03.09.2010, 12:27 Uhr | apn, AFP, dpa
20. Juli 2000: KarstadtQuelle-Vorstandschef Walter Deuss legt sein Amt nieder. Nachfolger wird der bisherige Chef der Karstadt-Warenhaus AG, Wolfgang Urban.
13. Januar 2001: Karstadt kündigt den Abbau von bis zu 7000 der 52.000 Stellen im Warenhausbereich an.
17. Mai 2004: Vorstandschef Urban muss gehen.
1. Juni 2004: Quelle-Neckermann-Chef Christoph Achenbach übernimmt den Posten.
14. Oktober 2004: Ein Sanierungsplan sieht den sozialverträglichen Abbau von 5500 Stellen und den Verkauf von 77 kleineren Häusern vor.
7. April 2005: Achenbach tritt zurück.
12. Mai 2005: Thomas Middelhoff wird neuer Vorstandschef.
15. Juli 2005: Verkauf der Modekette Wehmeyer.
3. August 2005: KarstadtQuelle trennt sich von 75 kleineren Warenhäusern sowie den Fachmarktketten SinnLeffers und Runners Point.
27. März 2006: KarstadtQuelle verkauft für 4,5 Milliarden Euro seine gesamten Warenhaus-Immobilien. Der Konzern mietet die Gebäude zurück.
22. Dezember 2006: KarstadtQuelle übernimmt für 800 Millionen Euro den 50-Prozent-Anteil der Lufthansa an dem Reiseunternehmen Thomas Cook.
12. Februar 2007: Middelhoff kündigt die Fusion von Thomas Cook mit der Nummer drei in Europa, dem britischen Konkurrenten MyTravel, an.
29. März 2007: Middelhoff setzt die Umbenennung der Konzernholding KarstadtQuelle in Arcandor durch.
12. Dezember 2007: Arcandor trennt sich von seinen verbliebenen Immobilienbeteiligungen und der Versandhaustochter neckermann.de.
15. Dezember 2007: Der Konzern weist für das Geschäftsjahr 2007/2008 einen Verlust von 746 Millionen Euro aus.
12. Februar 2009: Middelhoff verabschiedet sich mit roten Zahlen.
1. März 2009: Der langjährige Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick übernimmt das Ruder.
20. April 2009: Arcandor kündigt ein drastisches Sparprogramm an: Der Konzern will sich auf die profitablen Kernbereiche der Versandhandelstochter Primondo (Quelle), der Touristiktochter Thomas Cook und der Karstadt-Kette konzentrieren. Die Premium-Häuser KaDeWe, Alsterhaus und Oberpollinger sollen verkauft werden.
5. Juni 2009: Arcandor beantragt beim Bund Rettungshilfe in Höhe von 437 Millionen Euro.
8. Juni 2009: Die Bundesregierung lehnt Staatsbürgschaften und Notkredite ab und stellt den Arcandor-Eigentümern ein Ultimatum: Der Bund beteilige sich nur an den Rettungsbemühungen, wenn Arcandor seinen Sanierungsbeitrag deutlich aufstockt.
9. Juni 2009: Arcandor beantragt beim Amtsgericht Essen Insolvenz für Karstadt, Quelle und weitere Unternehmensteile.
1. September 2009: Das Insolvenzverfahren wird eröffnet. Eick geht nach nur sechs Monaten.
7. November 2009: Die Gewerkschaft Ver.di stimmt einem Millionenverzicht der Belegschaft zur Rettung der Warenhauskette zu. Demnach werden die rund 28.000 Karstadt-Beschäftigten bis 31. August 2012 unter anderem auf Urlaubsgeld und Teile des Weihnachtsgeldes verzichten, insgesamt 50 Millionen Euro pro Jahr.
1. Dezember 2009: Der Insolvenzverwalter kündigt die Schließung von 10 der noch 130 Karstadt-Filialen an, darunter die Standorte München und Hannover.
6. Dezember 2009: Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg äußert sich optimistisch zur Zukunft der Warenhauskette. Karstadt schreibe erstmals seit der Insolvenz wieder schwarze Zahlen.
15. März 2010: Der Insolvenzplan für Karstadt, der die Fortführung des Kaufhauses garantieren soll, wird beim Amtsgericht eingereicht. Die Suche nach einem Investor geht damit in die heiße Phase.
12. April 2010: Die Karstadt-Gläubiger geben nahezu einstimmig grünes Licht für den Verkauf der verbliebenen 120 Warenhäuser als Ganzes. Die befürchtete Zerschlagung des Warenhauskonzerns ist damit zunächst vom Tisch.
23. April 2010: Die deutsch-skandinavische Investmentfirma Triton legt ein Kaufangebot vor. Die Offerte sieht den Abbau von mehreren Tausend Jobs sowie eine Kürzung der Mietzahlungen vor.
26. April 2010: Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di lehnt weitere Zugeständnisse der Belegschaft ab.
21. Mai 2010: Der Investor Nicolas Berggruen unterbreitet dem Gläubigerausschuss ein detailliertes Kaufangebot.
23. Mai 2010: Wenige Tage vor Ablauf der Frist für Übernahmeangebote am 28. Mai 2010 taucht ein dritter Kaufinteressent auf: Das Immobilienkonsortium Highstreet, an dem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Mehrheit der Anteile hält, will die 120 Karstadt-Häuser vollständig übernehmen und als Konzern erhalten.
28. Mai 2010: Der Gläubigerausschuss berät in der Hauptverwaltung des Traditionskonzerns in Essen die drei vorliegenden Kaufangebote. Nach mehr als siebenstündigen Gesprächen wird die Entscheidung auf den 7. Juni vertagt.
30. Mai 2010: Dem "Spiegel" zufolge will auch eine Gruppe unter Führung des St. Petersburger Unternehmers Artur Pachomow überraschend 100 Prozent der Karstadt-Geschäftsanteile für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag erwerben.
7. Juni 2010: Der Gläubiger-Ausschuss wählt den Investoren Berggruen als Karststadt-Käufer aus.
8. Juni 2010: Investor Berggruen und Insolvenzverwalter Görg unterzeichnen den Kaufvertrag.
Juni 2010: Das Immobilienkonsortium Highstreet und der neue Karstadt-Käufer Berggruen streiten um die Mieten für die Karstadt-Filialen. Berggruen drängt in den wochenlangen Verhandlungen auf Mietsenkungen.
14. Juli: Karstadt-Käufer Berggruen einigt mit der Valovis-Bank auf Bedingungen für einen Mietvertrag für 53 der von der Warenhauskette genutzten Immobilien.
1. August: Der italienische Handelskonzern Borletti will Karstadt kaufen. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg liegt ein Angebot über 100 Millionen Euro für die insolvente Kaufhauskette vor.
10. August: Neue Frist für Karstadt: Das Essener Insolvenzgericht hat die Entscheidung über die Annahme des Insolvenzplans vertagt. Neuer Termin ist der 3. September.
2. September: Das Immobilienkonsortium Highstreet stimmt Mietsenkungen für die Karstadt-Filialen zu.
3. September: Nach der Einigung von Bergruen mit den Vermietern setzt das Amtsgericht Essen den Insolvenzplan in Kraft. Die Übernahme von Karstadt durch den neuen Investor ist damit perfekt.
Quelle: dpa , AFP , dapd
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