
12.06.2010, 16:25 Uhr | Spiegel Online
Banker und Priester haben Imageprobleme, Soldaten und Richter sind beliebter als im Vorjahr: Eine Studie zeigt, in welche Berufe die Bürger das meiste Vertrauen haben - auf dem letzten Platz landen Politiker. "Spiegel Online" stellt alle Ergebnisse vor.
Der Papst bittet die Missbrauchsopfer um Vergebung und will künftig alles tun, um Kinder zu schützen. Erstmals hat sich Benedikt XVI. am Freitagmorgen unmissverständlich geäußert. Zeit wurde es: Denn die Kirche steckt nach den zahlreichen Skandalen um Missbrauch an Schulen und in Gemeinden in einer tiefen Vertrauenskrise.
Das zeigt auch eine Umfrage der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die Forscher haben untersucht, was die Bürger über verschiedene Berufe denken. 2009 hatten noch 72 Prozent der Deutschen Vertrauen in Priester, nun sank der Anteil auf 55 Prozent. Für ihren jährlichen Vertrauensindex hat die GfK weltweit 18.800 Menschen befragt. Zum Vergleich: Besonders gering ist das Vertrauen in Geistliche in Frankreich (33 Prozent), in Rumänien ist die Reputation der Kirche dagegen noch intakt - 86 Prozent der Befragten vertrauen Kirchenmännern weiterhin.
Ebenfalls schlechter als im Vorjahr schneidet in Deutschland die Finanzbranche ab: Nur noch 57 Prozent vertrauen den Bankern - seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers ist der Wert um 15 Prozentpunkte gesunken. Im internationalen Vergleich stehen die Banker aber noch recht gut da. Weltweit vertrauen ihnen nur 42 Prozent, heißt es in der Studie. "In der Folge der Finanzkrise stehen Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sicherheit im Vordergrund, nicht mehr der große Erlebniskick und Glamour", sagt GfK-Chef Klaus Wübbenhorst.
Auf Platz eins landen in Deutschland mit Abstand die Feuerwehrleute. 97 Prozent der Befragten haben Vertrauen in die Helfer. Von Feuerwehrleuten höre man eben nur Gutes, erklärt Wübbenhorst: "Sie sind so etwas wie Helden, die kommen, wenn es brennt, und sich dann ins Feuer stürzen."
An Ansehen gewonnen haben im vergangenen Jahr Soldaten und Richter. Politiker hingegen liegen wie im Vorjahr auf dem letzten Platz im Ranking, nur 14 Prozent der Deutschen vertrauen ihrer Führung. Damit liegt Deutschlands politische Klasse im internationalen Durchschnitt. Schlechter kommen die Regierenden in Italien, Frankreich und Ungarn weg - dort vertrauen ihnen weniger als zehn Prozent der Befragten.
Vertrauen der Deutschen in einzelne Berufsgruppen in Prozent | ||
Berufsgruppe | 2010 | 2009 |
Feuerwehr | 97 | 98 |
Ärzte | 87 | 89 |
Polizisten | 86 | 88 |
Lehrer | 85 | 84 |
Postangestellte | 84 | 86 |
Richter | 83 | 79 |
Militär | 82 | 79 |
Umweltschützer | 76 | 77 |
Rechtsanwälte | 72 | 72 |
Marktforscher | 69 | 73 |
Mitarbeiter bei Wohltätigkeitsorganisationen | 62 | 66 |
Gewerkschafter | 59 | 59 |
Banker | 57 | 63 |
Beamte | 56 | 57 |
Kleriker | 55 | 72 |
Marketingfachleute | 43 | 40 |
Journalisten | 42 | 43 |
Werbefachleute | 33 | 35 |
Manager | 17 | 15 |
Politiker | 14 | 14 |
Quelle: GfK Vertrauensindex Frühjahr 2010, GfK Custom Research | ||
Quelle: Spiegel Online
"Jo aus Fr" schrieb:
am 12. Juni 2010 um 20:23:58
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"Berufe"
Ich finde es wunderbar, wie die beliebtheit der Berufe bewertet wird. Was würden die, die angeblich beliebtesten Berufsgruppen tun,
wenn sie sich ein Haus bauen wollen. Einige Handwerker werden hier doch wohl benötigt. Von denen spricht niemand oder? Ein Schlosser, Heizung, Maurer, Elektriker etc. etc. Was für eine Unverschämte Studie. Zählen Handwerker in unserem Land nichts mehr. In den 50- iger Jahren war man noch Stolz auf das Handwerk. In was für einem Deutschland leben wir eigentlich?
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Benzulek al Kaftani schrieb:
am 12. Juni 2010 um 13:42:20
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@ Hubert Rostfrei
Also ich auch Gebrauchwagenhändeler und immer ganz ehrlich.#
Nix zutückstelle Kilometerstand, nix verheimlike Unfälle
und alle Kunde zufriede mit Wahre. Warum Aufregung ? Haubtsache Preis passt !
Und Beamte in Deutschland auch nix ehrlich, immer Finanzamt habe Steuerärger, dabei arbeite fleisig und nix verdienen dabei !
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Der Lehrer schrieb:
am 12. Juni 2010 um 13:41:32
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Berufs-Image
Ich freue mich sehr, daß unsere Berufsgruppe ein so hohes Ansehen im Volk genießt. Das verpflichtet natürlich auch dazu, das
Vertrauen zu bestätigen. Allerdings wundern mich die viel zu hohen Werte für Banker, Journalisten, Manager und Politiker; bei ihnen wären jeweils maximal 5 Punkte mehr als genug.
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