25.01.2012, 15:56 Uhr | t-online.de, Frank Lansky
Arbeiter in der Veladero-Goldmine von Barrick in Argentinien (Quelle: Reuters)
Für Fans des weißen Edelmetalles ist ein indirektes Investment in Silber über Aktien schwierig. Denn reine Silberunternehmen gibt es wenige – der Rohstoff wird meist als Nebenprodukt bei der Förderung von Industriemetallen wie Kupfer, Zink, Zinn oder Nickel sowie beim Abbau von Gold gewonnen. Ferner werden einige Commodity-Unternehmen kaum an der Börse in Deutschland gehandelt. Daher kann dies bei Stopp-Loss-Marken für unangenehme Überraschungen sorgen. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Silber- und Bergbau-Konzerne.
Interessierte Anleger sollten einige Fakten über Minen-Aktien im Hinterkopf behalten, bevor sie sich bei Edelmetall-Konzernen engagieren. Rohstoff-Aktien spiegeln keineswegs eins zu eins die Preisentwicklung von Edelmetallen wider. Denn neben den Rohstoffpreisen beeinflussen unternehmensspezifische Chancen und Risiken den Aktienkurs stark. Dazu gehören die Fähigkeit oder das Unvermögen des Managements, Lohn- und Energiekosten oder Übernahme-Angebote durch die Konkurrenz. Rasante Kurssteigerungen sind stets dann gegeben, wenn ein Unternehmen auf bedeutende neue Vorkommen stößt, die noch nicht im Aktienkurs eingepreist sind.
Da Aktien viel Hoffnung und Enttäuschung in ihrem Kurs ausdrücken, schwanken sie stärker als der reine Rohstoffpreis. So lag das Allzeithoch im Silberpreis im April 2011 bei fast 50 Dollar. Danach gab Silber aber wieder deutlich nach.
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Der Grund dafür liegt in der Finanzkrise. Der Markt der Silberförderer ist geprägt von der Hoffnung auf den Durchbruch bei der Erschließung neuer Claims. Das Problem war in der globalen Rezession von Anfang 2009 die Finanzierung des teuren Abbaus: Viele Stollen mussten eingemottet werden, weil schlicht das Geld für die Förderung fehlte. Da außerdem das im Boden vermutete Edelmetall am Markt rapide an Wert verlor und somit kaum als Sicherheit für die Banken taugte, hielten die Kreditinstitute in der Kreditklemme die Bücher für Bergbau-Firmen erst recht geschlossen.
Mittlerweile hat sich die Lage entspannt und die Konzerne arbeiten an der Erschließung neuer Vorhaben. Die größten Vorkommen finden sich in diesen Ländern (Tonnen Gold in 2008): Peru (3500 t), Mexiko (3000 t), China (2560 t), Chile (1900 t), Australien (1880 t), USA (1260 t), Polen (1200 t), Kanada (800 t). Insgesamt wurden 2008 rund 20.800 Tonnen Silber gefördert (im Vergleich dazu die Fördermenge von vor 100 Jahren: 6.320 Tonnen). Folgend eine alphabetische Auflistung.
Das Unternehmen wurde 1968 gegründet und beschreibt sich als einen der ersten ausländischen Minenkonzerne in Mexiko. Die Mine in der Ortschaft Avino wurde im Zuge der Revolution von 1920 aufgegeben und vor 27 Jahren wiederbelebt. Der Konzern fördert rund 16 Millionen Unzen Silber und 150.000 Unzen Gold, dazu kommen rund 12.000 Tonnen Kupfer. Avino hat außerdem Bodenuntersuchungen im kanadischen British Columbia und in den Yukon Territories in Alaska gestartet. Die Aktie ist an der TSX Venture Exchange der Börse Toronto sowie am Nasdaq Over-the-Counter-Markt gelistet. In Frankfurt oder München gehen kaum Stücke um (WKN: 862191).
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Der größte Edelmetall-Konzerne der Welt – und der absolute Blue Chip unter den Edelmetall-Aktien. Barrick unterhält weltweit 26 Minen mit nachgewiesenen Reserven von fast 140 Millionen Unzen Gold. Die Silbervorräte beliefen sich Ende 2009 auf schätzungsweise rund 1,1 Milliarden Unzen. Die Heimatbörsen des in Toronto beheimateten Konzerns sind Toronto und die Wall Street. Die Aktie wird als globaler Topwert aus dem Minensektor auch in Frankfurt rege gehandelt (WKN 870450).
Der 1953 gegründete Konzern betreibt mehrere Minen in Peru, er ist zugleich das größte an der Börse gelistete peruanische Edelmetall-Unternehmen. Die Aktie ist an der Lima Stock Exchange gelistet, aber nicht in Deutschland. Interessierte Investoren müssen den Umweg über die USA gehen, Buenaventura ist seit 1996 auch an der New York Stock Exchange (WKN 900844) notiert.
Der Konzern unterhält Minen in Chile, Argentinien, Bolivien, Australien, Mexiko und den USA. Wahrscheinlich ist diese Aktie ein guter Weg für ein Aktien-Investment in Silber, denn Coeur bezeichnet sich als größter an der Börse gelisteter Silber-Produzent. Firmensitz ist der gleichnamige Ort im US-Bundesstaat Idaho. Der Titel (WKN: A0M85R) ist auch in Deutschland gelistet, allerdings sind die Umsätze nur schwach.
Das kleine Unternehmen wurde als Startup im Jahr 2004 gegründet, es fördert Silber in Mexiko. Zurzeit werden zwei Minen ausgebeutet. Ferner will Endeavour künftig zukaufen. Die Aktie des Small Caps wird auch in Deutschland gehandelt, der Umsatz ist eher gering (WKN: A0DJ0N).
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Auch dieser Konzern bezeichnet sich als weltgrößter Produzent von Silber. Das Unternehmen nennt sich ferner zweitgrößter Goldförderer in Mexiko. Außerdem fördert Fresnillo Blei und Zink. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bei den Produktionskosten zu den 25% aller Unternehmen im Markt mit den niedrigsten Kosten zu gehören. Die Anleger honorieren dies offenbar – die Aktie (WKN: A0MVZE) hat seit dem Frühjahr 2009 eine rasante Hausse vorgelegt.
Der kanadische Konzern ist weltweit das zweitgrößte Edelmetall-Unternehmen, es unterhält Minen in den USA, in Kanada, Honduras, Guatemala, Argentinien und Chile. Auch dieses Unternehmen mit Hauptsitz in Vancouver ist an der Börse in Toronto notiert. Wie der Name schon sagt, ist die Firma hauptsächlich bei der Gold-Förderung aktiv. Die Goldcorp bezeichnet sich dabei als Silberproduzent mit der niedrigsten Kostenbasis und dem schnellsten Wachstum überhaupt. Die Aktie wird auch in Deutschland rege gehandelt (WKN: 890493).
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Der traditionsreiche Gold- und Silberproduzent wurde im Jahr 1891 gegründet, die Zentrale befindet sich im Ort Coeur d’ Alene im US-Bundesstaat Idaho. In der Umgebung des für den Winter-Tourismus bekannten Städtchens deuten übrigens schon einige geographische Bezeichnungen wie Silver Mountain und Silver Valley auf die reichen Vorkommen des Metalles hin. Hecla fördert in den USA und in Mexiko, nach eigenen Angaben ist der Konzern der größte Silberproduzent in den Vereinigten Staaten. Auch diese Aktie (WKN: 854693) hat seit dem Preisverfall von Anfang 2009 wieder kräftig aufgeholt. Die Umsätze an den deutschen Handelsplätzen sind eher verhalten.
Sie ahnen es schon: Auch Penoles bezeichnet sich als weltgrößter Produzent von Feinsilber. Der Konzern fördert außerdem Zink, Gold, Blei und Wismut. Das mexikanische Unternehmen produziert außerdem Dünger und Chemikalien. Genau wie andere Rohstoff-Aktien hat der Titel den Einbruch im Jahr 2008 nachvollzogen, um sich seit Anfang 2009 kräftig zu erholen. Die Aktie wird an deutschen Börsen fast überhaupt nicht gehandelt (WKN: 897910).
Penoles
Das Unternehmen aus Toronto in Kanada schickt sich an, zum viertgrößten Edelmetall-Konzern der Welt aufzusteigen. Kinross wächst durch die Übernehme des Bergbau-Konkurrenten Red Back Mining für rund sieben Milliarden Dollar zum Top-Spieler der Branche. Für Kinross ist Silber nur ein Nebenprodukt, das Unternehmen weist seine gesamte Produktion in "Gold-Äquivalent-Unzen" aus, das heißt, das weiße Metall wird - genau wie das geförderte Kupfer - in Gold-Unzen umgerechnet. Kinross fördert Silber in den USA, in Chile und in Russland.
Ein unentdeckter Blue Chip. Das polnische Unternehmen KGHM ist mit durchschnittlich 1200 Tonnen Jahresförderung das bedeutendste Silberunternehmen der EU und das zweitgrößte weltweit. Ferner ist KGHM der neuntgrößte Kupferhersteller auf dem Globus. Der profitable Bergbau-Konzern fördert außerdem Gold. Die Aktie spiegelt den Silberpreis erstaunlich exakt wider. Obwohl der Titel (WKN: 908063) einer der Blue Chips an der Warschauer Börse ist, müssen interessierte Anleger einen teuren Umweg über London nehmen.
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Newmont Mining ist der drittgrößte Bergbau-Konzern der Welt. Das Unternehmen mit Sitz in Denver im US-Bundesstaat Colorado ist außerdem der zweitgrößte Goldförderer der Welt. Die Aktie ist im Aktienindex S&P 500 gelistet, entsprechend hoch ist der Umsatz am deutuschen Aktienmarkt (WKN: 853823). Newmont betreibt Minen in den USA, Australien, Peru, Indonesien, Ghana, Kanada, Neuseeland und Mexiko. Silber fördert Newmont im US-Bundesstaat Nevada und in Favona in Neuseeland. Neben Gold ist aber das in Indonesien gewonnene Kupfer wichtig.
Mit Silber befasst sich der britische Konzern nur am Rande. Das Hauptprodukt von Nyrstar ist Zink in allen Einsatzgebieten und Verarbeitungsweisen – vor allem in der Galvanisierungstechnik zum Schutz von Stahl vor Korrosion. Somit eignet sich die Aktie als guter Gradmesser für den Gesundheitszustand der globalen Automobil-Industrie. Außerdem gewinnt Nyrstar Blei für den Einsatz in Batterien; ferner gehören Gold, Iridium, Schwefelsäure und Kupfer zu den geförderten Rohstoffen. Das Unternehmen ist an der London Stock Exchange und an der NYSE Euronext in Brüssel gelistet, in Deutschland gehen kaum Stücke um (WKN: A0M58B).
Pan American Silver wurde im Jahr 1994 gegründet. Auch dieses Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, zum größten Silberproduzenten der Welt mit der niedrigsten Kostenbasis aufzusteigen. Pan American betreibt acht Minen in Mexiko, Peru, Argentinien und Bolivien. Neben dem weißen Metall werden Gold, Blei, Zinn und Kupfer zutage befördert. Die Firmenzentrale befindet sich in Vancouver im kanadischen Bundesstaat British Columbia. Die Aktie ist in Toronto und an der Nasdaq gelistet. An der Frankfurter Börse wird der Titel rege gehandelt (WKN: 876617).
Der chinesische Edelmetall-Konzern ist einer der größten in China, er fördert Gold, Silber und Kupfer. Dennoch ist das Unternehmen im Westen nur den Insidern bekannt. Das liegt zum Großteil an der Pressearbeit: Die Website ist nur auf Mandarin hochgeschaltet. Außerdem wird fast das gesamte Edelmetall auf dem heimischen Markt verkauft. Die Aktie ist in Deutschland nicht gelistet. In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen Mitte August 2010: In der größten chinesischen Goldförder-Stadt Yantai, aus der rund 15 Prozent der chinesischen Förderung stammen, brach ein Feuer aus, 16 Bergleute starben. Vier Minen von Shangdong waren betroffen und mussten eine Weile geschlossen werden
Das Unternehmen wurde erst durch große Funde in der wichtigsten Mine im argentinischen Pirquitas zum bedeutenden Silberförderer. Das Vorkommen soll ab dem Jahr 2011 rund acht bis zehn Millionen Unzen Silber liefern. Bei voller Produktion soll Pirquitas zu einem der größten Silbervorkommen im Tagebau auf der Welt werden. Silver Standard bezeichnet sich als dasjenige an der Börse gelistete Unternehmen mit den größten Silbervorkommen im Boden überhaupt. Der Konzern betreibt Minen in Peru, Mexico, Kanada, Chile, in den USA und in Australien. Neben dem weißen Edelmetall fördert die Firma Gold, Kupfer und Molybdän. Die Aktie (WKN: 858840 ) ist an der Börse in Toronto und am Nasdaq Global Market gelistet. In Deutschland ist der Titel bislang kaum entdeckt.
Tahoe ist ein kleines Unternehmen, das sich zuletzt ausschließlich auf seinen Standort Escobal in Guatemala konzentrierte. Neben Silber fördert das Unternehmen Gold, Blei und Zink. Der Konzern mit Sitz im kanadischen Vancouver kann noch keine Gewinn bringende Förderung vorweisen. Im Juni 2010 ging Tahoe an die Börse (WKN A1C0RA). Seither hat die Aktie eine gute Performance vorgelegt. Außer an der Toronto Stock Exchange wird der Hoffnungswert bislang kaum gehandelt.
Nach mit Shandong ist Zijin der nächstgrößte chinesische Goldförderer. Genau wie alle anderen Bergbau-Konzerne fördert das Unternehmen die drei Metalle Gold, Kupfer und Silber, ferner Zink und Schwefelsäure. Und wie Shandong auch musste Zijin wegen des durch überhitzte Kabel entstandenen Brandes in Yantai seine Förderung zeitweise einstellen. Darüber hinaus geriet der Konzern zuvor wegen der Verschmutzung eines Flusses in die Kritik - tausende Tonnen Fisch verendeten. Die Aktie wird in Deutschland kaum gehandelt (WKN: A0M4ZR).
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Quelle: t-online.de
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