Aus für die Glühbirne zugunsten der Energiesparlampe (Foto: dpa) Das Schicksal von Glühbirnen und stromfressenden Haushaltsgeräten wird möglicherweise noch in diesem Jahr besiegelt. Insgesamt würden 20 Produktgruppen unter die Lupe genommen, sagte ein Sprecher von EU-Energiekommissar Andris Piebalgs in Brüssel. Das entspricht den Vorgaben des EU-Gipfels vom März 2007. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten die Kommission damals aufgefordert, Energiespar-Vorschläge für die Beleuchtung von Büros, Straßen und Privathaushalten auszuarbeiten. Für die Büro- und Straßenbeleuchtung hatte der Gipfel die Vorschläge für dieses Jahr angefordert, für die Haushaltsbeleuchtung bis 2009.
Ein Expertenausschuss werde "Ende 2008 oder Anfang 2009" entscheiden, welche Geräte bestimmter Verbrauchsklassen allmählich vom Markt verschwinden sollten. Der EU-Sprecher reagierte damit auf einen Bericht der "Rheinischen Post" mit dem Titel "EU will Glühbirnen 2009 verbieten".
Glühbirnen nur noch bis 2015
Der Sprecher sagte wörtlich: "Ich fürchte, es ist nichts Neues in diesem Bericht." Die Vereinigung der Europäischen Lampenindustrie (ELC) hatte bereits vor einem Jahr erklärt, traditionelle Glühbirnen sollten spätestens im Jahr 2015 vom Markt verschwinden. Moderne Sparlampen könnten die Stromkosten der Verbraucher laut ELC um insgesamt sieben Milliarden Euro pro Jahr senken.
Unterbrecher 70-Tage
Sparleuchten sparen Geld und CO2
Wenn keine gewöhnlichen Glühbirnen mehr verwendet werden, hätte das nach Ansicht von Experten positive wirtschaftliche Effekte. "Die deutsche Volkswirtschaft könnte durch ein Verbot herkömmlicher Glühbirnen zwei Milliarden Euro pro Jahr einsparen", sagte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, dem Internetportal "FAZ.net". Außerdem könne damit der Ausstoß von jährlich etwa drei Millionen Tonnen Kohlendioxid in Deutschland vermieden werden: "Das ist nur ein sehr kleiner Beitrag zum Klimaschutz, aber nicht ganz zu vernachlässigen."
So viel sparen Energiesparleuchten ein
"Wer im Haushalt konsequent auf Energiesparlampen setzt, kann 80 Prozent seiner Kosten für die Beleuchtung einsparen", sagte Christina Cambier von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin. "Das macht zwischen acht und zwölf Prozent der Stromrechnung aus." Um das Licht einer herkömmlichen 60-Watt-Lampe zu erzeugen, wird eine Energiesparlampe mit lediglich 11 Watt Leistung benötigt. Cambier empfahl außerdem, auf Lampen der Energieeffizienzklasse A zu setzen.
Genau auf die Packung gucken
Mittlerweile gibt es die Energiesparleuchten in vielen Formen und Bauarten: Kerze oder Tropfen etwa, mit Reflektor oder als Großkolbenlampe. Man sollte sich also vor dem Kauf genau überlegen, welche Lampe benötigt wird. Gleiches gilt für die Lichtfarbe: Steht etwa "2400 Calvin" auf der Packung, handelt es sich um eine Lampe, die sehr warmes Licht abgibt und somit gut geeignet fürs Wohnzimmer ist. Im Büro dagegen wird in der Regel kräftigeres, weißeres Licht benötigt, etwa eine Lampe mit 6000 Calvin.
Teurer aber langlebiger
Zwar sind Energiesparlampen deutlich teurer als herkömmliche Modelle - dafür aber halten sie wesentlich länger: "Die Betriebsdauer einer Energiesparlampe liegt heute bei 10.000 Stunden und mehr", erklärte Christina Cambier. Die Konkurrenz mit ihrem glühendem Draht kommt auf maximal 1000 Stunden. Die lange Nutzungsdauer wird mit einer Vorwärmtechnik erreicht. Ob eine Lampe über diese Vorlauffunktion verfügt, steht auf der Verpackung. Auch Lampen ohne diese Vorlauffunktion können 10.000 Stunden halten. Sie sollten dann aber nicht in Bereichen eingesetzt werden, in denen sie besonders häufig an- und ausgeschaltet werden - wie etwa im Treppenhaus.
Auf Qualität achten
Die Stiftung Warentest begrüßt das nahende Ende der Glühbirnen-Ära und empfiehlt den Einsatz der umweltfreundlichen Energiesparlampen. Allerdings sollten Verbraucher sich für ein hochwertiges Produkt entscheiden, rieten die Warentester am Donnerstag. Es gebe große Unterschiede zwischen den Fabrikaten - so seien bei einigen Modellen zum Beispiel falsche Angaben zur Lebensdauer, falsche Watt-Zahlen oder eine nur mäßige Farbwiedergabe zu finden. Manche Energiesparlampe brenne nach 2000 Betriebsstunden schon bis zu 17 Prozent weniger hell, nach 10.000 Stunden sogar bis zu 40 Prozent weniger. Ein Fabrikat werbe zwar mit elf Watt Leuchtleistung - bringe aber nur 7,2 Watt.
Nicht mal die Hälfte ist "gut"
Mit hochwertigen Energiesparlampen allerdings lasse sich viel Strom und Geld sparen - nach 10.000 Betriebsstunden beispielsweise 180 Euro an Stromkosten. Stiftung Warentest hatte kürzlich Energiesparlampen verglichen, dabei aber nur weniger als der Hälfte der Modelle das Prädikat "gut" verliehen.