09.09.2010, 09:53 Uhr | dpa-AFX
Die Löhne und Gehälter in Deutschland steigen weitaus langsamer als im Rest Europas. Mit einem bescheidenen Plus der Bruttoverdienste von 21,8 Prozent in den vergangenen zehn Jahren ist Deutschland mit deutlichem Abstand Schlusslicht in der Europäischen Union, wie das Statistische Bundesamt anhand von Daten aus 21 der 27 EU-Ländern aus dem ersten Quartal 2010 berichtete.
Im Durchschnitt stiegen die Löhne und Gehälter in dem Zeitraum um 35,5 Prozent in der EU und um 29,5 Prozent im Euroraum. Die kräftigsten Verdienstsprünge gab es im vergleichsweise armen Rumänien mit einem Anstieg um 559 Prozent. Neben den Arbeitnehmern in Deutschland mussten sich auch Portugiesen (plus 29,9 Prozent), Franzosen (plus 30,5 Prozent) und Österreicher (plus 30,9 Prozent) mit einem unterdurchschnittlichen Plus auf dem Gehaltszettel begnügen.
Für die Unternehmen in Deutschland bedeutet dies, dass ihre Arbeitskosten weit unter Durchschnitt anstiegen: Von 2000 bis zum ersten Quartal 2010 kletterten die Arbeitskosten hierzulande laut Statistik um 9,3 Prozent, im EU-Durchschnitt hingegen um 38,5 Prozent und im Währungsgebiet um 32,7 Prozent. Auch bei den Arbeitskosten gab es den höchsten Anstieg in Rumänien. Für die Erhebung wertete das Statistische Bundesamt die Angaben aller EU-Länder mit Ausnahme von Belgien, Finnland und Irland aus. Für diese drei Länder lange die entsprechenden Zahlen demnach nicht vor.
Die Lohnentwicklung in Deutschland mit moderaten Tarifabschlüssen hat die Konkurrenzfähigkeit deutscher Produkte am Weltmarkt in den vergangenen Jahren erhöht. EU-Länder wie Frankreich hatten Deutschland deshalb wiederholt vorgeworfen, sich mit Lohndumping Vorteile gegenüber Franzosen, Briten oder Spaniern verschafft zu haben.
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Die Gewerkschaften fordern unterdessen angesichts des Rekordwachstums der deutschen Wirtschaft nach der Krise immer lauter kräftige Lohnerhöhungen. "Jetzt sind unsere Leute mal wieder dran", sagte DGB-Chef Michael Sommer jüngst dem "Hamburger Abendblatt". Die Arbeitnehmer hätten für die Krise mitbezahlt und durch Kurzarbeit auf Lohn verzichtet. Zudem hob Sommer die moderate Lohnpolitik der Gewerkschaften in den vergangenen Jahren hervor. "Aber im Aufschwung halten wir uns nicht mehr zurück." IG-Metall-Chef Berthold Huber sagte vergangene Woche der "Bild am Sonntag": "Arbeitnehmer müssen etwas vom Aufschwung abbekommen. Höhere Löhne sind gerecht und vernünftig. Sie sind gut für die Menschen und für die Konjunktur."
Quelle: dpa-AFX
Joker schrieb:
am 12. September 2010 um 16:57:01
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Lohnnebenkosten
Die Lohnkosten in Deutschland sind nicht so schlecht, aber die Lohnnebenkosten sind viel zu hoch,unser Staat ist einfach zu
gierig.Es werden Unsummen eingefordert.Kleinbetriebe können sich kaum noch vor der Insolvenz retten.Viele Arbeitsplätze werden so vernichtet.Auch kann es nicht sein das der Chef eines Kleinbetriebes am Monatsende weniger für sich hat, als sein Altgeselle.
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Wolf 59 schrieb:
am 9. September 2010 um 19:31:54
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Lohnentwicklung in der EU
@Stefan!
Was und wer ist schon auf dieser Welt gerecht!? Fakt ist das in Deutschland von Jahr zu Jahr eine
gesteigerte Umverteilung von unten nach oben stattfindet! Wer waren eigentlich die Verlierer der letzten Krise! Wie ist es möglich das die Reichen scheinbar noch Reicher, wurden trotz Krise! 140 Milliarden Verluste allein in Deutschland!Sozialismus UND Turbokapitalismus!Nein danke!
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Stefan schrieb:
am 9. September 2010 um 16:24:24
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@Wolf 59
Was bedeutet "gerecht"? Dass alle auf den Cent gleich viel haben? Das gab es nicht mal in der DDR. Wenn man danach geht, was die
Politiker damals gepredigt und wie sie gelebt haben wurde man dort noch mehr von denen betrogen als wir von unseren heute. Es muß aber gerechter werden. Denn es kann nicht sein, dass die, die den Reichtum erwirtschaften am wenigsten davon haben.
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