02.06.2008, 11:21 Uhr | AFP/ Deutsche Telekom AG
Telekom-Chef René Obermann (Foto: dpa) Bei der Deutschen Telekom ist es nach derzeitigen Erkenntnissen in 2005 und nach aktuellen Behauptungen auch in 2006 zu Fällen von missbräuchlicher Nutzung von Verbindungsdaten gekommen. Die dem Unternehmen zur Kenntnis gebrachten Vorwürfe betreffen keine rechtswidrige Nutzung von Gesprächsinhalten - also kein Abhören von Gesprächen. Bei Verbindungsdaten handelt es sich um Angaben zu Uhrzeit, Länge und Teilnehmern von Gesprächen.
Video-Statement - Stellungnahme von Telekom-Chef René Obermann
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Telekom kündigt harte Konsequenzen an
"Die aktuellen Vorwürfe, wenn sie sich bewahrheiten, widersprechen klar unserem Verständnis von Datenschutz", sagte Telekom-Vorstands-Chef René Obermann. Fehlverhalten müsse aufgeklärt werden und "harte Konsequenzen" nach sich ziehen. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. „Mit unserem Vorgehen wollen wir höchst mögliche Transparenz erreichen und der Strafjustiz ermöglichen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Zudem haben wir als Vorstand gemeinsam mit dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrats bereits eine erfahrene und angesehene Anwaltskanzlei beauftragt, eine rückhaltlose Aufklärung aller behaupteten Missbräuche durchzuführen.“
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Verfassungsgericht bestätigte Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung
Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig, betonte, die Bundesregierung bewerte die Vorgänge genauso wie der gegenwärtige Telekom-Vorstand. Wenn sich der Verdacht bestätige, dass Telefondaten ausgespäht worden seien, dann sei dies ein "schwerer Vertrauensverlust", der umgehend aufgeklärt werden müsse. Seit Januar sind die Konzerne verpflichtet, die Verbindungsdaten für mindestens ein halbes Jahr zu speichern. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte im März das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung, erlaubt einen Zugriff auf die Daten jedoch nur bei schweren Straftaten.
Mehr Datenschutz gefordert
Nach der mutmaßlichen Bespitzelung der Telekom-Konzernspitze und von Journalisten werden Forderungen nach mehr Datenschutz laut. "Nachdem der Datenschutz in den letzten Jahren eingeschränkt wurde, wird jetzt immer deutlicher, dass die maßlose Datenspeicherung ein gravierendes Sicherheitsrisiko darstellt", erklärte der Bundesbeauftragte für Datenschutz Peter Schaar. Auch die Journalisten-Vereinigung dju kritisierte die umfassende Speicherung von Telefonverbindungsdaten. René Obermann warb um das Vertrauen der Kunden. "Die Daten unserer Millionen Mobilfunk- und Festnetzkunden sind sicher", sagte er der Bild.
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Quelle: t-online.de
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