23.12.2011, 15:40 Uhr | AFP, dpa-AFX
Der Energiekonzern E.ON will in Deutschland rund 6000 Arbeitsplätze streichen. Wie viele Arbeitsplätze über welches Instrument abgebaut werden, lässt sich noch nicht sagen. Das hänge auch davon ab, wie die Mitarbeiter Angebote für ein freiwillige Ausscheiden in Anspruch nehmen, sagte ein Unternehmenssprecher der "Rheinischen Post".
Nach Informationen der Zeitung sollen bis zu 3000 Beschäftigte in den Vorruhestand gehen, bis zu 2500 Beschäftigte in eine Transfergesellschaft wechseln und 500 Stellen durch das Auslaufen befristeter Verträge wegfallen. Bereits im August hatte E.ON-Chef Johannes Teyssen den Abbau von weltweit 11.000 Stellen angekündigt, seitdem wird an den Details gearbeitet. Der Aufsichtsrat muss allerdings noch über die Pläne des Vorstands beraten.
Derweil kommt der Konzern mit seinen Zukaufsplänen in Portugal voran. Der Versorger habe bei dem portugiesischen Energieunternehmen EDP ein verbindliches Angebot für den vom Staat zum Verkauf angebotenen 21-Prozent-Anteil eingereicht, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person. Danach wird das gesamte Unternehmen mit 8,5 Milliarden Euro bewertet.
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Bereits vor einigen Wochen hatte der portugiesische Ministerrat eine sogenannte Shortlist mit vier Unternehmen veröffentlicht, die für den Staatsanteil an dem Unternehmen mitbieten durften. Neben dem Düsseldorfer Konzern gehörten dazu auch die brasilianischen Unternehmen Eletrobras und Cemig sowie Three Gorges aus China.
Die Beteiligung an EDP ist Teil der von E.ON-Chef Teyssen angekündigten Neuausrichtung des Konzerns, die unter anderem stärker auf den Ausbau der erneuerbaren Energien setzt. Mit EDP, das über große Kapazitäten bei Wind- und Wasserkraft verfügt, würde der Energiekonzern nach Einschätzung von Experten mit einem Schlag zum Weltmarktführer bei den Erneuerbaren. Zudem sind die Portugiesen in Brasilien aktiv - auch das kommt den Düsseldorfern gelegen, da sie sich derzeit aktiv auf außereuropäischen Boden umschauen.
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Die Transaktion soll den Kreisen zufolge möglicherweise noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. E.ON gehe davon aus, nicht das höchste Gebot eingereicht zu haben. Die Chinesen könnten den Zukauf als strategisches Investment ansehen und dafür mehr auf den Tisch gelegt haben, sagte die Quelle zu dpa-AFX. Theyssen sei daher zu Zugeständnissen bereit und stelle den Portugiesen für ein Entgegenkommen ihrerseits Investitionen, zum Beispiel in Form von neuen Wind- und Solarprojekten in ihrem Land in Aussicht. Laut "Spiegel" soll ein Teil der für den Zukunftsbereich zuständigen Abteilung im Fall eines erfolgreichen Abschlusses bei EDP angesiedelt werden.
Unterstützung bekommt E.ON von der Bundesregierung. Mit dem Vorgang vertraute Personen sagten der "Financial Times", Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich vor kurzem beim portugiesischen Ministerpräsidenten Pedro Passos Coelho für das Gebot des Konzerns eingesetzt.
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Quelle: AFP , dpa-AFX , t-online.de
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