EADS sieht Probleme beim A400M (Foto: ddp)Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS stellt sich nach einem Zwischenhoch im vergangenen Jahr 2009 bereits wieder auf Turbulenzen ein. Schwierigkeiten machen vor allem die erneuten Verzögerungen beim Militärtransporter A400M, wie das Unternehmen in Oberschleißheim bei München mitteilte. Hinzu kommen steigende Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, sinkende Preise am Markt, steigende Kosten und nicht zuletzt die Wirtschaftskrise. Für 2008 wies der Konzern aber noch gute Umsatz- und Gewinnzahlen aus.#
Die Verspätungen beim A400M könnten 2009 zu hohen Sonderaufwendungen führen, hieß es weiter. Theoretisch hätten die Auftraggeber nun das Recht, den Vertrag zu kündigen. Dann wäre die Rückzahlung der bisher geleisteten Anzahlungen in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro fällig. Dieses Szenario sei aber unwahrscheinlich, betonte EADS. Zunächst werde mit den Kunden über den Zeitplan gesprochen. Das operative Ergebnis vor Einmaleffekten werde 2009 daher wahrscheinlich niedriger ausfallen als 2008.
Auslieferung wohl erst 2012
Airbus kämpft bereits seit längerem mit Schwierigkeiten bei der Produktion des neuen Transportflugzeugs. Unter anderem gibt es Probleme mit der Software zur Triebwerksteuerung. Ende des dritten Quartals hatte das Unternehmen für Verspätungen bei dem Militärtransporter bereits gut 1,75 Milliarden Euro zur Seite gelegt. Die Auslieferung der Maschine klappt voraussichtlich nicht vor 2012. Geplant war ursprünglich Ende 2009.
Kräftiger Gewinn in 2008
Das vergangene Jahr lief allerdings noch gut für EADS. Nach einem Verlust von 446 Millionen Euro wurde wieder ein Gewinn von fast 1,6 Milliarden Euro eingefahren. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Unternehmenswerte und außerordentlichen Posten, bei EADS als EBIT definiert, erreichte 2,8 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 43,3 Milliarden Euro.
Weniger Aufträge
Nach unten zeigte allerdings der Auftragseingang. Er sank im Vergleich zum Vorjahr von knapp 137 auf 99 Milliarden Euro. Dafür bleibt dem Konzern ein dickes Auftragspolster. Mit zuletzt rund 400 Milliarden Euro war es so dick wie noch nie in der Unternehmensgeschichte. Die EADS-Aktie legte im frühen Handel zunächst um 3,9 Prozent auf 10,59 Euro zu, schließlich rutschte sie aber um 2,3 Prozent ab.
Analysten zurückhaltend
Uwe Weinreich, Analyst bei der UniCredit, beließ die Papiere auf "Hold" mit einem Kursziel von 14,00 Euro. Die nüchternen Unternehmensprognosen für 2009 und die Unsicherheiten über die Fortsetzung des A400M-Programm dürften die Stimmung gegenüber dem Titel belasten, schrieb der Experte. Während die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2009 noch gut berechenbar sei, nehme sie für den Zeitraum danach ab. Insgesamt sei das Ergebnis des Luft- und Raumfahrtkonzerns für 2008 zufriedenstellend ausgefallen. Cheuvreux-Analyst Antoine Boivin-Champeaux hielt die Einstufung für EADS auf "Outperform" und das Kursziel auf 18,00 Euro. Die Ergebnisse des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns hätten seine und auch die durchschnittlichen Marktschätzungen auf allen Ebenen klar übertroffen. Die Ziele für 2009 hält der Experte für vernünftig - einzig der Militärtransporter A400M sei weiter ein Risiko.