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Staatliche Rettungsaktion für Immobilienfinanzierer Dexia
01.10.2008, 10:21 Uhr | lgs
Das Logo der Dexia-Bank (Foto: dpa)Nach der staatlichen Rettungsaktion für den Finanzkonzern Fortis erhält nun auch der belgisch-französische Immobilienfinanzierer Dexia ein länderübergreifend geschnürtes Hilfspaket. Belgien, Frankreich und Luxemburg wollen dem angeschlagenen Bankhaus mit einer Kapitalerhöhung in Höhe von 6,4 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Das gab Belgiens Premierminister Yves Leterme bekannt. Dexia-Chef Axel Miller und Verwaltungsrats-Vorsitzender Pierre Richard traten kurz darauf zurück.
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Belgien und Frankreich steuern je drei Milliarden Euro zu
Zu der Rettungsaktion steuern der belgische und der französische Staat jeweils drei Milliarden Euro bei. Die französische Regierung zahlt eine Milliarde Euro, wie Dexia erklärte. Zudem beteiligt sich Frankreich über das staatliche Kreditinstitut Caisse de Dépôts et de Consignations (CDC) mit weiteren zwei Milliarden Euro. Luxemburg liefert 376 Millionen Euro. Leterme sprach von einer "wichtigen und komplexen" Übereinkunft. Am Montag hatten die Regierungen Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs bereits Fortis mit 11,2 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt.
Aktie steigt deutlich
Dexia-Aktien wurden am Dienstag bis 11 Uhr vom Handel ausgesetzt. Bereits am Montag waren Gerüchte aufgekommen, es könne eine Kapitalerhöhung geben. Dexia-Titel hatten daraufhin gut 30 Prozent an Wert verloren. Am Dienstag stieg sie nach Wiederaufnahme des Handels um 15 Prozent. Der belgische Finanzminister Didier Reynders versuchte, die Kunden zu beruhigen. Der Schritt erlaube es, die Ersparnisse zu garantieren, sagte er. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kündigte in Paris an, angesichts der Finanzkrise noch am Dienstag die Chefs der französischen Bank- und Versicherungshäuser treffen zu wollen.
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Von den drei Milliarden Euro aus Belgien stammen 500 Millionen von der Region Flandern. Die Wallonie steuert 350 Millionen Euro bei und die Region Brüssel 150 Millionen Euro. Eine weitere Milliarde Euro kommt von den Finanz- und Versicherungshäusern Arcofin und Ethias sowie der Holding Communal, in der die Kommunen ihre Beteiligungen bündeln. Dexia hält in Belgien im Bereich der kommunalen Finanzierung einen Marktanteil von gut 80 Prozent.
Zweite Rettungsaktion von EU-Ländern
Der Schritt ist bereits die zweite Rettungsaktion mehrerer EU-Länder innerhalb kürzester Zeit. Am Montag war bekanntgeworden, dass Belgien für 4,7 Milliarden Euro 49 Prozent der Anteile des belgischen Zweigs von Fortis übernimmt. Die Niederlande investieren vier Milliarden Euro für ebenfalls 49 Prozent an der Fortis Bank Niederlande. Luxemburg zahlt für 49 Prozent der Aktien an der Fortis Banque Luxembourg 2,5 Milliarden Euro.
Gewerkschaft fordert Beschäftigungsgarantie
Die belgische Gewerkschaft SETCa forderte Beschäftigungsgarantien sowie Betriebsversammlungen, um die Beschäftigten von Dexia über die Details der Kapitalerhöhung zu informieren. Die Belegschaft sei besorgt, da die jüngsten Nachrichten im Widerspruch zu den beruhigenden Ankündigungen der vergangenen Monate stünden, hieß es.
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Quelle: dpa
, t-online.de