18.07.2011, 12:18 Uhr | bv
Unternehmen müssen den Einsatz von Leiharbeitern wohldosieren (Foto: imago) (Quelle: imago)
Unternehmen sollten Leiharbeit wohldosiert einsetzen, sonst leidet unter Umständen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach führte der Einsatz von Leiharbeit zunächst zu einem Rückgang bei den Lohnstückkosten. Wurde jedoch die Zahl der Zeitarbeiter immer weiter erhöht, kehrte sich dieser Vorteil ins Gegenteil um.
Die Forscher hatten das verarbeitende Gewerbe für ihre Untersuchung ausgewählt und nahmen die Lohnstückkosten als Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die Leiharbeiter einsetzen, stehen damit vor einer schwierigen Aufgabe. Sie müssen die positiven und negativen Effekte ausbalancieren.
Als Vorteile für den Einsatz von Zeitarbeitern nannten die Forscher die höhere Flexibilität der Unternehmen bei Nachfrageschwankungen. Ebenso kann es vorteilhaft sein, Arbeitnehmer vor einer Festanstellung zunächst als Zeitarbeiter zu testen. Falls jedoch Leiharbeiter dazu verwendet werden, die Kernbelegschaft zu ersetzen, wirke sich dies auf beide Gruppen - Zeitarbeiter und Festangestellte - demotivierend aus und die Produktivität sinke.
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Ein hoher Anteil an Zeitarbeitern im Unternehmen macht sich auch dadurch negativ bemerkbar, dass die Leiharbeiter meist nicht über spezifisches Wissen in der jeweiligen Produktion verfügen. Sie können es auch nicht richtig erlernen, da die Einsatzzeiten in den Unternehmen recht kurz sind, wie die Untersuchung ebenfalls zeigte.
So waren 2010 rund 45 Prozent der Zeitarbeiter weniger als drei Monate in einer Leihfirma beschäftigt, weitere zehn Prozent sogar weniger als eine Woche. Der Anteil der Leiharbeiter unter allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt der Studie zufolge bei etwas über zwei Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe sind die Zeitarbeiter dagegen mit mehr als fünf Prozent deutlich häufiger vertreten, während sie im Dienstleistungsbereich nur auf einen Anteil von etwas mehr als einem Prozent kommen.
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Quelle: t-online.de
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