09.01.2012, 18:19 Uhr | dpa-AFX
Top-Ökonom Norbert Walter gibt Antworten auf die dringendsten Fragen.
Sich Geld zu leihen, ohne dafür Zinsen zahlen zu müssen, davon träumen viele. Dem Bund ist dies nun bei einer Auktion kurzfristiger Anleihen gelungen. Insgesamt 3,9 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von minus 0,01 Prozent konnte der Finanzminister loswerden. Auch die Nachfrage war mit einer Überzeichnung von 1,8 recht robust, berichtete die für das Schuldenmanagement zuständige Deutsche Finanzagentur.
Deutschland hat so günstig Geld eingesammelt wie noch nie. Die Anleger waren bei der jüngsten Auktion sogar bereit draufzuzahlen, um ihr Geld sicher anzulegen. Erstmals verzichteten sie auf Rendite, um den deutschen Staat kurzfristig Geld zu leihen: Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten platzierte der Bund 3,9 Milliarden Euro zu einem Durchschnittszins von minus 0,01 Prozent, teilte die Deutsche Finanzagentur mit. Das bedeutet, dass der deutsche Staat für frisches Kapital unter dem Strich nichts zahlen muss, er erhält sogar eine Prämie dafür. "In der Form war es das erste Mal", sagte ein Sprecher.
Die Nachfrage sei zudem sehr robust gewesen. Das Angebot war 1,8-fach überzeichnet worden. Dass der Bund Geld mittlerweile zu kaum schlagbar günstigen Konditionen einsammeln kann, sei ein klares Bekenntnis von Investoren zum "sicheren Hafen" deutscher Staatstitel, sagten Händler.
Der Rendite-Rutsch ins Negative hängt nach Darstellung der Finanzagentur mit der Umstellung der Auktionsregeln zusammen, wonach Interessenten nicht mehr die Renditen, sondern Kurse anbieten, zu denen sie kaufen würden. Im Ergebnis könne dies bei Kursen über 100 des Nennwertes des Geldmarktpapiers aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus zu negativen Renditen führen. Es kommen nur große Investoren zum Zuge, die ihr Geld sicher parken wollen und eventuell bei für sie günstiger Entwicklung die Papiere am Sekundärmarkt dann doch profitabel losschlagen könnten.
Nach einer verpatzten Anleihenauktion im November 2011 waren zwischenzeitlich Zweifel angekommen, ob die Finanzmärkte dem bisherigen Stabilitätsanker der Euro-Zone weiter vertrauen. Damals war der Bund auf rund einem Drittel seiner angebotenen Papiere sitzengeblieben: Analysten warnten, die Schuldenkrise könnte auf die letzte Stabilitäts-Bastion Kerneuropas übergreifen.
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Diese Befürchtungen scheinen inzwischen vom Tisch. Allerdings dokumentiert der Negativzins bei der jüngsten Bund-Auktion auch die verzweifelte Suche nach vergleichsweise risikoarmen Investitionen in Zeiten erhöhter Nervosität und ist damit ein Krisenindikator.
Die zeigt auch die "Vorsichtskasse" der Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB), die noch nie so gut gefüllt war. Am Montag stieg diese auf den höchsten Stand seit der Einführung des Euro im Jahr 1999. Die Einlagen über Nacht lagen bei 463,57 Milliarden Euro, teilte die EZB mit.
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Nicht nur Deutschland profitiert von diesem Notstand an sicheren Anlagen. Auch die Niederlande und die Schweiz sowie zuletzt das kleine Dänemark bekamen bereits von den Finanzmärkten Geld zu negativen Zinsen nachgeworfen.
Am Sekundärmarkt, wo bereits emittierte Anleihen und Geldmarktpapiere gehandelt werden, setzen Anleger ebenfalls auf deutsche Schuldverschreibungen: Die Rendite für richtungsweisende Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit liegt aktuell bei 1,875 Prozent. Zum Vergleich: Die entsprechende Rendite für Anleihen aus der zweitgrößten Volkswirtschaft im Euroraum, Frankreich, lag bei 3,31 Prozent. Für die Euro-Krisenländer Spanien und Italien betragen sie 5,51 beziehungsweise 7,03 Prozent.
Quelle: dpa-AFX
ich schrieb:
am 15. Januar 2012 um 21:42:48
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Gutes Geschäft
Deutschland sammelt Geld zu negativen Zinsen ein,und verschenkt es dann an Pleitegeier.Wer ist nur so dumm und leiht dem
deutschen Staat das Geld?
Wenn Deutschland erst mal pleite ist,steigen auch die Zinsen wieder.
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57ax schrieb:
am 10. Januar 2012 um 10:36:11
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0%Zinsen für Griechenland!
leider gibt es nicht allzuviele wichtige staaten auf der welt die angeblich ihre schulden nicht zurückzahlen
können. Die Geldbesitzer finden keine anderen staaten die so viel geld benötigen.Wo wollen die denn mit diesem Geld hin. Kein Staat müßte pleite gehen, wenn es die Zinsschraube fürs risiko nicht gäbe.Je höher die Zinsen, desto höher das Pleiterisiko so gehen wir auf jedenfall den "Bach runter". Das Finanzsystem hat einen großen Gedankenfehler erzeugt durch die Gier. 0% Zinsen für
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Karle schrieb:
am 10. Januar 2012 um 10:12:22
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Politiker schaden
Seit allen Zeiten haben Politiker, in irgend einer Art und Weise,ihren Völkern immer Schaden zugefügt .Der Schickelhuber
hat Europa und Deutschland zerstört und die Politiker danach haben Deutschland mit Überschuldung Schaden zugefügt, obwohl sie alle geschworen haben" vom Volk Schaden abzuwenden". Ein klarer Meineid oder anderst ausgedrückt , dieser Eid ist nur eine Verschwörungstheorie, die die Politiker gerne Menschen die ihre Lügen erkennen und aussprechen unterstellen.
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