Neue Preisrunde bei Discountern wie Norma (Foto: imago)Die Lebensmittel-Discounter in Deutschland haben zum neunten Mal in diesem Jahr die Preise gesenkt. Die Ketten Aldi und Norma teilten mit, es würden unter anderem Käse, Joghurt und Tiefkühlprodukte günstiger. Teils wurden auch die Preise für Süßwaren und Haushaltsprodukte gesenkt.
Aldi verbilligte laut Anzeigen Käse und Fischstäbchen um sechs bis 23 Prozent. Champagner wurde um 18 Prozent billiger. Auch die Preise für Tiernahrung und Reinigertabs für Geschirrspüler sanken. Die Konkurrenz reagierte sofort: Edeka, Deutschlands größter Lebensmittelhändler, senkte die Preise einiger billiger Artikel, aber nicht von Markenprodukten. Auch die Edeka-Tochter Netto machte mit und setzte die Preise für Wein, Geschirrspüler, Tiernahrung "und weitere Produkte" herunter, wie eine Sprecherin erklärte.
Verbraucher profitieren von Langzeitverträgen
Die Rewe-Discounttochter Penny kündigte ebenfalls Preissenkungen von Joghurt über Käse und Fisch bis hin zu Wein und Champagner an. Handels-Experte Boris Planer vom Forschungsunternehmen Planet Retail verwies darauf, dass die Rohstoffpreise gegenüber dem Tiefpunkt Ende 2008 wieder merklich angezogen haben. Dies spürten die Verbraucher aber nur zeitversetzt, da die Verträge zwischen der Lebensmittel-Industrie und dem Lebensmittel-Handel oftmals Laufzeiten von mehreren Monaten hätten. Bei Milch sei der Preistiefpunkt inzwischen sicherlich erreicht. Bei anderen Produkte gebe es möglicherweise noch Spielraum.
Preiskampf und Umsatzschwund
In der Branche ist es üblich, dass ein Discounter mit Preissenkungen voranschreitet. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Marktführer Aldi. Die anderen Ketten ziehen dann meist unmittelbar nach. Allerdings haben sich die jüngsten Preisrunden für die Unternehmen nicht gelohnt. Die Umsätze der Discounter seien gesunken, und zwar stärker als bei herkömmlichen Supermärkten, hieß es in Medienberichten.