24.08.2010, 14:19 Uhr | dpa-AFX
Die deutsche Wirtschaft boomt dank starker Nachfrage aus dem Ausland. Vor allem ein kräftiges Plus bei den Exporten ließ die Konjunktur im zweiten Vierteljahr 2010 im Rekordtempo anziehen, wie das Statistische Bundesamt erklärte. Im Vergleich zum Vorquartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von April bis Ende Juni real um 2,2 Prozent zu und damit so stark wie nie seit der Wiedervereinigung. Damit bestätigte die Wiesbadener Behörde ihre erste Berechnung von Mitte August. Der Staatshaushalt hatte allerdings wenig vom Aufschwung. Das Defizit im ersten Halbjahr betrug 42,8 Milliarden Euro oder 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und lag damit über den nach den EU-Stabilitätskriterien erlaubten drei Prozent.
Volkswirte halten den Aufschwung nach dem tiefen Absturz im Krisenjahr 2009 für stabiler als erwartet. Denn nicht nur der Export stützt, sondern auch Investitionen und Konsum erholen sich zunehmend. Reihenweise erhöhen Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für das Gesamtjahr. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet nun mit mehr als 3 (bisher 1,9) Prozent Wachstum. Die Bundesbank hatte ihre Prognose kürzlich von knapp 2 Prozent auf rund 3 Prozent angehoben, die Deutsche Bank erwartet gar 3,5 Prozent.
"Die Erholung hat die deutsche Wirtschaft in ihrer vollen Breite erfasst. Sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungssektor befinden sich wieder im Aufwind", kommentierte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die jüngsten Daten. Das Vertrauen von Konsumenten und Investoren sei zurückgekehrt.
Doch die nächsten Dämpfer sind nach Ansicht von Experten absehbar: In den USA stottert der Konjunkturmotor bereits wieder, in China droht eine Überhitzung des Immobilienmarktes. Im Euro-Raum haben viele Staaten mit Schuldenbergen zu kämpfen, die in der Krise noch gigantischer wurden. In der Summe erwarten Ökonomen dadurch Rückschläge für die exportorientierte deutsche Wirtschaft.
Aktuelle Stellenangebote in der Beschaffung, Logistik und im Verkauf in Ihrer Wunschregion finden.
Jobsuche starten
DIW-Präsident Klaus Zimmermann sagte "Handelsblatt Online", er rechne für die zweite Jahreshälfte mit "einer deutlichen Abschwächung" des Wirtschaftswachstums. Wolfgang Franz, Vorsitzender des Sachverständigenrates, zeigte sich im "Handelsblatt" überzeugt: "Die jetzige Dynamik wird die deutsche Wirtschaft nicht für längere Zeit beibehalten können." Es werde nicht gelingen, sich auf Dauer etwa von der US-Konjunktur abzukoppeln.
Im zweiten Quartal profitierte Deutschland noch deutlich vom Anziehen der weltweiten Nachfrage nach Waren "Made in Germany". Treiber für das Wachstum waren neben dem Außenhandel (Exporte plus 8,2 Prozent) auch die Investitionen. Sowohl in Ausrüstungen (plus 4,4 Prozent) als auch in Bauten (plus 5,2 Prozent) flossen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutlich mehr Mittel als im Vorquartal. Die privaten Konsumausgaben waren um 0,6 Prozent höher als in den ersten drei Monaten dieses Jahres.
Die Investitionen von Staat und Unternehmen in Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge - die sogenannten Ausrüstungsinvestitionen - bewegen sich noch auf relativ niedrigem Niveau. Der Anstieg der Bauinvestitionen erklärt sich zum Teil damit, dass viele Projekte wegen des strengen Winters verschoben worden waren.
Dennoch: Nach der tiefsten Rezession der Nachkriegsgeschichte mit einem Minus von 4,7 Prozent wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten Vierteljahr 2010 im fünften Quartal in Folge. Auf Jahressicht stieg das BIP preisbereinigt um 4,1 Prozent.
Das Staatsdefizit in Deutschland ist dagegen drastisch gestiegen. Die Einnahmen des Staates bezifferten die Statistiker auf 526,1 Milliarden Euro, die Ausgaben lagen bei 568,9 Milliarden Euro. Die Steuereinnahmen, die Haupteinnahmequelle des Staates, waren den Angaben zufolge mit 278 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent niedriger. Die Ausgaben für monetäre Sozialleistungen stiegen um 3,1 Prozent auf 227,6 Milliarden Euro, für soziale Sachleistungen wurden 101,3 Milliarden Euro (plus 4,9 Prozent) aufgewendet.
Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise und der in diesem Zusammenhang aufgelegten staatlichen Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur und der Finanzmärkte schlügen sich nun mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung deutlich in den Haushalten von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung nieder, schrieben die Statistiker.
Quelle: dpa-AFX
Bürger Weisse schrieb:
am 25. August 2010 um 14:00:19
(0)
(0)
Subventionen greift
Auf unsere Subvention kosten kann Mann prahlen.
Kommentar melden
Lutz V. schrieb:
am 25. August 2010 um 13:06:48
(0)
(0)
Zeitarbeit
Ich versteh auch nicht, warum so viele immer die Zeitarbeit schlrchtreden.Ich arbeite seit über einem Jahr gerne in der
Zeitarbeit, war froh, überhaupt Arbeit gefunden zu haben.Die Zeitarbeit ist deutschlands grösster Arbeitgeber und bedient die Wirtschaft flexibel mit Arbeitern. Der Árbeitnehmer hat den Vorteil, ein tolles Sprungbrett in die Arbeitswelt zu haben, auch schwer Vermittelbare und ältere Arbeiter sind willkommen.
mehr
Kommentar melden
Selbstdenkend schrieb:
am 25. August 2010 um 10:15:02
(0)
(0)
Was nützt das bei der Überschuldung u EU-Abführungen?
Diese gesamte Wirtschaft ist auf Kredit finanziert.
Was nützt denn das Boomen wenn
die Erträge abgeführt werden müssen (Staatsquote) und teilweise die EU abgeführt werden müssen wo Mitbewerber subventioniert werden? Beim Zoll werden Gebühren erhoben die Wettbewerbsvorteile
nivellieren sollen. Aber die Beträge werden größtenteils an die EU weiter geleitet?
Unzählige Stellschrauben sind so verstellt dass die Regierungen sich nur über die Wahlperiode retten müssen. Die Wirtschaft fängt sie auf.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Neuer Besitzer blätterte mehr als 70 Millionen Euro hin. zum Video