
14.12.2010, 08:34 Uhr | Financial Times Deutschland
Dubai schasst Sultan Ahmed bin Sulayem - den Baumeister des Baubooms aus Tausend und einer Nacht (Foto: AFP) (Quelle: AFP)
Er machte das Märchen vom wirtschaftlichen Aufstieg des Wüstenstaates wahr und galt als rechte Hand des Herrschers von Dubai. Nun muss Sultan Ahmed bin Sulayem gehen. Der Chef von Dubai World schaffte es nicht, das staatliche Firmen-Konglomerat aus der Krise zu führen. Damit soll das hoch verschuldete Konglomerat Dubai World endlich seinen Weg aus der Misere finden. Dafür macht der Herrscher des Emirats etwas, das unter Scheichs unüblich ist: einen Unternehmenschef und langjährigen Vertrauten vor die Tür setzen. Die Stelle wurde sofort neu vergeben - das wiederum, wie es für Scheichs sehr typisch ist: mit einem engen Vertrauten und Verwandten.
Geregelt wurde die Nachfolge per Dekret am Wochenende. Mohammed bin Raschid al Maktum entzog dem langjährigen Dubai-World-Chef Sultan Ahmed bin Sulayem das Vertrauen und setzte einen engen Vertrauten auf den Posten, seinen Onkel Scheich Ahmed bin Saeed al Maktum. Der neue Manager an der Spitze des Konglomerats dürfte vielen Beobachtern der Luftfahrtbranche ein Begriff sein, denn er führt die staatliche Fluggesellschaft Emirates - und die schlägt sich im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen und Projekten in Dubai sehr erfolgreich.
Gemeinsam mit dem Chef wurden auch noch andere Managerposten bei Dubai World neu besetzt. Die neue Führungsspitze soll das staatseigene Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen führen, hieß es. Zu der Ansammlung von Firmen und Projekten gehören Seehäfen, Hotels, die Luxuskaufkhauskette Barneys New York - oder die weltberühmte künstlichen Palmeninsel.
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Der Wüstenstaat war über Jahre auf Erfolgskurs gewesen - bis er sich mit seinen hochtrabenden Plänen verzettelte. Das staatliche Konglomerat musste am 25. November 2009 seine Gläubiger um Zahlungsaufschub bitten. Fast 60 Milliarden Dollar Schulden hatten die Bauherren künstlicher Inseln und anderer märchenhafter Vorhaben angehäuft. Das Emirat stand vor dem Bankrott.
Rund um die Welt gingen die Börsen auf Talfahrt. Erst kurz vor Dubais Offenbarungseid rettete der mit Öl gesegnete Nachbar Abu Dhabi mit einem Milliardenkredit das Bruderemirat. Nun versucht Dubais Herrscherfamilie Al Maktum umzuschulden, ein Comeback zu starten. Doch der Mythos ist kaputt: Die Kapitalgeber zeigen sich seit dem Beginn der Krise des Wüstenstaats misstrauisch.
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Der jetzt geschasste Sultan Ahmed bin Sulayem trieb die gigantischen Wachstumspläne des Emirats über Jahre maßgeblich voran - und gilt daher auch als einer der Hauptschuldigen der jetzigen Krise. Ein Vierteljahrhundert war der schmächtige Mann mit der randlosen Brille das Gesicht des Märchens von Dubai. Er managte das kleine Emirat vom abgelegenen Wüstennest zur internationalen Jetset-Metropole hoch. Er setzte die Visionen seines Herrschers Mohammed Bin Raschid Al Maktum um - in Monsterbauten, wie sie die Welt zuvor noch nicht gesehen hatte. Hunderttausende Touristen lockte der Mittfünfziger ins Land mit diesem unwiderstehlichen Flair von Glamour und schier unendlichem Luxus.
Unter seiner Ägide rückte Dubais Hafen zur weltweiten Nummer vier auf, der Sultan verantwortete die Konstruktion der künstlichen Inseln. Auch Großinvestitionen im Ausland wurden unter seiner Herrschaft vorangetrieben: Dubai leistete sich US-Hotels oder Anteile von riesigen Immobilienprojekten in Las Vegas. Nun zerrinnt alles wie Sand. Dubai ging das Geld aus. Und dieses Hauptproblem - die Geldknappheit - ist noch immer ungelöst. Zwar haben sich die sechs Hauptgläubiger, Banken aus Großbritannien und Abu Dhabi, bereit erklärt, ausstehende Zahlungen von fast 25 Milliarden Dollar erst in fünf bis acht Jahren einzufordern. Im Gegenzug aber musste sich die Regierung verpflichten, wichtige Werte zu verkaufen.
Auf der Liste stehen angeblich Barneys und der Hafenbetreiber DP World, eine der wenigen Cashcows in Dubai. Insgesamt hofft die Regierung auf Verkaufserlöse von rund 20 Milliarden Dollar. Würde sie heute diese Beteiligungen abstoßen, bekäme sie Experten zufolge aber nur die Hälfte davon. Bessert sich die Marktlage nicht, müssen die Gläubiger wohl Milliarden abschreiben. Am Ruf Dubais kratzen auch noch weitere Flops. Derzeit etwa wird spekuliert, dass das Passagierterminal am neuen Superflughafen Al-Maktoum International Airport ein paar Monate später als geplant eröffnen wird. Bisher wird über das im vergangenen Juni offiziell eröffnete Prestigeprojekt - das nicht zu Dubai World gehört - nur Fracht befördert.
Doch nicht alles läuft derzeit schlecht in Dubai, allen voran bei den Konzernen, mit denen die Scheichs in den 80er-Jahren ihren Aufstieg starteten. Die Zahl der Touristen steigt, dank der billigeren Hotels. Die örtliche Freihandelszone boomt: Nach der Weltwirtschaftskrise drängen sich wieder die Containerfrachter vor den Verladekais. Und die Fluggesellschaft Emirates schreibt unbeirrt von den vielen Problemen Dubais ihre Erfolgsgeschichte fort. Sie wächst rapide und schreibt satte Gewinne - die jüngste Halbjahresbilanz wies einen Profit von 925 Millionen Dollar aus. Kein Wunder, wenn dessen Chef zugetraut wird, Dubai World aus der Krise zu führen.
Quelle: Financial Times Deutschland
Weltenbummler schrieb:
am 13. Dezember 2010 um 20:28:00
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Dubai
Lange wird es nicht mehr dauern und die Nobelhotels tauchen bei Aldi, Lidel und Co. im Reiseprospekt auf, mit all inklusive.
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Herrmanni schrieb:
am 13. Dezember 2010 um 20:20:30
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Dubai
Das kommt davon, wenn man immer mehr Geld ausgiebt, als man hat. Lernen wir daraus? Nein! Stuttgart 21 muss her, koste es was es wolle,
und wenn wir noch so abgrundtief in der Schuldenfalle sitzen.
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Einer schrieb:
am 13. Dezember 2010 um 19:50:53
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Bauwahn
Leute laßt uns neue Pyramiden bauen!
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