Dresdner-Banker können Boni laut Gutachten einklagen
06.04.2009, 11:24 Uhr | mfu
Gutachten kritisiert Streichung von Boni für Mitarbeiter der Dresdner Bank (Quelle: imago) Schon wieder gibt es neuen Ärger wegen Bonus-Zahlungen an Mitarbeiter der kriselnden Dresdner Bank. Bei der Bank droht laut einem Bericht im Nachrichtenmagazin "Spiegel" eine Klagewelle wegen entgangener Bonuszahlungen. Nach Einschätzung eines Gutachters haben tausende Mitarbeiter der inzwischen von der Commerzbank geschluckten Frankfurter Großbank gute Chancen, gestrichene Zahlungen einzuklagen. Es geht um mehrere hundert Millionen Euro.
Noch im Herbst des vergangenen Jahres hatte der Dresdner-Bank-Vorstand den Mitarbeitern in einem Brief für 2008 Boni auf Vorjahresniveau zugesagt. Dabei ging es um Zahlungen in Höhe von rund 400 Millionen Euro. Unter Hinweis auf das schlechte Abschneiden der Bank strich aber der neue Eigentümer, die Commerzbank, die Boni für die meisten Mitarbeiter. Lediglich 130 Millionen Euro wurden vor allem an die Investmentbanker ausgezahlt, weil diese Zahlungen vertraglich garantiert waren.
Gutachten für Betriebsrat moniert Ungleichbehandlung
Gegen die Kürzung der Boni und die ungleiche Behandlung hat sich von Anfang an der Gesamtbetriebsrat der Dresdner Bank gewehrt. Rückendeckung erhalten die Arbeitnehmervertreter nun durch ein Gutachten des Berliner Arbeitsrechtlers Helmut Platow. Darin heißt es laut "Spiegel", politischer Druck und eventuelle Ungleichbehandlung mit Commerzbankern seien "keine rechtlich erheblichen Umstände", die den Widerruf der Zusage rechtfertigten.
Keine Stellungnahme der Commerzbank
Die Kürzung der Bonuszahlungen für die Dresdner-Mitarbeiter durch die Commerzbank sei somit nicht gerechtfertigt. Ein Sprecher der Bank bestätigte, dass es das Gutachten gibt, wollte sich inhaltlich zu dem Thema aber nicht äußern.
Streit wegen Abfindung für Vorstände der Dresdner Bank
Immer wieder gerät die Dresdner Bank und die Commerzbank wegen der hoher Zahlungen an Manager in die Schlagzeilen. Erst vor kurzem war bekannt geworden, dass die neun Vorstände der Dresdner Bank trotz eines Milliardenverlusts eine Vergütung von insgesamt rund 58 Millionen Euro erhalten hatten. Der ehemalige Vorstandvorsitzende der Dresdner Bank, Herbert Walter, verzichtet derweil auf massiven Druck aus der Politik hin auf seine Abfindung in Höhe von 3,6 Millionen Euro.