08.10.2010, 09:43 Uhr | dpa
Durchsuchungen bei Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Dramatische Entwicklung im Fall Thomas Middelhoff: die Bochumer Staatsanwaltschaft hat heute Wohn- und Geschäftsräume des früheren Arcandor-Chefs durchsuchen lassen, um Licht in die Affäre um überhöhte Mieten bei der Warenhauskette Karstadt zu bringen. Parallel dazu ließ die Kölner Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume des Baulöwen Josef Esch durchsuchen, der in dem ebenfalls eine Rolle Fall spielt.
Durchgeführt wurde die Razzia in einer gemeinsamen Aktion der beiden Staatsanwaltschaften, die mit einer groß angelegten Razzia im gesamten Bundesgebiet Licht in gleich mehrere dubiose Wirtschaftsaffären bringen wollen. Dabei waren nach Justizangaben mehr als 260 Ermittler im Einsatz. Die Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft richten sich nach Angaben eines Justizsprechers dabei nicht nur gegen Middelhoff, sondern insgesamt gegen frühere Top-Verantwortliche des inzwischen insolventen Arcandor-Konzerns (Karstadt, Quelle). Ermittelt werde wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit dem Niedergang des Konzerns, sagte der Sprecher.
Die Kölner Staatsanwaltschaft treibt ihre Ermittlungen in einer Reihe von Vermögens-, Korruptions- und Steuerdelikten voran. Ermittelt wird gegen ehemalige Vorstandsmitglieder der Sparkasse Köln/Bonn, durchsucht wurden jedoch auch die Geschäftsräume des umstritten Kölner Baulöwen Josef Esch. Die Josef Esch Fonds Projekt GmbH bestätigte die Durchsuchungen, verweigerte jedoch eine Stellungnahme.
Der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld bestätigte Durchsuchungen in insgesamt 17 Objekten in Köln, Bonn und Troisdorf sowie in Städten in Nord- und Süddeutschland. Das Ermittlungsverfahren werde wegen des Verdachts auf "Vermögens-, Korruptions- und Steuerdelikte" geführt, sagte Feld.
Die Bochumer Strafverfolger ließen verlauten, die beiden Staatsanwaltschaften hätten ihre Durchsuchungsaktionen koordiniert, da es in den Fällen personelle und örtliche Überschneidungen gebe. So war der frühere Arcandor-Chef Middelhoff an Immobilienfonds des Kölner Baulöwen beteiligt, die Gebäude zu außergewöhnlich hohen Mieten an den zu Arcandor gehörenden Karstadt-Konzern verpachtet hatten.
Die Staatsanwaltschaft prüft seit mehreren Monaten, ob der Manager in diesem Zusammenhang darauf verzichtet hat, mögliche Millionenansprüche des Handelskonzerns gegenüber Esch einzuklagen. Middelhoff bestreitet diese Vorwürfe entschieden.
Neben den Mieten war der Unternehmer Esch auch in Zusammenhang mit dem Bau der neuen Nordhallen der Kölnmesse ins Zwielicht geraten. Der Europäische Gerichtshof hatte vor knapp einem Jahr die ohne Ausschreibung erfolgte Vergabe des Bauauftrags an den Oppenheim-Esch-Fonds als Verstoß gegen das europäische Vergaberecht gerügt. Nach Überzeugung der Luxemburger Richter hätte das öffentliche Großprojekt europaweit ausgeschrieben werden müssen.
Anschließende Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Fonds über eine neue Regelung zu den Hallen waren ergebnislos geblieben. Seit zwei Monaten zahlt die Messe nun keine Miete mehr an Oppenheim-Esch, sondern nur noch "Ausgleichszahlungen". Stadtsprecher Gregor Timmer sagte am Donnerstag: "Wir müssen uns gesetzeskonform verhalten, und das schließt die Mietzahlungen nach altem Muster aus."
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Quelle: dpa
-ind schrieb:
am 7. Oktober 2010 um 19:41:22
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middelhoff
Es ist einfach nur erschreckend, wie viel Lumpen in unserer Wirtschaft tätig sind. Und wohl gemerkt, das ist unsere mit
Millionenverträgen ausgestattete Elite. Armes Deutschland. .
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Beobachter schrieb:
am 7. Oktober 2010 um 19:38:42
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Middelhoff
Den Middelhoff sollte man bis an sein Lebensende einsperren!
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Ich bin es nochmal schrieb:
am 7. Oktober 2010 um 19:36:40
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Körpersprache
Hat sich jemand mal das ARCANDOR Foto weiter oben angeschaut? Hand vor dem Mund mit Reiben der Nase. Es ist das typische
Zeichen der Körpersprache, wenn jemand etwas zu verbergen hat und lügt.
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