Boeing-Dreamliner hebt wieder nicht ab (Foto: Boeing)Der US-Flugzeugbauer Boeing hat den Jungfernflug seines neuen Langstreckenfliegers Dreamliner 787 zum fünften Mal verschoben. Der ursprünglich für Ende Juni geplante erste Testflug könne erst stattfinden, wenn technische Probleme mit den Seitenteilen des Flugzeugs gelöst seien, teilte Boeing mit. Ein neuer Zeitplan für Jungfernflug und Auslieferung solle erst in einigen Wochen vorgestellt werden. Nach einer ganzen Serie von Verschiebungen wegen technischer Probleme liegt Boeing inzwischen mehr als zwei Jahre hinter der ursprünglichen Planung zurück.
Boeing spielt Probleme herunter
Boeing-Chef Scott Carson betonte, dass es sich bei der neuerlichen Verschiebung um einen sicherheitsbedingten Routinevorgang handele. "Strukturelle Anpassungen wie diese sind bei der Entwicklung eines neuen Flugzeugs nicht ungewöhnlich", hieß es in einer Erklärung. Es gehe nicht um Materialprobleme oder Schwierigkeiten beim Zusammenbau, sondern lediglich um die Behebung eines Mangels, der bei einem Statiktest festgestellt worden sei. Dafür müssten Seitenteile verstärkt werden.
Boeing-Aktie stürzt ab
Die Börse nahm die erneute Verzögerung nicht auf die leichte Schulter: Boeing rutschten um mehr als acht Prozent ab und rangierten am Ende des Dow Jones Index. Analyst Emil Heppel von der Landesbank Berlin sprach von einer "großen Enttäuschung" über die erneute Verschiebung. Kunden könnten auch negativ reagieren und Aufträge streichen oder zur EADS-Tochter Airbus wechseln.
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Sprit sparender Superflieger
Für die Dreamliner liegen nach Unternehmensangaben bereits knapp 900 Bestellungen vor. Die Maschine schluckt nach Konzernangaben ein Fünftel weniger Sprit als andere Flugzeuge dieser Größenordnung. Die Dreamliner ist der Konkurrent die noch in der Entwicklung befindlichen A350 des europäischen Flugzeugbauers Airbus. Nach dem nun revidierten Zeitplan hätte der erste Dreamliner Anfang 2010 an die japanische Fluggesellschaft ANA ausgeliefert werden sollen.