Düstere Stimmung nicht nur am Finanzplatz Frankfurt (Foto: ddp)Schwache Konjunkturaussichten und anhaltend hohe Inflationsraten trüben die Stimmung der deutschen Verbraucher ein. Das ifo-Institut veröffentlichte am Dienstag das aktuelle ifo-Geschäftsklima. Der Index ist zum dritten Mal in Folge gefallen und fiel schlechter aus als von Ökonomen erwartet. Gleichzeitig prognostizierte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) einen Rückgang des Konsumklimas für September, das ist ein Fünfjahrestief. Auch hier gingen Volkswirte von einem schwächeren Wert aus. Die dritte Hiobsbotschaft des Tages kam vom Statistischen Bundesamt. Es bestätigte den Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 0,5 Prozent im zweiten Quartal 2008.
Die GfK prognostiziert für September einen erneuten Rückgang des Konsumklimas. Die konjunkturellen Erwartungen der Verbraucher sanken im August um 13,8 Punkte auf nunmehr minus 20 Punkte. Dies ist der zweite deutliche Rückgang in Folge und der niedrigste Wert der Konjunkturerwartungen seit über vier Jahren.
Erholung des Konsums von vielen Faktoren abhängig
Die Konjunkturängste der Konsumenten führten laut dem Marktforschungsunternehmen zu einem erneuten Einbruch der Konsumstimmung. Zusätzlich sei die Anschaffungsneigung von den nach wie vor hohen Preissteigerungen weiter belastet worden. "Neben der konjunkturellen Entwicklung wird die Erholung des Konsums im kommenden Jahr vor allem davon abhängen, ob die Inflationsrate sinkt und sich wieder der Zwei-Prozent-Marke annähert", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl der Nachrichtenagentur dpa-AFX.
Die konjunkturellen Aussichten sehen allerdings laut ifo Institut alles andere als rosig aus. Der sogenannte ifo-Index zeigt, dass sich auch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im August erneut deutlich eingetrübt hat. Der Geschäftsklimaindex fiel von 97,5 Punkten im Vormonat auf 94,8 Punkte. Das war der tiefste Stand seit gut drei Jahren. "Die deutsche Wirtschaft gerät zunehmend in konjunkturell schwieriges Fahrwasser", bilanzierte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn gegenüber dpa. Auch hier hatten Experten mit einer deutlich geringeren Abwertung gerechnet.
ifo-Index: Frühindikator für Deutschlands Geschäftslage
Das ifo-Geschäftsklima basiert auf rund 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen. Sie werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Das ifo-Geschäftsklima ist der wichtigste Frühindikator für die Stimmung in deutschen Unternehmen.
Der Abwärtsstrudel in die Rezession
Alles in allem düstere Aussichten für die deutsche Wirtschaft? Eher ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt: Zu den Befürchtungen der Konsumenten und Unternehmen tragen auf jeden Fall auch die endgültig vom Statistischen Bundesamt bestätigte Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr bei. Wie ursprünglich gemeldet ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal geschrumpft - wegen rückläufiger Konsumausgaben und geringerer Anlageinvestitionen. Das BIP sei real um 0,5 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.
DAX verliert, Euro gibt nach
Der DAX reagierte auf die neuesten Bekanntgaben mit weiteren Verlusten. Zeitweise verlor der deutsche Leitindex bis auf 6240 Zähler. Bis zum Nachmittag erholte sich der DAX aber wieder bis in die Pluszone. Auch der Euro rutschte zeitweise ab. Gegenüber dem US-Dollar stand die Gemeinschaftswährung am Mittag unter der 1,46-Dollar-Marke.