
13.08.2010, 17:23 Uhr | Michael Gassmann, Financial Times Deutschland
Im Kampf um die Energiereserven der Welt erobern die Konzerne die letzten weißen Flecken (Foto: imago)
Im Kampf um die Energiereserven der Welt erobern die Konzerne die letzten weißen Flecken. Jetzt hat sich E.ON auf die Suche nach dem gigantischen Gasschatz Algeriens gemacht. Ein riskantes Vorhaben, denn der mächtige Gegner heißt China.
Heiß hier. Und einsam. Dutzende von Kilometern im Umkreis des Bohrgestänges nichts als Sonne und himmelhohe Sanddünen. "Das Einzige, was du hier tun kannst, ist arbeiten, essen, schlafen", sagt Dave Hutchinson, ein kerniger Engländer mit Dreitagebart, Goldkettchen und verblüffend guter Laune, trotz Temperaturen von über 50 Grad. Der erfahrene Bergbau-Ingenieur ist Herr über einen Trupp von 80 Arbeitern, die mitten in der Sahara ein 5,3 Kilometer tiefes Loch in den Wüstenboden treiben. Auf der Suche nach Erdgas.
Hutchinson und seine Leute bohren für die Deutschen. Genauer: für den Energiekonzern E.ON , der hier, in Rhourde Yacoub, rund 1000 Kilometer südöstlich von Algier, auf einen größeren Fund hofft. Und damit auf einen ersten Erfolg im Wettrennen um die lukrativsten Energiequellen Nordafrikas.
Seit Längerem schon suchen die Chinesen in der Sahara nach Öl und Gas, der russische Energieriese Gazprom startete 2008 erste Projekte. Nun entdecken auch die Europäer die Energieregion vor ihrer Haustür.
E.ON bohrt hier im Wüstensand. RWE kündigte im Juli Investitionen von 3,6 Milliarden Euro für die Erschließung eines Gasfelds vor der ägyptischen Küste an, die BASF-Tochter Wintershall konzentriert sich schon länger auf Libyen. Frankreichs GDF Suez und die italienische Eni sind ebenfalls vor Ort.
Wichtigster Schauplatz ist dabei Algerien. Schon jetzt deckt der Maghrebstaat zehn Prozent des europäischen Gasbedarfs, vornehmlich in Südeuropa. Durch zwei Pipelines, die Transmed-Pipeline über Tunesien nach Sizilien sowie die Maghreb-Europa-Röhre durch die Straße von Gibraltar, wird das Gas direkt nach Europa gepumpt.
Doch die Lieferungen könnten deutlich steigen - und weiter nach Norden dringen. Auch Deutschland könnte sich so aus seiner Abhängigkeit von den beiden dominierenden Lieferländern Russland und Norwegen befreien.
Die Erwartungen sind enorm. Mit 81,4 Milliarden Kubikmetern zählte Algerien 2009 bereits zu den sieben größten Gasförderländern der Welt. "Algerien ist bei Erdgas auf dem Niveau von Norwegen, und es gibt weiteres Potenzial", sagt Frank Sivertsen, der Chef der Explorationstochter E.ON Ruhrgas E&P und Leiter des Sahara-Projekts.
Unter der Wüste liegen gewaltige Schätze. Nach Zahlen des BP-Konzerns sind die Gasreserven Algeriens mit 4,5 Billionen Kubikmetern sogar mehr als doppelt so groß wie die Norwegens. Gemeinsam bringen es die vier afrikanischen Länder Algerien, Ägypten, Libyen und Nigeria auf acht Prozent der bekannten weltweiten Reserven. Norwegen erreicht 1,1 Prozent.
Teil 2: 100.000 Euro Kosten täglich
Quelle: Financial Times Deutschland
karl schrieb:
am 13. August 2010 um 10:57:44
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Nordafrika
Überall auf der Welt wird von diesen Konzernen in saubere Energie investiert.
In Deutschland in Kohle.
Sind wir blöder als die anderen.
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MachsMaulauf schrieb:
am 13. August 2010 um 10:04:02
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Sahara-Gas
Da haben unsere europäischen Firmen kaum eine Chance. Die Chinesen interessiert es absolut nicht, wie diktatorisch oder korrupt
ein Regime ist. Die Nordafrikaner exportieren nur Asylanten nach Europa.
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brian f schrieb:
am 13. August 2010 um 09:36:01
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Gasgebohre
Irrsinn, wenn EON und RWE mal 7 MRD Euro in die Hand nehmen und in Norden Schwedens oder Finnland investieren würden, könnten
sie damit einen gigantischen Windpark mit 1200 Windkraftanlagen bauen, die sowiel Strom erzeugen können wie 4 Atomkraftwerke. Der Wind ist dort beständig, 2,5-fach höhere Ausbeute als bei Anlagen in Deutschland.Wenn sie dan noch ein Leitunsnetz aufbauen, profitieren sie doppelt
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