einbußen erlitten allerdings die Griechen mit einem Minus von 16,4 Prozent.
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Noch vor den Deutschen seien bei den Brutto-Geldvermögen je Kopf auch Euro-Länder platziert, die vor einer erheblichen Schuldenproblematik stehen, so zum Beispiel Irland oder Italien, heißt es in der Studie. Die ganz beträchtlichen Privatvermögen in diesen Ländern böten allerdings den Regierungen zusätzliche Möglichkeiten, aus eigener Kraft den Schuldenabbau voranzutreiben. So seien zum Beispiel befristete Vermögensabgaben denkbar, sagte der Volkswirt. Deutschland komme hingegen bei der Haushaltskonsolidierung gut voran und sollte nach seiner Einschätzung auf Steuererhöhungen verzichten. "Wir sollten die private Nachfrage am Leben erhalten."
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Der vorsichtige deutsche Sparer sei in der Krise zu einem weltweiten Rollenvorbild geworden, sagte Heise. Die derzeit weltweit zu beobachtende Vorliebe für Bankeinlagen und Staatsanleihen sei aber wegen der geringeren Rendite problematisch für den langfristigen Vermögensaufbau. "Angesichts des demografischen Wandels und seiner Herausforderungen können sich die Sparer die Flucht in sehr risikoarme, aber eben auch renditeschwache Anlagen eigentlich nicht leisten." In den vergangenen Jahren haben aber Anleger mit einem hohen Wertpapieranteil aus Aktien oder Fonds überdurchschnittliche Verluste gemacht.
Weltweit ist demnach im vergangenen Jahr das gesamte verfügbare Privatvermögen dennoch um 6,2 Prozent auf insgesamt 95,3 Billionen Euro angewachsen und hat damit das Vorkrisenniveau von 2007 erstmals wieder übertroffen. Die Inflation wird dabei nicht berücksichtigt. Innerhalb der gesamten Dekade betrug der jährliche Wertzuwachs der Vermögen aber nur 4,1 Prozent, pro Kopf gerechnet sogar nur 3,2 Prozent, wie Heise berichtete. "Die Sparer mussten den wiederkehrenden Finanzkrisen Tribut zollen."
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Nach wie vor sitzen die großen Vermögen vorwiegend in den westlichen Industrieländern und Japan, die in der Krise aber auch am deutlichsten gelitten hätten. Das Wohlstandsgefälle sei weiter gewachsen.
Allerdings gelinge immer mehr Haushalten aus den Schwellenländern der Sprung in die globale Vermögensmittelschicht, die der Report zwischen 6000 und 36.200 Euro pro Kopf angesetzt hat. 300 Millionen von weltweit 500 Millionen Menschen in dieser Gruppe kommen nicht aus den alten Industrieländern. Das werde große Auswirkungen auf die weltweiten Finanz- und Vermögensmärkte haben.
Geldvermögen nach Ländern
| Geldvermögen pro Kopf in Euro | BIP pro Kopf in Euro | Geldvermögen in Mrd. Euro | Traumjob im Ausland finden |
Schweiz | 207.393 | 57.515 | 1.575 | |
USA | 111.897 | 34.403 | 35.543 | |
Japan | 111.598 | 34.681 | 14.172 | |
Dänemark | 107.057 | 42.786 | 587 | |
Niederlande | 104.847 | 35.518 | 1.746 | |
Flop Five | ||||
Argentinien | 1.156 | 6.658 | 47 | |
Kasachstan | 1.092 | 6.133 | 17 | |
Ukraine | 899 | 2.254 | 41 | |
Indien | 814 | 1.111 | 989 | |
Indonesien | 726 | 2.346 | 169 | |
Quelle: Allianz, "Global Wealth Report 2011" | ||||
Eine weitere Studie zu den Einkommen der Vorstände großer deutscher DAX-Konzerne ergab, dass sie Manager nach der Finanzkrise wieder Spitzengehälter verdienen. Im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung wurden die 30 Konzerne des Deutschen Aktienindex (DAX) untersucht. Zwischen 2008 und 2010 sei die durchschnittliche Vergütung der Vorstandsmitglieder um 21 Prozent gestiegen, teilte die Stiftung am Mittwoch in Düsseldorf mit. In 21 DAX-Konzernen verdienten die Top-Manager im Schnitt mehr als zwei Millionen Euro. Hinzu kämen noch Leistungen für die Altersvorsorge. Damit nähere sich das Gehaltsniveau wieder dem Rekordjahr 2007 an.
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Quelle: t-online.de , dpa
uwe1705 schrieb:
am 14. September 2011 um 21:13:00
(304)
(27)
Reich??!!
Welche Deutsche den? die Mehrheit hat gerade noch genug um zu überleben, das ist die Realität und nichts anderes.
Glaube keiner
Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast.
T-Online sollte mal über die Wahrheit Berichten und nicht über solche Dinge die nur 3% der Bevölkerung bertreffen, geht doch mal in die Arbeiter Viertel, da seht Ihr wie es um die Deutschen steht.
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Max schrieb:
am 14. September 2011 um 21:10:43
(244)
(12)
bei wem?
nun ja, da 10% der Bürger rund 65% des gesamten Vermögens halten, 40% nur etwa 10%, weiß man wieder, wo die Kohle angekommen ist....
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Holger schrieb:
am 14. September 2011 um 21:08:30
(246)
(21)
Reich
Der Deutsche ist so reich wie nie !
So viel zur Überschrift.
Meine Definition von Reich, in diesem Bezug.
Der Deutsche ist reich an
Dämlichkeit, wenn er solchen Headlines Glauben schenkt.
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