22.06.2010, 15:12 Uhr | dpa-AFX, AFP
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend verbessert (Foto: ddp)
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sei von 101,5 Punkten im Vormonat auf 101,8 Punkte gestiegen, teilte das Ifo Institut in München mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Rückgang auf 101,2 Punkte gerechnet. Ebenfalls verbesserte sich die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage von 99,4 Punkte auf 101,1 Punkte. Volkswirte hatten hier lediglich mit einem Anstieg von 99,8 Punkte gerechnet. "Die Unternehmen sind mit ihrer momentanen Geschäftssituation zufriedener", kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn das Umfrageergebnis.
Während sich die Lagebeurteilung aufhellte, trübte sich die Erwartungshaltung zum zweiten Mal in Folge ein. Der Teilindex zur Bewertung der Geschäftserwartungen fiel im Juni von 103,7 Punkten auf 102,4 Punkte. Erwartet worden war ein Rückgang auf 102,6 Punkte. Trotz des erneuten Rückgangs bei der Erwartungskomponente sind die Unternehmen laut Sinn weiter optimistisch. "Die Konjunkturerholung setzt sich fort." Das Exportgeschäft werde jedoch nicht ganz so kräftig zunehmen wie bislang erwartet.
Aufgehellt hat sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe. Zum vierten Mal in Folge bezeichneten die Unternehmen ihre aktuelle Lage besser, der Optimismus für die Zukunft schwächte sich nur leicht ab. Die Firmen rechnen demnach damit, dass das Exportgeschäft nicht ganz so kräftig wachsen wird wie bislang angenommen. Dennoch sei das Auslandsgeschäft weiterhin sehr gut. Ihre Mitarbeiterzahl werden die Unternehmen laut Ifo voraussichtlich kaum verändern.
Die vom Ifo-Institut befragten Großhändler zeigten sich den Angaben zufolge mit ihrer derzeitigen Lage wieder zufriedener. Für die kommenden sechs Monate sind sie demnach verhalten optimistisch. Insgesamt stieg der Teilindex für die Branche damit leicht. Dies gilt auch für das Bauhauptgewerbe, wo die Unternehmen ihre aktuelle Lage genauso wie ihre Zukunft besser bewerten.
Eingetrübt hat sich hingegen das Geschäftsklima im Einzelhandel. Dort sind die Firmen mit ihrer aktuellen Situation laut Ifo zwar weniger unzufrieden als bislang. Die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr schätzen sie aber zurückhaltender ein. Im Dienstleistungsbereich ist die Stimmung der Unternehmen kaum verändert. Dabei sieht die Branche die derzeitige Lage zwar besser als im Mai, die kommenden Monate schätzen die Firmen aber weniger positiv ein. Trotzdem halten die Dienstleistungsunternehmen an ihren Plänen fest, neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) befindet sich der Ifo-Geschäftsklimaindex dank der Lagebeurteilung "weiterhin auf äußerst hohem Niveau". Im Gegensatz zur ZEW-Umfrage seien die Teilnehmer der Ifo-Umfrage deutlich optimistischer eingestellt, hieß es in einer Helaba-Analyse. Maßgeblich hierfür dürfte die gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit aufgrund der jüngsten Euro-Abwertung sein. Allerdings deute der Rückgang der Ifo-Erwartungskomponente auf eine Abschwächung der Wachstumsdynamik in den kommenden Monaten hin. "Angesichts der Sparprogramme und Konsolidierungspläne vieler Euroländer sollte diese Entwicklung jedoch nicht verwundern", hieß es weiter.
Die hohe weltwirtschaftliche Dynamik hat nach Einschätzung der DekaBank das Ifo-Geschäftsklima gestützt. "Verstärkt wurde der Effekt durch den gefallenen Eurokurs, der zu höheren Unternehmensgewinnen führt", sagte Analyst Andreas Scheuerle. Der Rückgang der Erwartungen sei angesichts des hohen Niveaus normal und angemessen. Schließlich schwäche sich der Lagerzyklus ab und die Wirkung der Konjunkturprogramme laufe zum Jahresende aus. Zudem hätten viele Staaten in der Eurozone entschlossene Sparprogramme angekündigt. Angesichts der Schuldenkrise in Südeuropa sei keine Panikreaktion bei den Unternehmen zu erkennen.
Der ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft und wird monatlich aus der Befragung von rund 7000 Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Bauhauptgewerbe, dem Groß- und dem Einzelhandel ermittelt. In der Dienstleistungsbranche befragen die Wirtschaftsforscher monatlich 2500 Firmen.
Quelle: AFP , t-online.de , dpa-AFX
Schakal schrieb:
am 1. Juli 2010 um 13:13:16
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Aufschwung
Der interessierte Leihe fragt sich woher dieser Aufschwung kommen soll?
Die Binnennachfrage kann es nicht sein. Der Export in die
europäischen Staaten kann es auch nicht sein.
Da diese Staaten stark verschuldet sind und Sparmaßnahmen verkündet haben. Da ruht wohl die gesamte Hoffnung auf China. Nur leider beträgt der Deutsche Export nach China ca. 5 %. Also gering.
Wir können gespannt sein.
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M I M A schrieb:
am 30. Juni 2010 um 23:14:05
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Gesch. - Klima
Abwarten, wir werden von der Wirtschaft genauso besch[...] und belogen wie von unseren Volksvertretern, die
geschworen haben Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Diejenigen, welche ehrlich für ihr Geld arbeiten und von ihrem geringeren Einkommen den gesamten Politiker- Wahnsinn mit ihren Steuern bezahlen, werden weiter gemolken und zwar von der Politik und von der Wirtschaft . Betrug und Abzocke ist heute normal in der BRD!
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Peter § schrieb:
am 28. Juni 2010 um 23:53:07
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Euro
...... schwacher Euro ?, der steht aber immer noch 6 Cent höher als bei Einführung gegenüber dem US Dollar (1,17) wartet mal bis
der wirklich schwach wird. Kaufte ihn schon für 82 US Cent, ja was denn dann ? ? ?
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