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Deutschland kommt wegen Hitler-Schulden vor Gericht

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Deutschland kommt wegen Hitler-Schulden vor Gericht

13.08.2010, 08:23 Uhr | Financial Times Deutschland

Adolf Hitler (Foto: dpa)

Adolf Hitler (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Deutschland muss sich einem Gerichtsverfahren stellen, bei dem es um die ausgebliebene Zahlung von Staatsanleihen aus den 1920er Jahren geht. Das hat ein Berufsgericht in den USA entschieden. Die Richter urteilten, das heutige Deutschland sei nicht geschützt vor eventuellen Forderungen. Zudem hätten amerikanische Gerichte die Kompetenz, darüber zu entscheiden, ob sich Ansprüche durchsetzen lassen.

Hitler stoppte Rückzahlung von Anleihen

Gerichtsunterlagen zufolge hatte Deutschland die Anleihen nach dem Ersten Weltkrieg verkauft, um den Wiederaufbau des Landes zu finanzieren. Mitte der 1930er Jahre - nachdem Adolf Hitler Reichskanzler wurde - soll Deutschland dann allerdings alle Zahlungen gestoppt haben.

US-Unternehmen pocht auf Rückzahlung

Angestrengt wurde das Verfahren von einem Unternehmen namens World Holdings aus Florida. World Holdings argumentiert, es besitze eine "bedeutende Zahl" von Papieren aus einem Anleihenpaket im Volumen von 208 Millionen Dollar. Diese seien nach dem Ersten Weltkrieg bei amerikanischen Käufern platziert worden. Deutschland habe sich bislang jedoch geweigert, den geschuldeten Betrag zurückzuzahlen.

Forderungssumme unbekannt

"Sie haben schon in den 1930er Jahren beschlossen, dass sie diese Schulden nicht zahlen werden", sagte Michel Elsner, ein Anwalt der Investoren, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Forderungen von World Holdings an die Bundesrepublik bezifferte er nicht. Gerald Houlihan, ein Anwalt für die deutsche Regierung, wollte sich zu der Entscheidung des US-Berufungsgerichts zunächst nicht äußern.

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Londoner Schuldenabkommen von 1953

Um eine Rückzahlung solcher Anleihen sicherzustellen, muss ein Bondinhaber unter einem Abkommen von 1953 belegen, dass die Papiere ab Anfang 1945 außerhalb Deutschlands gehalten wurden. Laut World Holding ist das nicht nötig, wenn ein Bondinhaber das Londoner Schuldenabkommen akzeptiert hat, das ebenfalls 1953 geschlossen wurde. Das Abkommen regelte den Umgang der Schulden, die Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen hatte.

Der Bund argumentiert, World Holdings habe die Prüfer des Landes nicht um eine Bewertung der Anleihen gebeten. Laut der deutschen Seite schließt das Abkommen von 1953 zudem eine Klage vor einem US-Gericht aus.

Bewertung der Bonds gestaltet sich schwierig

Die drei für den Fall zuständigen Richter am Berufungsgericht in Atlanta verwiesen darauf, sie könnten letztlich zu dem Schluss kommen, dass die von World Holdings gehaltenen Bonds wertlos sind, weil das Unternehmen die Bewertungsklausel nicht erfüllt hat. "Das ist keine Entscheidung zu der Frage, ob die Forderungen von World Holdings tatsächlich durchsetzbar sind", heißt es in der Begründung. Sie hätten lediglich beschlossen, dass das Distriktgericht, das den Fall zuvor behandelt hatte, das Recht habe, über diese Frage zu entscheiden. Dabei geht es um ein Distriktgericht in Miami.

Laut Amir Zada, Direktor bei Exotix USA, haben derartige Anleihen entweder einen historischen Wert für Sammler oder den tatsächlichen Geldwert. Exotix ist auf den Handel mit exotischen und illiquiden Schuldpapieren aus Schwellenländern spezialisiert. Zada sagte Bloomberg, der monetäre Wert richte sich nach den früheren Zinsen und dem Anstieg des Goldpreises.

"Derzeit gibt es keinen typischen außerbörslichen Markt für diese Aktiva, und deshalb kann man nur raten, was der Marktwert eines solchen Papiers ist", sagte er. "Es wird sehr interessant sein zu sehen, wie dieser Fall ausgeht."


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Quelle: Financial Times Deutschland

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Kommentare (120)

zum Forum

Thema: "Deutschland kommt wegen Hitler-Schulden vor Gericht"

Wolfi schrieb: am 12. August 2010 um 11:24:00
(0) (0) Deutschland kommt wegen Hitler-Schulden vor Gericht
Was wollen die denn machen wenn wir einfach "Nein" sagen? Wenn wir sagen, dass wir das
nicht bezahlen? Wenn wir sagen "leckt uns a. A.". "Die Forderungssumme ist unbekannt", ist ja eine tolle Aussage! Die wollen wohl erst mal gucken wieviel sie brauchen und dann sagen wieviel sie fordern oder was.
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Hainchen schrieb: am 12. August 2010 um 11:19:39
(0) (0) US- Staatsanleihen
Jetzt gehst es aber los, was für ein Gericht ist das denn? Auf was für Ideen man kommt wenn einem das Wasser bis zum
Hals steht? Was aber die Regierungen in Amerika verursacht haben und nicht Deutschland. Vierzehn Eure Einreise Gebühr für Urlaub. Angebliche Schulden Staatsanleihen. Was kommt als nächstes? Fluggebühr für Deutschland? Das stinkt zum Himmel. Kennt man ja von Amerika. Klagen gehört zum Alltag in USA. Man sollte sich gut Überlegen in USA Urlaub zu machen. Gibt auch andere schöne Länder
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Geschichtsstudentin schrieb: am 12. August 2010 um 11:18:08
(0) (0) Versailler Vertrag
Kriegsschuldartikel (Artikel 231) als Grundlage für Reparationsforderungen, das sollte man sich ganz genau durchlesen.
D-Land hatte damals, als A. Hitler an die Macht kam sprich Reichspräsident wurde später, aus den V. Vertrag herauskatapuliert, wenn schon D. Geschichte, dann bitte richtig
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