07.07.2010, 15:16 Uhr | AFP, dpa
Deutschland ist das einzige Industrieland in der OECD, in dem die Arbeitslosigkeit wieder unter den Stand vor der Wirtschaftskrise gefallen ist. Wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mitteilte, sank die Arbeitslosenquote in Deutschland zwischen Dezember 2007 und Mai 2010 kalenderbereinigt von 7,9 auf 7,0 Prozent. Grund seien flexible Arbeitszeitregelungen in den Betrieben und ein relativ hoher Anteil von staatlich geförderter Kurzarbeit. Hinzu komme die stark auf Technologie ausgerichtete Produktion. Sie bringe Unternehmen dazu, qualifizierte Arbeitskräfte auch in Krisenzeiten "zu horten".
"In Deutschland hat der Arbeitsmarkt die weltweite Wirtschaftskrise deutlich besser überstanden als in den meisten anderen OECD-Ländern", erklärte die in Paris ansässige Vertretung von über 30 Industrieländern in ihrem Beschäftigungsausblick 2010. Die Arbeitslosenquote liege deutlich unter dem OECD-Schnitt von zuletzt 8,6 Prozent im Mai.
Trotz der günstigen Entwicklung während der Wirtschaftskrise sieht die OECD weiter "große Herausforderungen" für die Arbeitsmarktpolitik in Deutschland. Dazu gehörten "ein nach wie vor hoher Anteil an Langzeitarbeitslosen". So seien 2009 knapp 62 Prozent der Arbeitslosen in Deutschland länger als sechs Monate ohne Beschäftigung gewesen, während es im OECD-Schnitt nur 40 Prozent gewesen seien.
Hinzu komme die Notwendigkeit, "angesichts des demografischen Wandels die Erwerbsbeteiligung von Älteren und von Frauen zu erhöhen", hieß es in dem Bericht. "Flexible Arbeitszeitregelungen und Kurzarbeit helfen dem deutschen Arbeitsmarkt durch die Weltwirtschaftskrise", konstatiert die OECD. So wurden "bis zum 3. Quartal 2009 rund 200.000 Arbeitsplätze durch Kurzarbeit erhalten". Die erleichterte Kurzarbeiterregelung solle aber "auslaufen, wenn der Aufschwung an Fahrt gewinnt". Zehn Prozent der Kurzarbeiter hätten Weiterbildungsangebote angenommen. Darunter waren aber kaum Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen, so dass die Kurzarbeit "zu einer weiteren Segmentierung des deutschen Arbeitsmarktes beigetragen" habe, stellt die OECD fest.
2009 waren in Deutschland knapp 62 Prozent der Arbeitslosen länger als sechs Monate ohne Beschäftigung, im OECD-Mittel aber nur 40 Prozent. Noch krasser ist der Unterschied bei den Menschen, die länger als ein Jahr Arbeit suchen. Ihr Anteil betrug in Deutschland 45 Prozent, im OECD-Mittel nur 23 Prozent.
Dafür sind in Deutschland mehr Frauen berufstätig als in vielen anderen Ländern. Ihr Anteil lag mit 65 Prozent um neun Prozentpunkte über dem OECD-Durchschnitt. Allerdings arbeiteten aber mehr Frauen Teilzeit, weil Vollzeitarbeit wegen des Ehegattensplittings, beitragsfreier Mitversicherung in der Krankenkasse und der Subventionierung von Minijobs für Zweitverdiener unattraktiver sei. "In der Tat bleibt in kaum einem anderen OECD-Land netto weniger übrig, wenn in einem Paarhaushalt ein Zweitverdiener mit geringem Stundenverdienst von Teilzeit auf Vollzeit wechselt", kritisiert die OECD. Die Organisation umfasst gegenwärtig 31 Mitgliedsstaaten, vor allem die wichtigsten Industrieländer - sie arbeitet eng mit den großen Schwellenländern zusammen.
Quelle: dpa , AFP
sandmann schrieb:
am 19. Juli 2010 um 20:20:23
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Arbeitslose umdefiniert
Aus der Arbeitslosenzahl herausdefiniert wurden z. B.: Transfergesellschaften, Kurzarbeiter, Arbeitslose im Urlaub
(kein Witz), geringfügig Beschäftigte ... was ist denn mit den verheirateten Frauen mittleren Alters die die Jobsuche längst aufgegeben und keinerlei Anspruch auf irgendeine Leistung mehr haben... man kann noch viele Beispiele finden. Die von Werner genannte Zahl ist zumindest weit näher an der Realität als die offizielle Version.
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BODO schrieb:
am 8. Juli 2010 um 14:14:47
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Werner & co
Wenn doch alle so klug sind:
Glaubt Ihr ernsthaft, Frau Merkel würde nicht gerne die Zahlen anders haben.
Lasst doch mal die
Leute arbeiten, die kommen vor lauter "sich verteidigen müssen" gar nicht zum arbeiten. Die "schönen Zahlen" mach die doch für
euch , damit Ihr mal ruhig seid. Sicher taugen die meisten Politiker für die Wurst, aber wenn wir sie nur noch fertig machen, gehen die 5 guten Politiker auch noch weg und dann kommt Gabriel, Künast, Roth und machen alles schön.
Schwachsinn
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BODO schrieb:
am 8. Juli 2010 um 12:30:50
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Arbeitslos
Wichtig ist : Immer draufhauen. Egal ob schwarz oder weiß immer meckern.
Sicher ist einiges schöner dargestellt als es ist, aber
die aktuelle Opposition
haut nur drauf- hat aber selbst nichts drauf
Steinmeyer schimpft auf Röseler-schaut mal zurück auf Ulla. Das war garnichts
Der Röseler arbeitet und kämpft und glaubt das richtige zu tun.
Versucht doch mal so jemandem, zuzuhören. Es geht doch nicht anders.
Als die FDP/CDU Steuern senken wollte, wurde geschimpft -jetzt auch
egal- weitermeckern.
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