02.02.2012, 13:31 Uhr | dapd
Für Millionen gesetzlich Krankenversicherte kann sich der Wechsel zu einer anderen Kasse richtig auszahlen. Seit Jahresbeginn locken viele der fast 150 Krankenkassen mit attraktiven Extras. Von der Zahlung der Haushaltshilfe nach dem Krankenhaus über Osteopathie, Abnehmkurse, Zahnreinigung, Brillen bis hin zu Globuli und alternativen Medikamenten: So manche Kasse erstattet mehr als je zuvor - und mehr als andere. Wer vergleicht und umsteigt, könne bestenfalls viele Hundert Euro im Jahr sparen, erläutert Sabine Baierl-Johna von der Stiftung Warentest.
Seit 2012 lohne es sich wieder, nach interessanten Zusatzleistungen Ausschau zu halten, ermuntert auch Gesundheitsexpertin Anke Kirchner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zum Handeln. Dass die Kassen neuerdings mehr Spielraum bei Extras wie Homöopathie, Reha, Vorsorge oder künstliche Befruchtung haben, liegt am neuen Versorgungsstrukturgesetz der Bundesregierung.
"Jetzt werden verstärkt apothekenpflichtige Rezepte erstattet oder Gesundheitskurse bezahlt", berichtet Kirchner. Der Zusatzbeitrag von monatlich acht Euro, der bald überall abgeschafft sein wird, spiele bei der Kassenwahl keine Rolle mehr.
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Zwar sind nach wie vor etwa 95 Prozent der Kassenausgaben festgeschrieben und damit identisch. Bei den restlichen fünf Prozent, also den freiwilligen Leistungen, gibt es aber jetzt schon große Unterschiede. Sprich: Für den Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent bekommen Patienten bei der einen Kasse spürbar mehr fürs Geld als bei der anderen. Nur: Kaum ein Versicherter weiß davon, wie Baierl-Johna bedauert. Es gibt Kassen, die sogar homöopathische Behandlungen oder professionelle Zahnreinigung in bestimmten Praxen übernehmen.
Teure Ausgaben für apothekenpflichtige Arznei wie Globuli oder alternative chinesische Medizin müssen die Versicherten ebenfalls nicht mehr selbst zahlen. Voraussetzung: Der Arzt hat ein grünes oder ein Privatrezept ausgestellt. Auch andere Kassen bieten Homöopathie als Zusatzleistung an. Oder sie unterstützen Versicherte nach dem Krankenhausaufenthalt mit einer Haushaltshilfe. Vor allem für ältere Alleinstehende könne das eine große Erleichterung sein, sagte Claudia Achenbach von der Unabhängigen Patientenberatung in Dortmund. Bares Geld ist es allemal wert. Viele Patienten könnten es sich gar nicht leisten, für mehrere Wochen eine Hilfskraft zu engagieren.
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"Wer Ausschau hält nach einer neuen Kasse mit geldwerten Extras, sollte sich vorher immer fragen, was ihm wichtig ist", sagt Kirchner. Wer Kinder möchte, für den könnte eine Kostenübernahme bei einer künstlichen Befruchtung wichtiger sein als die Übernahme der professionellen Zahnreinigung. Wer im Familienverbund lebt, braucht womöglich keine Haushaltshilfe bei Krankheit, legt aber Wert darauf, dass seine Kasse die alternative Medizin, einen Diätkurs, die Rückenschule oder die Anleitung zur Raucherentwöhnung zahlt.
Vielreisende sollten sich informieren, welche Kasse die Kosten für die teuren Schutzimpfungen für Auslandsreisen übernimmt, sagt Baierl-Johna. Allein die Immunisierung gegen Hepatitis A und B koste rund 230 Euro. Grundsätzlich gelte aber: Es gibt keine Kasse, die alle Extras abdeckt.
Wer sich von seiner bisherigen Krankenkasse verabschieden will, muss mindestens 18 Monate ihr Mitglied gewesen sein. Dann kann er mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende gehen. Beispiel: Wer Ende Februar kündigt, kann ab 1. Mai bei der neuen "Wunsch"-Kasse versichert werden - ganz gleich, ob noch Behandlungen laufen. Für die neuen Extras gibt es im Übrigen keine Wartefristen. Sie können gleich nach dem Wechsel in Anspruch genommen werden.
Quelle: dapd
Schlaukopp schrieb:
am 3. Februar 2012 um 07:49:22
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Kassenwechsel
Ich werde es so machen wie Erna. In Hartz4 gehen und dann hab ich mit der ganzen Abzockerei nichts mehr am Hut. Wie sagte schon
meine Oma ? Junge sei clever lass andere arbeiten.
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blinker schrieb:
am 2. Februar 2012 um 21:09:47
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Kassenbeiträge
Zuerst einmal spart der normale Arztbesucher garnichts, denn die Kosten für Rezepte und Medikamente sind bei jeder Kasse
gleich. Sinn macht es nur für diejenigen, die alles aus einer KK herausholen. Selbst bei einem Kassenwechsel ist nicht gesagt, daß es in einem Jahr so weiter geht, denn sie handeln auch nur nach Kassenlage. Wohl 95 % der Kassenleistungen sind bei allen Kassen gleich, der Rest variiert je nach Kassen- und Mitgliederlage. Es ist also Vorsicht angebracht.
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Jochen schrieb:
am 2. Februar 2012 um 18:21:02
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Krankenkasse
"Kassenwechsel" lohnt sich wieder. Das ist der Witz des Monats. Wechselnde Horrormeldungen über Riesenverluste, 1 Woche
später Gewinne in Millionenhöhe. Kassen vor der Pleite - Fusionen. Weiß die Berichterstellerin überhaupt was eine gesetzliche Kasse zahlt? Zähne, Brillen, Medikamente, KG., Massagen usw. überall zahlt der Versicherte drauf. Ein Faß ohne Boden. Sie sollten sich überlegen wie sie auf etwas intelligentere Art den Bürger verkohlen möchten.
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