25.08.2010, 15:16 Uhr | Carsten Görig
Für Geschäftsreisende gibt es einige praktische Apps. (Foto: Imago)
Nicht nur für Spielereien und zum Angeben ist das iPhone gut. Einige Apps sind für Berufsreisende nahezu unverzichtbar. Wir stellen die schönsten vor.
Schnell hin, schnell zurück: Zeit ist bei Geschäftsreisen Geld. Das fängt schon beim Packen der Koffer an. Dabei hilft das - leider nur auf Englisch erschienene - Packing Pro (2,39 Euro) ungemein. In diesem Programm kann man Listen erstellen und abspeichern, angepasst auf die jeweilige Reise. Ob Kurztrip, Geschäftsreise oder Familienurlaub: Aus einer Unzahl vorgegebener Möglichkeiten klickt man sich seine individuellen Listen zusammen, von kurzen und langen Unterhosen über die Zahnbürste bis zum Sonnenhut. Sehr schön, dass Packing Pro nicht nur auf den Inhalt des Koffers Wert legt, sondern auch auf die Abreisevorbereitungen: Müll rausbringen und Herd ausschalten sind Punkte, die böse Überraschungen für Vergessliche vermeiden helfen.
Eine gute Ergänzung ist Power Plug. Das kostenlose Programm hilft nämlich, die passenden Steckeradapter für die nächste Reise zu finden. Und wer einmal versucht hat, herauszufinden, was für Stecker man in Slowenien braucht, wird ahnen, wie nützlich Power Plug sein kann - auch wenn die Auflösung in diesem Fall enttäuschend einfach ist: Ein normaler deutscher Stecker genügt.
Wichtige Lektion für Profireisende: Misstraue jedem Taxifahrer! Mit den Apps Taxometer (2,99 Euro) und Fair Taxi (1,59 Euro) geht das. Die überprüfen per GPS, ob sich das Taxi an die kürzeste Route hält, und berechnen dabei den ungefähren Fahrpreis. Taxometer umfasst dabei viele Länder, Fair Taxi ist in Deutschland stark. Nettes Feature bei Taxometer: der Drunken Mode. Dabei muss einfach nur das iPhone geschüttelt werden, und es sucht sofort die schnellste Strecke nach Hause.
Dabei wird aber nicht berücksichtigt, dass man erst noch die App starten muss. Und wer das schafft, kann eigentlich noch nicht so betrunken sein. Ob nüchtern oder blau gilt allerdings: Wer darauf besteht, dass die App den richtigen Preis zeigt und nicht das Taxameter, wird bei Diskussionen mit Taxifahrern wohl den Kürzeren ziehen, denn natürlich können die Programme keine Staus vorhersehen. Auch bei den Routen sollte man den Fahrern vielleicht nicht so sehr reinreden, denn nicht immer ist die kürzere Strecke auch die schnellere. Und darum geht es ja letztlich.
Ähnlich essenziell wie die Nicht-Behumst-Werdung im Taxi ist die Wahl des richtigen Sitzplatzes im Flugzeug. Auf selbigem muss man schließlich die nächsten Stunden verbringen, und wenn ein Sitz schlecht ist, weil sich in der Nähe die Toiletten befinden, merkt man das meist erst unterwegs am Geruch oder weil die Leute direkt vor einem Schlange stehen und man ständig einen Arm im Gesicht hat. Um böse Überraschungen zu vermeiden, kann man deshalb beim Einchecken Seat Guide (0,79 Euro) starten. Diese App ruft schnell die Sitzpläne der verschiedenen Gesellschaften und ihrer Flugzeuge ab. Und die sind übersichtlich markiert: Grün für gut, Gelb für geht so - und Rot für unbedingt vermeiden.
Nicht immer ist man rein beruflich unterwegs - es soll ja Tage geben, wo man zwischen Geschäftsterminen durchaus auch mal ein paar Stunden Zeit hat, sich in London, New York oder Paris ein bisschen umzusehen. Nun hilft dabei ein richtiger Reiseführer nur bedingt: Zum einen sieht man damit immer aus wie ein Pauschaltourist, zum anderen ist er auf Leute ausgerichtet, die tatsächlich Urlaub machen. Wer aber einfach nur durch die Stadt spazieren und etwas über die Gegend erfahren möchte, ist bei Wikihood Plus (3,99 Euro) gut aufgehoben. Diese App sammelt, abhängig vom jeweiligen Standort, sämtliche Wikipedia-Artikel zusammen, die mit der Gegend zu tun haben. Ob Gebäude, Geschichte, Wirtschaft, Kultur oder Persönlichkeiten: Die Artikel sind in verschiedene Kategorien eingeteilt und miteinander verknüpft. Für einen geringen Aufpreis kann man sich auch Offlinepakete für seine nächsten Reise zusammenstellen lassen. Das spart im Ausland Roaminggebühren.
Eine regional angepasste Besichtigungsapp ist der Peakfinder Alps (1,59 Euro) - ehrlicherweise mehr etwas für Touristen, dafür aber umso bemerkenswerter. Peakfinder Alps hilft nämlich dabei, Berggipfel in den Alpen zu identifizieren. Per GPS erkennt die App den Standort des iPhones und zeigt dem Benutzer das jeweilige Bergpanorama an, die Gipfel sind beschriftet. Schade, dass die Höhen der Berge nicht dabeistehen. Die lassen sich nur umständlich durch die Suche herausfinden.
Natürlich bietet der App-Store auch Restaurantführer, passend zur jeweiligen Stadt. Außergewöhnlich ist aber Urbanspoon (kostenlos). Mit einem Schütteln kann man sich zufällig ein Restaurant auswählen lassen. Wie ein Münzwurf kann das die Entscheidung deutlich beschleunigen. Zeit, dass auch eine europäische Version erscheint. Denn bisher umfasst das Programm neben London fast nur amerikanische Städte.
Praktisch ist der Food Guide (2,99 Euro) . Eine Art ein Handbuch, in dem verschiedene Mahlzeiten und Zutaten erklärt werden. Auch Spezialitäten aus verschiedenen Ländern und ihre Herstellung sind erläutert. Die Übersetzung in die gängigsten europäischen Sprachen ist ein sehr hilfreicher Zusatz, der leicht zu navigieren ist.
Quelle: Financial Times Deutschland
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