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Drohende neue Dotcom-Blase

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JP Morgan schürt Dotcom-Hype

14.02.2011, 12:51 Uhr | Financial Times Deutschland

Mit Twitter und Facebook droht die nächste Dotcom-Blase (Foto: imago) (Quelle: imago)Twitter gilt als der nächste heiße Börsen-Kandidat (Foto: imago)Facebook, Twitter und Groupon sind Anlegers Liebling der Stunde. Nach der US-Investmentbank Goldman Sachs will auch die Rivalin JP Morgan Chase in vielversprechende Internetfirmen investieren. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" will JP Morgan 500 bis 700 Millionen Dollar für einen Investmentfonds einwerben, der sich auf digitale Medien und andere Web-Unternehmen konzentrieren soll. Die Börsenaufsicht SEC versucht derweil, eine Blase wie zum Jahrtausendwechsel zu verhindern.

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JP Morgan legt Hightech-Fonds auf

JP Morgan reagiert damit auf das wachsende Interesse an Firmen wie Facebook, Twitter oder Groupon. Erst im Januar hatte Facebook, das mit rund 500 Millionen Mitgliedern größte soziale Netzwerk im Internet, bei Investoren 1,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Die Beteiligungen werden über einen Fonds von Goldman Sachs verwaltet. Das Geldhaus selbst investierte 450 Millionen Dollar in Facebook, weitere 50 Millionen Dollar kamen vom russischen Investor Digital Sky Technologies.

In welche Firmen die Mittel des geplanten JP-Morgan-Fonds fließen sollen, ist noch unklar. Mit dem Vorhaben vertraute Personen sagten dem "Wall Street Journal", das Geld solle ausschließlich in Unternehmen gesteckt werden, die bereits stetige Einnahmen erwirtschafteten.

Intransparente Dotcom-Branche

Zum geschäftlichen Erfolg vieler Dotcom-Häuser gibt es bislang aber kaum belastbare Zahlen, weil die Unternehmen nicht an der Börse gehandelt werden. Erst bei einer Mindestzahl von 500 Anteilseignern je Aktienklasse gelten nach amerikanischem Recht gewisse Transparenzpflichten auch für Firmen, die noch keinen Börsengang beantragt haben.

Die US-Börsenaufsicht SEC prüft bereits den Handel mit Anteilsscheinen nicht gelisteter Internetfirmen, der auf kaum regulierten Internetplattformen wie Sharespost und Secondmarket abläuft. Die Aufseher wollen damit der Entstehung einer neuen Blase wie während des Dotcom-Hypes zum Jahrtausendwechsel vorbeugen.

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Wie profitabel ist Facebook wirklich ?

Auch das Werben um Investoren zwingt die Firmen zu mehr Transparenz. So stellte Facebook-Chef Mark Zuckerberg  für die Goldman-Sachs-Kunden einige Daten zusammen. Aus dem Dossier geht laut Berichten von Nachrichtenagenturen hervor, dass das Unternehmen in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres einen Nettogewinn von 355 Millionen Dollar erzielte. Der Umsatz habe bei 1,2 Milliarden Dollar gelegen.

Der Gesamtwert des Unternehmens wurde von Facebook damals auf 50 Milliarden Dollar beziffert. Der Betrag wurde aus dem Wert der Gebote für Anteile der Firma hochgerechnet. In der vergangenen Woche berichtete der Blog "All Things Digital" sogar, intern werde mittlerweile von einer Unternehmensbewertung von 60 Milliarden Dollar ausgegangen. Wegen des gewaltigen Interesses von Investoren erwäge Facebook, seinen Mitarbeitern den Verkauf von Anteilen im Wert von einer Milliarde Dollar zu gestatten.

Keine Bilanz aber Börsengang von Facebook

Eine Bilanz muss Facebook erst im nächsten Jahr vorlegen, obwohl das Unternehmen nach eigenen Angaben mittlerweile über mehr als 500 Anteilseigner je Aktienklasse verfügt. Die Pflicht zur Veröffentlichung von Geschäftsberichten greift aber erst 120 Tage nach Ablauf des Jahres, in dem diese Schwelle überschritten wurde.

Facebook erwägt nach unbestätigten Informationen aus Finanzkreisen, nächstes Jahr an die Börse zu gehen. Noch 2011 will sich das größte Karriere-Netzwerk Linkedin aufs Parkett wagen. Der deutsche Konkurrent Xing ist bereits seit vier Jahren an der Börse notiert.



Quelle: Financial Times Deutschland

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