01.06.2011, 08:58 Uhr | dpa-AFX
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) demonstriert Gelassenheit bei den Spannungen um den geplanten Atomausstieg in Deutschland. Der Klage des größten Kraftwerksbetreibers E.ON gegen die Brennelementesteuer sehe er gelassen entgegen, sagte der Minister der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). "Die Gesetzesbegründung zur Brennstoffsteuer bezieht sich ausdrücklich nicht auf das Thema Laufzeitverlängerung." Es sei gerechtfertigt, dass die Bundesregierung an der Brennelementesteuer festhalte.
E.ON hatte ebenso wie zuvor schon RWE rechtliche Schritte gegen die neue Steuer angekündigt, nachdem sich die Bundesregierung auf einen neuen Fahrplan zum Atomausstieg geeinigt hatte. Der Stromkonzern EnBW hat derweil noch nicht entschieden, ob er klagen wird. "Derzeit steht keine Entscheidung an. Wir werden entscheiden, wenn wir den Steuerbescheid haben", sagte ein Sprecher.
Die Konzerne befürchten Milliardenlasten. E.ON-Chef Johannes Teyssen sagte dazu der "FAZ": "Ich gehe davon aus, dass durch die politisch gewollten Laufzeitverkürzungen und die endgültige Stilllegung von Anlagen ein Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe entsteht." Es könne nicht sein, dass die Eigentümer von E.ON mit ihrem Vermögen für die politischen Entscheidungen geradestehen sollen. Hier sei der Staat mit einem fairen Ausgleich in der Pflicht.
Die Bundesregierung kommt den Energiekonzernen bei dem neuen Ausstiegsplan aber offenbar weiter entgegen als bisher bekannt. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt unter Berufung auf den Gesetzesentwurf für die Novelle des Atomgesetzes: Anders als zuletzt verlautbart sollten die AKW-Betreiber auch die Stromkontingente der sieben vom sofortigen Aus betroffenen Altmeiler auf jüngere Kraftwerke übertragen dürfen.
Ursprünglich war eine solche Regelung nur für die Strommengen des stillgelegten Reaktors Mülheim-Kärlich sowie des Pannenmeilers Krümmel vorgesehen. Nach Berechnungen des Öko-Instituts dürften damit alle verbleibenden neun Kernkraftwerke binnen eines Jahres, nämlich zwischen 2021 und 2022 vom Netz gehen, heißt es in dem Bericht. Die Grünen kritisierten dies scharf. Der Atomausstieg entpuppe sich als "Laufzeitgarantie für Atomkraftwerke", sagte Fraktionschef Jürgen Trittin der Zeitung. "Der Kampf um den endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft wird damit nur vertagt."
Jetzt mit dem Verivox-Stromrechner Anbieter vergleichen, wechseln und Geld sparen!
Strompreisvergleich
Wirtschaftsminister Rösler ergänzte derweil in der "FAZ", möglicherweise werde die Energiewende zu "moderat höheren Kosten für die Bürger und die Wirtschaft führen." Zu den Klagedrohungen fügte er hinzu: "Wenn jemand ein in einem Rechtsstaat verfügbares Rechtsmittel nutzen will, ist dies legitim. Eine andere Frage ist, ob dies von Erfolg gekrönt sein wird."
2,6% Zinsen p.a. auf Ihr Trading-Konto, Cash Back und keine Ordergebühren!
Jetzt im Demokonto testen
Quelle: dpa-AFX , t-online.de
relofi schrieb:
am 22. Juni 2011 um 19:48:36
(0)
(0)
Eon-Klage
viele Tausende von Kleinaktionären, die Ihre Altersrücklage in eon-Aktien
anlegten, haben einen großen Teil ihrer Ersparnisse
durch diese
willkürliche Enteignung verloren.
Mein Vertrauen in die CDU ist weg.
Das Eigentum wird nicht mehr geschützt. Das ist glatter Rechtsbruch!
mehr
Kommentar melden
Lothar schrieb:
am 21. Juni 2011 um 11:54:55
(0)
(0)
eON = internationaler Konzern !!
Unser politischer Jungspund, Dr. med. Rösler, gibt sich gelassen. Wieviele
Prozesse am
Bundesverfassungsgericht hat er in der Vergangenheit denn schon gewonnen? Warten wir einmal ab, ob das BVG an den Fundamenten
unseres "erfolgreichen Wirtschaftssystems" rüttelt . Mit hoher Wahrschein-lichkeit kommt es zu Korrekturen beim Atomausstieg, weil dieser Eingriff in
den wirtschaftlichen Blutkreislauf zu Komplikationen führt - ja führen muß.
mehr
Kommentar melden
MANOMAN schrieb:
am 19. Juni 2011 um 19:09:52
(0)
(0)
Eon & Rösler
Rösler braucht auch keine Angst vor einem velorenen Prozess bzw. vor Milliardenforderungen der Industrie zu haben ! ! Wenn er
zahlen muss , dann ist es nicht sein Geld sondern das der Steuerzahler und damit wird Dieser wieder beschissen ! ! !
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Schwarz-Gelb macht Kehrtwende in der Energiepolitik. zum Video
Das "Desertec"-Projekt: Riesige Spiegel in der Sahara sollen den Strom für Europa liefern. zum Video
Verpatzter Börsenstart ist der Grund für die Sammelklage. zum Video