Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft >

Die Krise der europäischen Banken

...

Die Krise der europäischen Banken

30.09.2011, 16:34 Uhr | Financial Times Deutschland

Blick auf die Skyline von Frankfurt (Quelle: dpa)

Blick auf die Skyline von Frankfurt (Quelle: dpa)

Die europäischen Geldhäuser gehören zu den größten Kreditgebern der Euro-Zone, weshalb die Krise sie massiv belastet. Sie kämpfen mit Problemen an allen Fronten. Ein Überblick.

Auf Europas Bankenbranche lastet die Staatsfinanzkrise der Euro-Staaten ebenso wie Refinanzierungsprobleme und der schwache Kapitalmarkt. Das spiegelt sich auch in den Aktienkursen der Institute wider. Wir zeigen die größten Baustellen der europäischen Geldhäuser.

Wieso schadet die Euro-Krise den Banken?

Banken, Versicherungen und Fonds sind Gläubiger der hoch verschuldeten Euro-Staaten. Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten Milliarden an Schuldtiteln dieser und anderer Länder gekauft. Staatsanleihen gelten traditionell als sichere Anlage.

Die Papiere ausgerechnet von Schuldensündern wie Griechenland waren für viele Investoren in der Vergangenheit besonders attraktiv, weil sie etwas höhere Zinsen abwarfen als beispielsweise deutsche Bundesanleihen. Nachdem Griechenland Ende 2009 aber das wahre Ausmaß seiner Schuldenlast offenbarte, wollte niemand mehr die Papiere haben. Abnehmer für seine Staatsanleihen fand das Land nur noch gegen die Zahlung so hoher Zinsen, dass die Refinanzierungskosten schließlich untragbar wurden. Ähnlich erging es Portugal und Irland.

Partner-Angebot
Jobs in der Bankenbranche
Jobs in der Bankenbranche (Foto: dpa)

Aktuelle Stellenangebote für Filialleiter, Kundenberater, Buchhalter und Absolventen in Ihrer Wunschregion finden.

Jobsuche starten

Abschreibungen von 300 Milliarden Euro befürchtet

Sollte eines der drei Länder trotz der Notkredite von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) pleite gehen, blieben neben diesen staatlichen Helfern auch die Finanzinstitute auf ihren Forderungen sitzen. Sie müssten dann die betroffenen Staatsanleihen zumindest teilweise abschreiben. Die Furcht vor einem solchen Szenario ist ein Grund dafür, dass Anleger ihr Geld aus Bankaktien abziehen.

Der IWF schätzte das Abschreibungsrisiko der europäischen Banken durch Anleihen hoch verschuldeter Länder auf 200 Milliarden Euro. Rechne man noch die Forderungen an Geldhäuser in den Peripherie-Staaten hinzu, steige die potenzielle Belastung sogar auf 300 Milliarden Euro, schrieb der IWF in einem vergangene Woche veröffentlichten Bericht.

Newsletter
Die wichtigsten News kostenlos ins Postfach
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Newsletter bietet Ihnen die wichtigsten Meldungen aus der Welt von Wirtschaft und Geldanlage werktags kostenlos per E-Mail. Jetzt abonnieren!

Was kostet die Banken die Beteiligung am Hilfspaket?

Die Finanzbranche soll als Beitrag zum zweiten Rettungspaket für Athen den Griechen einen Teil ihrer Kredite stunden und ihnen 13,5 Millirden Euro ganz erlassen. Unter Einrechnung entgangener Zinsen bedeutet das für die Finanzinstitute nach Angaben des internationalen Bankenverbands IIF einen Abschreibungsbedarf von 21 Prozent. Die meisten Institute haben den Wert der Staatsanleihen in ihrer Bilanz zum Ende des zweiten Quartals bereits entsprechend berichtigt.

Das gilt allerdings nicht für alle: Die Deutsche Bank beispielsweise teilte in ihrem Quartalsbericht mit, die Folgen der Einigung über die Gläubigerbeteiligung würden noch geprüft. Sie beschränkte sich bei den Abschreibungen im zweiten Quartal zunächst auf die im Handelsbuch gehaltenen Griechen-Anleihen, wo die Papiere nach ihrem Marktwert bilanziert werden. Wertberichtigungen im Bankbuch stehen damit noch aus.

Partner-Angebot
Kfz-Versicherung
Über 180 Tarife vergleichen, online abschließen und bis zu 500 € sparen! (Foto: transparo)

Jetzt Kfz-Versicherung wechseln und bis zu 500 Euro jährlich sparen.

Versicherungsvergleich starten

Diskussion über Höhe der Abschreibungen

Dabei gilt das Prinzip: Im Handelsbuch stehen Wertpapiere, mit denen gehandelt wird, im Bankenbuch Papiere, die zur längerfristigen Anlage gehalten werden. Deshalb müssen Anleihen im Handelsbuch zu Marktpreisen bewertet werden. Papiere im Bankbuch werden jedoch zum Anschaffungspreis bilanziert - so, als würden sie bis zur Endfälligkeit gehalten. Eine Korrektur ist nur dann nötig, wenn konkret ein Ausfall droht.

Noch gravierender ist die Ungewissheit darüber, ob die Abschreibung von 21 Prozent ausreicht. Nach FTD-Informationen diskutieren die Euro-Staaten darüber, von den Banken ein höheres Opfer zu fordern. Zudem beschränkten sich viele Banken bei den bisherigen Abschreibungen auf Anleihen, die spätestens am 31. Dezember 2020 fällig werden - weil die Abmachung mit Griechenland nur diese Papiere betrifft. Unter Wirtschaftsprüfern ist aber umstritten, ob eine solche selektive Bewertung zulässig ist.

Der Kollaps des Interbankenmarkts

Das Misstrauen der Banken untereinander wächst. Ein Risikomaß dafür ist der Euribor-OIS-Spread. Der Overnight-Index-Swap-Satz (OIS) ist dabei ein spezielles Zins-Swap-Geschäft. Bei einem solchen Deal tauschen die Handelspartner untereinander Zinszahlungen aus. Im Fall des OIS handelt es sich um den Handel eines festen Referenzzinssatzes gegen einen variablen Zins auf Basis von Tagesgeldzinssätzen. Die Differenz zwischen dem Dreimonats-Euribor, also dem Termingeldzinssatz für die Laufzeit von drei Monaten, und dem OIS gilt als Maß für Risiko und Liquidität am Interbankenmarkt.

Zum Dreimonatszins leihen die Banken einander tatsächlich Geld - er gilt daher als riskanter Satz. Zum OIS werden dagegen nur Zinsen getauscht, weshalb er auch als risikoloser Satz angesehen wird. Vor der Finanzkrise lag der Spread in der Euro-Zone bei fünf Basispunkten. Derzeit beträgt er 0,91 Prozentpunkte und liegt damit nur knapp unter dem Niveau, das er nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers erreicht hatte. Die Banken verlangen also hohe Zinsen voneinander.

Einlagen bei EZB steigen deutlich an

In dieses Bild passt, dass auch die Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich ansteigen. Geschäftsbanken können ihre Überschussliquidität über Nacht bei der EZB einlagern und erhalten dafür Zinsen. Dieser Zins ist jedoch deutlich niedriger als der, den sie im Interbankenmarkt erhalten würden. Um diese Einlagerungen zu begrenzen, wird etwa die Norwegische Zentralbank im Oktober eine Höchstgrenze für Einlagen einführen. Die Banken sollen damit gezwungen werden, das Geld anderweitig zu verwenden und nicht mehr bei der Nationalbank zu parken.

Auf der Gegenseite gilt, dass sich einige Banken mittlerweile fast ausschließlich über EZB-Kredite versorgen - weil ihnen andere Geschäftsbanken nichts mehr leihen. Gegen Besicherung gibt die EZB Banken Darlehen in unbegrenzter Höhe. Erst kürzlich hatte die Zentralbank angekündigt, das noch bis mindestens zum Jahresende 2011 zu tun.

Dass die Situation problematisch ist, zeigte sich an einem Interview mit EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini-Smaghi. "Ab einem gewissen Punkt müssen wir verhindern, dass die Geldinstitute komplett abhängig von der Finanzierung durch die EZB werden", sagte er in der vergangenen Woche der "Australian Financial Review".

Sorgen um die Dollar-Refinanzierung

Zu einem heißen Thema hat sich für die Institute der Zugang zum Dollar entpuppt. Zuletzt hatte es immer wieder Berichte gegeben, dass vor allem französische Banken in den USA ein Refinanzierungsproblem haben. US-Geldmarktfonds haben sich zudem aus dem Geschäft mit europäischen Banken zurückgezogen.

So haben etwa die acht größten Geldmarktfonds in den USA in den vergangenen zwölf Monaten ihre Anlagen bei deutschen und bei britischen Banken halbiert. Italienischen und spanischen Banken geben sie überhaupt kein Geld mehr, bei französischen Banken fuhren sie ihre Investments ebenfalls zurück.

Auch andere Banken werden Europa gegenüber vorsichtiger. Kürzlich stellte die Bank of China ihre Fremdwährungstauschgeschäfte mit BNP Paribas, Société Générale und Crédit Agricole ein. Als Grund gilt unter anderem das Engagement der Häuser in Griechenland und weiteren hoch verschuldeten Euro-Staaten.

Banken reagieren auf Krise mit Investitionen

Ein Risikomaß für die Dollar-Refinanzierung ist der Cross Currency Basis Swap. Dabei leiht sich ein Investor von einem Partner Dollar, dem er gleichzeitig Euro borgt. Beide tauschen Gelder zum aktuellen Wechselkurs. Im Gegensatz zum normalen Devisentausch vereinbaren die Parteien jedoch dabei, sich gegenseitig Zinsen für die Laufzeit des Geschäfts zu zahlen.

Oft sind dies die Dreimonatszinsen auf dem jeweiligen Interbankenmarkt (etwa der Euribor). Aktuell muss ein Investor einen Abschlag auf den Euro-Zins hinnehmen. Gleichzeitig muss er jedoch den vollen Dollar-Zins für die Ausleihe in der US-Währung zahlen. Die Dollar-Darlehen verteuern sich somit für europäische Banken, wenn der Abschlag steigt. Derzeit beträgt der des Cross Currency Basis Swaps auf Dreimonatsbasis etwas über 100 Basispunkte. Noch im Mai lag er bei weniger als 0,1 Prozentpunkten.

Schärfere Regulierung bringt höhere Kapitalanforderungen

Die großen Notenbanken haben bereits auf die Probleme reagiert: Mitte September kündigten die EZB, die Federal Reserve (Fed) in den USA sowie Notenbanken aus Großbritannien, Japan und der Schweiz die Bereitstellung langlaufender Dollar-Kredite an. Zusätzlich zu den bereits im Mai 2010 eingeführten Darlehen mit einer Laufzeit von einer Woche erhalten die Banken die Möglichkeit, zunächst zu drei Terminen einen Dreimonatskredit in der US-Währung aufzunehmen. Die erste dreimonatige Dollar-Geldmarktoperation beginnt Mitte Oktober. Die dritte und vorläufig letzte endet Anfang März.

Problematisch könnten für viele Häuser auch die neuen Kapitalanforderungen gemäß Basel III werden. Sobald die Regeln von der EU und den nationalen Parlamenten abgesegnet sind, besteht eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2019. Bis dahin müssen alle Institute eine Kernkapitalquote von 4,5 Prozent der risikogewichteten Aktive erfüllen. Hinzu kommt ein Kapitalpuffer, der diesen Wert auf insgesamt sieben Prozent erhöht.

Eigenkapital von bis zu 260 Milliarden benötigt

Bei einigen Banken, darunter Deutsche Bank, BNP Paribas und Barclays kommen noch einmal 2,5 Prozentpunkte drauf. Denn sie gelten als global systemrelevant und müssen deshalb schärfere Anforderungen erfüllen. Außerdem soll es weitere Bestimmungen zur Verschuldung und zur Liquidität geben.

Nach Schätzungen der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA von Dezember 2010 benötigen europäische Institute durch die Anforderungen an die Eigenkapitalhöhe rund 260 Milliarden Euro zusätzliches Geld. Sie müssen sich also Kapital beschaffen, etwa am Kapitalmarkt. Doch das Misstrauen ist so groß, dass diese Möglichkeit den Banken derzeit verschlossen ist. Ein Beispiel ist die österreichische Raiffeisen Bank International. Sie hatte noch im August angekündigt, innerhalb der kommenden zwölf Monate an den Markt gehen zu wollen - eine Ansage, die das Haus vor wenigen Tagen wieder kassierte.

Schreckensgespenst der Kreditklemme noch nicht vom Tisch

Banker und Ratingagenturen befürchten zudem, dass die neuen Regeln die Gesamtwirtschaft schwächen werden. So erwartet Standard & Poor's, dass die Banken auf die härteren Kapital- und Liquiditätsvorgaben mit einer Anhebung der Kreditzinsen reagieren, um ihr Renditeniveau von acht bis 15 Prozent nicht in Gefahr zu bringen.

Am Wochenende hatten zahlreiche Topbanker in Washington am Rande eines Branchentreffens das Schreckgespenst einer Kreditklemme an die Wand gemalt. "Wenn man den Finanzsektor jetzt in diesem schwierigen Umfeld weiter schwächt, wird auch die Realwirtschaft einen hohen Preis zu zahlen haben", warnte etwa Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Auch Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis signalisierte, dass Kredite teurer werden könnten, wenn neue Lasten hinzukämen. Die Sparkassen gehören neben den Volksbanken zu den wichtigsten Kreditgebern des deutschen Mittelstands.

Verkleinerung der Bilanz geht mit Einschränkung der Kreditvergabe einher

Ähnlich kritisch sieht es auch beim Fremdkapital aus. Diese Woche brachte die Deutsche Bank eine unbesicherte Anleihe auf den Markt - es war die erste Emission einer Bank in Europa seit Mitte Juli. Das ist laut Nachrichtenagentur Bloomberg der längste Zeitraum, den es jemals ohne die Anleiheemission einer Bank gegeben hat. Der deutsche Branchenprimus musste Bloomberg zufolge einen Aufschlag von 100 Basispunkten auf den Dreimonatszinssatz Euribor drauflegen - einen vollen Prozentpunkt. Bei einer ähnlichen Emission im Februar hatte das Haus nur 0,4 Prozentpunkte Aufschlag zahlen müssen.

Aufgrund der höheren Risiken und der Schwierigkeit der Kapitalbeschaffung gehen einige Häuser zudem den Weg, Risiken abzubauen und ihre Bilanz zu verkleinern. Das geht mit einer sinkenden Kreditvergabe einher.

Das Problem der sinkenden Erträge

Die Krise an den Finanzmärkten schafft bei den Banken aber auch große Probleme auf der Ertragsseite. Vor allem die Institute mit großem Handelsgeschäft und Investmentbanking leiden. Quer durch die Branche mussten sie im zweiten Quartal deutliche Ertragsrückgänge hinnehmen. Bei der UBS betrug das Ertragsminus im Vergleich zum Vorjahr 28 Prozent, bei der Credit Suisse  sank der Umsatz um 30 Prozent, bei Barclays und HSBC zwölf Prozent. Eine der wenigen Ausnahmen war dabei die Deutsche Bank, die im Geschäftsbereich Corporate Banking & Securities neun Prozent zulegen konnte. Grund war nach Angaben der Bank vor allem der boomende Rohstoffhandel.

Anleger scheuen Risiko

Für das dritte Quartal sieht der Ausblick richtig düster aus. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet unter Berufung auf den Datenanbieter Dealogic von einem Einnahmenrückgang für die Investmentbanken aus dem Aktien- und Anleihengeschäft weltweit von 50 Prozent.

Grund ist vor allem die zunehmende Risikoaversion der Anleger. Sie ziehen sich vom Kapitalmarkt zurück. Sinkende Handelsvolumina bedeuten aber auch sinkende Erträge. Dabei betrifft es nicht nur das normale Handelsgeschäft mit Anleihen und Aktien - auch das Neuemissionsgeschäft ist nahezu zum Erliegen gekommen.

Immer weniger Unternehmen trauen sich an die Börse

An den Anleihemarkt gehen nur noch Unternehmen, die es wirklich müssen. Vielen Firmen hilft, dass sie sich zu ruhigeren Kapitalmarktzeiten, als noch weniger Zinsen zu zahlen waren, einen Liquiditätsvorrat beschafft haben ("Opportunistic Funding").

Ebenso schlecht läuft das Geschäft mit Börsengängen. Nach Zahlen von Dealogic haben alleine in den USA 146 Firmen Börsengänge im Volumen von insgesamt 28,4 Milliarden Dollar bei der Aufsichtsbehörde SEC angemeldet. Sie sind aber bislang alle davor zurückgeschreckt, die Pläne auch durchzuziehen - so groß war der Rückstau zuletzt 2007.

In Europa sieht es nicht anders aus. Prominente Absagen aus Deutschlands sind etwa Evonik und H.C. Starck und Osram. Infolge der Entwicklung haben erste Banken bereits vorsichtig ihre Gewinnprognosen für das laufende Jahr zurückgenommen.

Wie versuchen Regierungen und EZB den Banken zu helfen?

Noch wird die derzeitige Krise vor allem als Staatsschuldenkrise gesehen, könnte aber schnell auf die Banken durchschlagen - wegen der generellen Liquiditätsprobleme und der Staatsanleihen, die die Häuser halten. Die Europäische Zentralbank versucht, zumindest die Liquidität der Institute zu stützen, indem sie neue Geldgeschäfte auflegt oder bestehende Programme erweitert. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen von Analysten gegeben, dass die EZB auch Unternehmensanleihen der Banken aufkaufen könnte, um deren Kurse zu stützen und die sich gegenläufig entwickelnden Zinsen zu drücken.

Infolge der jüngsten Entwicklungen haben auch die Aktienkurse der Banken drastisch an Wert verloren. Damit sie nicht noch weiter unter die Räder kommen, haben viele Staaten kürzlich ihrer Leerverkaufsverbote für Bankaktien verlängert oder erweitert.

Institute weisen Mitschuld an Krise zurück

Die Institute weisen Vorwürfe, dass sie selbst eine Mitschuld an der Krise tragen, zurück. "Dies ist keine Bankenkrise, sondern eine Staatsfinanzkrise", sagte kürzlich Joachim von Schorlemer, der Deutschland-Chef von BNP Paribas. Es hänge allein an der Politik, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Wege dafür sind die Staatshilfen für Griechenland, der Umschuldungsplan unter Beteiligung der Banken und die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF.

Auf nationaler Ebene haben viele Länder Bankenrettungsfonds installiert, die strauchelnde Institute auffangen sollen. Medienberichten zufolge hat erst kürzlich die deutsche Bundesregierung durchgerechnet, welches Volumen ein solcher Fonds haben müsste, um deutsche Institute im Falle einer Griechen-Pleite zu retten.

Wie reagieren die Banken selbst?

Die von den Aktienmärkten besonders hart gestraften französischen Banken haben in den vergangenen Wochen Sparpläne vorgestellt. Der Branchenprimus BNP Paribas hat angekündigt, bis Ende 2012 risikobehaftete Vermögenswerte im Volumen von 70 Milliarden Euro auszumisten. Einzelheiten sollen im November vorgestellt werden.

Société Générale  will durch den Verkauf von Geschäftsteilen vier Milliarden Euro einnehmen. Die drittgrößte französische Bank Crédit Agricole  will bis Ende 2012 rund 50 Milliarden Euro Schulden abbauen. Um die Kosten zu senken, soll die hauseigene Investmentbank auf einen Teil ihres Geschäfts künftig komplett verzichten.

Die französischen Banken sind vergleichsweise stark in den südlichen Mittelmeerstaaten engagiert und begegnen deshalb großem Misstrauen. Außerdem setzen sie traditionell auf eine vergleichsweise kurzfristige Refinanzierung und sind deshalb von den jüngsten Spannungen auf dem Interbankenmarkt besonders betroffen.

Große europäische Banken bauen massiv Personal ab

Die Schweizer Bank UBS  kündigte am Donnerstag ebenfalls eine Verkleinerung des besonders risikoreichen Investmentbankings an. Interimschef Sergio Ermotti zieht damit Konsequenzen aus dem Skandal um einen UBS-Händler, der mit unautorisierten Geschäften 2,3 Milliarden Dollar verzockte. Der Vorfall kostete den bisherigen Bankchef Oswald Grübel den Job.

Grübel hatte nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal bereits ein Sparprogramm auf den Weg gebracht. Es sieht den Abbau von 3500 Stellen vor. Bis Ende 2013 sollen die Kosten dadurch um rund zwei Milliarden Franken gesenkt werden. Bei der heimischen Rivalin Credit Suisse  stehen 2000 Arbeitsplätze zur Disposition.

Die größte europäische Bank HSBC  strich in den vergangenen Monaten bereits 5000 Stellen und will bis Ende 2013 weitere 25.000 Arbeitsplätze abschaffen. Barclays  hat 3000 Stellen auf der Streichliste, die Royal Bank of Scotland 2000.


Quelle: Financial Times Deutschland

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Die Krise der europäischen Banken" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Die Krise der europäischen Banken" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (21)

zum Forum

Thema: "Die Krise der europäischen Banken"

Teddy schrieb: am 8. Oktober 2011 um 11:20:15
(1) (1) Die Krise der Banken
und das betrifft nicht nur die Europäischen Banken! Vor allem aber müssen endlich die Investmentbanken dazu
verpflichtet werden ihr Eigenkapital massiv aufzustocken, dann wird nämlich gleich um einiges weniger leichtfertig gezockt. Bislang ist die Politik da aber vor der sehr starken und aggressiven Bankenlobby eingeknickt und ist somit mit schuld an dem ganzen Schlamassel.
mehr Kommentar melden

Zeitzeuge schrieb: am 8. Oktober 2011 um 11:16:17
(1) (1) Bankenkrise
Den Bankern sind die Wörter "Bescheidenheit,Ehrlichkeit und Anstand" abhanden gekommen. In die Wüste oder Taiga jagen
geht auch nicht, denn die würden auch noch den Wüstensand und Baumbestand verramschen. Alles nur aus Gier und Raffsucht.
mehr Kommentar melden

haengepartie schrieb: am 8. Oktober 2011 um 11:03:35
(0) (0) Mitleid mit den Banken
Die armen Banken. Erst die Spareinlagen ( z.B. 100 € Sapreinlagen 11x verleihen ) um möglichst hohe Rendieten zu
erzielen hoch spekulativ anlegen und an Kunden weiter geben und dann bei Verlust sich von Steuerzahler retten lassen. Bankmanager müssen mit in Haftung genommen werden, wenn sie sich verspekulieren und nicht, wie Nonnenmacher von der HSH-Nordbank noch eine Halteprämie bekommen. Lasst sie Pleite gehen, möglichst bald, es kommt so oder so.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Premium-Freizeitmode
BRAX - Premium-Mode vom Passformspezialisten

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special

Einkaufswelt
Gabor bei Siemes.de
Gabor-Schuhe bei siemes.de

Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten

Einkaufswelt
Fußball-EM 2012
Perfekt ausgestatten für die Fußball-EM 2012 mit GINGAR.de

Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Hoeneß: "Heynckes bleibt auf jeden Fall"
Uli Hoeneß (li.) ist von Jupp Heynckes' Arbeit überzeugt. (Quelle: imago)

Bayern-Präsident spricht ein Machtwort. mehr

Magdalena Brzeska gewinnt "Let's Dance"
Magdalena Brezeska gewinnt "Let's Dance". (Quelle: dpa)

Rebecca Mir ist wieder nur Zweite. mehr


Anzeigen

Anzeige
Wirtschaft
Ganz vorn mit Nudeln von der Schwäbischen Alb

Familienunternehmen macht 25 Mio. Jahresumsatz. zum Video

Einkaufswelt
Restposten-Verkauf
Sensation des Tages: Mode, Technik und vieles mehr zu sensationellen Tiefstpreisen bei neckermann.de

Lagerräumung mit bis zu 80% Rabatt. bei neckermann.de

Anzeige
Girokonto für 0,- Euro
 (Quelle: norisbank)

Das kostenlose Top-Girokonto der norisbank. Jetzt informieren

Anzeige
Silber-Sonderangebot
Silbermünzen: 25 x Silber Unze Maple Leaf zum Sonderspreis. (Quelle: ophirum.de)

Exklusiv für Nutzer von t-online.de. zum Angebot

Anzeige

Anzeige
iPad gewinnen
 (Quelle: fxDirekt Bank)

Am Börsenspiel teilnehmen und gewinnen. Jetzt mitmachen

Euro-Münzen-Quiz

Erkennen Sie die verschiedenen Euros? mehr

Zins-Check
Tagesgeld-Vergleich

Börsen-Gezwitscher
Börsenradar auf Twitter

Das Börsenradar-Team zwitschert auch auf Twitter. Folgen Sie uns!

Geld-Newsletter
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aktuelle Wirtschafts- Themen täglich ins Postfach. mehr

Anzeige
Urlaub in Madeira
Pauschalreisen bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4*-Hotel mit AI, sowie Hin- und Rückflug ab 568,- Euro/P.


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige