05.07.2011, 18:45 Uhr | dpa,dapd
Immer mehr Landwirte müssen ihre Ware aufgrund des EHEC-Erregers vernichten. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Die EHEC-Krise hat enorme Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. Nun will die EU helfen und hat vorgeschlagen, 150 Millionen Euro für die Gemüsebauern Europas wegen ihrer Einnahmeausfälle zur Verfügung stellen. Das sagte EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos. Die Agrarminister der 27 EU-Staaten waren in Luxemburg zusammengekommen, um über die Folgen der EHEC-Krise zu beraten.
Für die am meisten betroffenen Produkte, die vom Markt zurückgenommen werden, solle 30 Prozent des Durchschnittspreises aus den vier Vorjahren bezahlt werden, sagte der Kommissar. Abgedeckt werde die Zeit von Ende Mai bis Ende Juni. Der Vorschlag muss noch von den EU-Landwirtschaftsministern angenommen werden. Ob die 150 Millionen Euro benötigt werden würden, werde sich zeigen, sagte Ciolos. "Wir werden die Schätzungen in den kommenden Tagen und Wochen abwarten."
Der Deutsche Bauernverband (DBV) schätzt, dass den Landwirten durch den Ernteausfall täglich bis zu fünf Millionen Euro Einnahmen entgehen. "An einem normalen Tag beträgt der Umsatz bei Gemüse zehn Millionen Euro, derzeit wird es ungefähr die Hälfte sein", sagte ein Sprecher des DBV. Insgesamt beliefen sich die Einbußen bereits auf über 50 Millionen Euro. "Zusätzlich gibt es beim Personal Ausfälle", sagte Heinz Herker, Präsident des Zentralverbands Gartenbau. Teilweise müssten die Betriebe Erntehelfer entlassen oder Personal in den Urlaub schicken. Die Existenz vieler Betriebe sei bereits akut bedroht.
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Die besonders betroffenen Gemüse-Gärtner müssen nach Aussage des Zentralverbands Gartenbau auch für die Entsorgung des Gemüses und teilweise für Tests ihrer Ernte auf den EHEC-Erreger aufkommen. Nach Angaben des Pharmaunternehmens Merck kosten 25 ihrer Schnelltests 500 Euro.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) lehnte nationale Beihilfen für die Gemüsebauern ab. "Das ist ein europäisches Problem, deswegen reden wir über Entschädigungen von EU-Seite", sagte sie in Luxemburg.
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Die Kritik ihrer Kollegen an den als leichtfertig bezeichneten Warnungen vor spanischen Gurken wies sie zurück. "Es gab EHEC-Befunde in den Gurken, das musste gemeldet werden, das sind die europäischen Regeln." Auch der Sprossenverdacht sei gerechtfertigt gewesen. Es habe eine Indizienkette gegeben, die sich zu dem Betrieb in Uelzen habe zurückverfolgen lassen, deshalb müsse man den Warnungen auch nachgehen. "Sicherheit geht vor", sagte die Ministerin. "Es geht um Menschenleben, es geht um schwerwiegende Erkrankungen."
EHEC verursacht deutschlandweit Millionen-Kosten. So beklagen nicht nur Landwirte und Gärtner massive Verluste, auch Krankenhäuser rechnen mit starken Zusatzausgaben. Versicherungsgesellschaften können nach eigenen Angaben die Extrakosten derzeit noch nicht abschätzen.
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Allein die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erwartet Mehrkosten im mehrstelligen Millionenbereich. Vor allem im Norddeutschland rechne er mit zusätzlichen Ausgaben von mehreren 100.000 Euro pro Krankenhaus, sagte DKG-Sprecher Moritz Quiske.
Die zusätzlichen Kosten entstünden vor allem im Personalbereich, durch Ausgaben für die Separation und den Austausch von Blutplasma und die Isolation von Verdachtsfällen. Zudem seien die Kliniken gesetzlich verpflichtet, bei einem starken Anstieg der Fallzahlen den Krankenkassen einen Rabatt pro Patient zu gewähren.
Quelle: t-online.de , dapd , dpa
Ach näää?! schrieb:
am 7. Juni 2011 um 20:29:11
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Bure
Die Bauern sind schon wieder am Stöhnen! Das Geld für die müssen letzendlich mal wieder wir bezahlen. Ich brauch auch ne
Entschädigung. Bei uns zuHause hat die Grippe grossen Schaden verursacht. Die Medikamente waren ja soo teuer. Wenn die Bauern was kriegen, will ich auch was.
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Franz schrieb:
am 7. Juni 2011 um 19:50:53
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Geld
Das sollte die Fleisch-Lobby bezahlen. EHEC kommt aus dem Darm von Schlacht-Tieren.
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BiBa schrieb:
am 7. Juni 2011 um 19:26:27
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Entschädigungen
Da die Ursachen noch nicht bekannt sind, sollte man auch noch keine Entschädigungen zahlen, sonst belohnt man u.U noch die
Verursacher. Damit tun wir uns keinen gefallen. Es darf nicht sein, das die Bauern immer verdienen, egal ob sie verseutes Gemüse prouzieren oder nicht !!
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