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DIW erwartet zwei Prozent Wirtschaftswachstum

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DIW sagt rund zwei Prozent Wachstum voraus

17.02.2010, 14:45 Uhr | APD

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet zwei Prozent Wachstum (Foto :dpa)

Die Wirtschaft wird nach einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dieses Jahr und 2011 um jeweils rund zwei Prozent wachsen. Erst Ende 2011 werde aber wieder die Wirtschaftskraft erreicht, die vor Ausbruch der Finanzkrise gemessen worden ist, heißt es in der Konjunkturprognose. Hart geht das DIW mit der Finanz- und Steuerpolitik der schwarz-gelben Koalition ins Gericht. Sie sei ziel- und konzeptionslos und kaum realisierbar.

DIW: Zahl der Arbeitslosen übersteigt Vier-Millionen-Grenze

Das DIW rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitslosen wieder die Vier-Millionen-Grenze übersteigt: Für 2010 werden 3,8 und für 2011 fast 4,1 Millionen vorhergesagt. Im Jahr 2009 lag die Vergleichszahl bei 3,4 Millionen. Die Arbeitslosenquote steigt damit von 8,2 Prozent im Jahr 2009 auf 9,0 Prozent. Im Jahr 2011 erwarten die Wirtschaftsforscher eine Quote von. Die Verbraucherpreise bleiben mit Steigerungsraten von 1,2 und 1,0 Prozent weitgehend stabil.

Krise dauert noch an

Die weltweite Wirtschaftskrise hält das DIW noch nicht für überwunden: "An den Folgen der Krise werden wir noch lange zu tragen haben", sagte Präsident Klaus Zimmermann. Erst gegen Ende 2011 werde Deutschland wieder die Wirtschaftskraft von Mitte 2008 erreicht haben. Das entspreche rein rechnerisch mehr als drei Jahren mit Nullwachstum.

Exporte erholen sich nur langsam

Deutschland werde nicht "in gewohntem Maße" von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren, erklärte Zimmermann. Die Exporte werden demnach auch 2010 schwächer wachsen als der Welthandel. Als Grund nennt das DIW die Spezialisierung der Exportindustrie auf Maschinen und Investitionsgütern. für die es derzeit nur eine geringe Nachfrage gebe. 2011 sei aber mit einer Normalisierung zu rechnen. Eine Konjunkturstütze bleibt vorerst die Inlandsnachfrage. Hier rechnet das DIW mit einem Plus von zwei Prozent in diesem und ein Prozent im nächsten Jahr.

Scharfe Kritik an schwarz-gelber Steuerpolitik

Der Konjunkturexperte des DIW, Christian Dreger, äußerte ungewöhnlich scharfe Kritik an der Politik der Bundesregierung. Das im Januar in Kraft getretene Wachstumsbeschleunigungsgesetz löse möglicherweise ein Strohfeuer aus, beschleunige aber eher die Verschuldung als das Wachstum. Die Erhöhung des Kindergeldes betrachtet der Experte als Beweis für eine ziel- und konzeptionslose Politik: gezielte Investitionen ins Bildungswesen wären sinnvoller gewesen, erklärt Dreger in der Veröffentlichung des Berliner Instituts.

Keine Steuersenkungen notwendig

Außerdem sind nach Ansicht des DIW keine weiteren Steuersenkungen notwendig. Die Belastung der Bürger mit Steuern und Abgaben sinke ohnehin bis 2011 auf 42,5 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit 2001.


Quelle: t-online.de , dapd

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