30.09.2010, 11:18 Uhr | Andreas Heimann, dpa
Besonders in der Industrie gibt es in Deutschland nur wenige Existenzgründer. (Foto: Imago)
An Förderprogrammen für Existenzgründer herrscht in Deutschland kein Mangel. "Es gibt mehr als 200 davon. In dieser Hinsicht sind wir ganz vorne mit dabei", sagte Marc Evers vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Der Experte erklärt, warum hierzulande mutige Gründer trotzdem rar sind - und was Abhilfe schaffen könnte.
Aber die Auswirkungen sind noch nicht so wie erhofft: "Die Bereitschaft zur Existenzgründung ist bei uns eher gering." Gerade in der forschungsintensiven Industrie oder bei anspruchsvolleren Dienstleistungen lande Deutschland im Vergleich mit anderen Industriestaaten auf den hinteren Plätzen. In beiden Fällen ganz vorne mit dabei sind die USA und Großbritannien.
Auch deshalb sei es gut, dass an Hochschulen angegliederte Einrichtungen Studenten auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Solche sogenannten Präinkubatoren gebe es aber noch zu wenige. "Jede Uni sollte überlegen, einen Gründungsinkubator einzurichten", riet Evers. "Junge Existenzgründer brauchen den Kontakt zu Beteiligungskapitalgebern, Hightech-Gründungsstammtischen, aber auch zu den Handels- und den Handwerkskammern." Ideal wäre aus Sicht des Experten außerdem, wenn das Thema Existenzgründung in Fächern wie Physik oder Chemie schon im Grundstudium angesprochen würde.
Das könnte später gerade solchen Studenten helfen, die längst an Themen arbeiten, die eine Steilvorlage für das eigene Unternehmen wären. "Der ein oder andere sagt sich dann vielleicht 'Ich könnte mich mit Nanotechnologie auch selbstständig machen'", erklärte Evers. Derzeit spiele Existenzgründung im Curriculum der meisten Studiengänge aber noch keine Rolle. "Wir haben großen Nachholbedarf, Themen wie Unternehmertum in der Bildung zu verankern", meinte Evers. "Das fängt schon damit an, dass es kein Schulfach Wirtschaft gibt und Unternehmer oder Existenzgründung in Schulbüchern fast gar nicht vorkommen."
Bei den Hochschulabsolventen kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Wer einen Abschluss in der Tasche hat, mit dem er problemlos zwischen mehreren Stellenangeboten wählen kann, grübelt oft nicht lange über ein eigenes Unternehmen nach. "Gerade angesichts des Fachkräftemangels in vielen Bereichen sind diejenigen, die sich selbstständig machen könnten, auch anderswo gefragt."
Quelle: T-Online
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten