
04.10.2011, 10:30 Uhr | Financial Times Deutschland
Blaumacher: Viele gesunde Arbeitnehmer wollen sich krankmelden (Quelle: imago)
Der nasse Sommer nervt, die Aussicht auf graue Herbsttage drückt die Stimmung zusätzlich. Die Unternehmen verzeichnen erschreckende Ausfallzeiten. Schlimmer noch: Eine Million Deutsche planen, nochmal ganz bewusst "krank zu machen".
Rund eine Million Deutsche - knapp drei Prozent der Arbeitnehmer - haben vor, sich einen Sonderurlaub zu genehmigen, sobald die Tage kürzer werden. Sprich, sie wollen sich krank schreiben lassen, obwohl sie es gar nicht sind. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag des Portals boersennews.de. Weitere zwei Prozent der Beschäftigten hierzulande überlegen zumindest, ein paar Tage auf Krankenschein zu Hause zu bleiben. Damit droht der deutschen Wirtschaft in den nächsten Wochen ein Ausfall von nahezu jeder zwanzigsten Arbeitskraft - und ein volkswirtschaftlicher Schaden bis zu 1,24 Milliarden Euro, wie Experten von boersennews.de berechneten.
Wer die "Auszeit" schon fest geplant hat, ist auch um Gründe dafür nicht verlegen. Ein Drittel der 1000 befragten Beschäftigten will sich in der dunklen Jahreszeit krank schreiben lassen, um sich "einem Konflikt in der Firma zu entziehen". Fast ebenso viele gaben an, dass sie "zu dieser Zeit unabhängig vom Job immer Depressionen bekommen". Dem müsse vorgebeugt werden.
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Etwa ein Fünftel berichtete mit Verweis auf den üblichen Krankenstand, sich krank schreiben lassen zu wollen, "weil es zu dieser Zeit weniger auffällt". Und etwa ein Zehntel gab offen zu, dem Arbeitgeber mit seinem Wegbleiben "eins auswischen" zu wollen.
Die übergroße Mehrheit der Arbeitsunwilligen plant der Erhebung zufolge, mindestens drei Tage zuhause zu bleiben. Mehr als jeder Vierte sieht sich schon für eine Woche auf dem heimischen Sofa. Auffällig ist dabei, dass Beschäftigte mit höherer Ausbildung mehr Skrupel haben, krank zu feiern als solche mit niedrigerem Bildungslevel. Am häufigsten sind die "Blaumacher" unter Arbeitnehmern mit Volks- und Realschulabschluss zu finden.
Arbeitgeber in Ostdeutschland sollten zudem stärker auf den Krankenstand achten - hier ist die Zahl der "Krankfeierer" mit 4,4 Prozent deutlich höher als in Westdeutschland (2,5 Prozent). Auch wer eine besonders junge Belegschaft hat, sollte sich auf mehr Krankheitstage gefasst machen: Unter 30-Jährige sind laut Studie für längere "Sonderurlaube" gern zu haben. Eine frühere Untersuchung von TNS Emnid hatte ergeben, dass vor allem mögliche psychische Probleme, der zunehmende Druck oder Konflikte am Arbeitsplatz die Deutschen dazu treiben, sich vorsätzlich krank schreiben zu lassen.
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Quelle: Financial Times Deutschland
Dagobert schrieb:
am 20. September 2011 um 12:39:25
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eine Million Arbeitnehmer wollen im Herbst krank feiern
Hallo Kraftfahrer, du schreibst, dass du in den letzten 5 Jahren nur einmal krank
warst und beklagst dich, dass niemand dafür dankt.
Warum auch. Sei doch froh, dass du gesund bist und nicht so krank im Kopf wie diese Blaumacher, die sich auf Kosten von uns allen ein ruhigeres Leben machen. Da habe ich doch lieber Eier in der Hose und arbeite für mich und meine Familie. Das hat was mit Stolz, Selbstbewußtsein und Respekt zu tun!
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HANS schrieb:
am 19. September 2011 um 13:42:52
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Polemik
So eine Hochrechung ist unseriös wenn nicht erklärt wird wie die angegebenen Zahlen ermittelt werden. Dann bleibt nur der Eindruck
von reiner Polemik gegen die Erwerbstätigen.
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Kontrolleur schrieb:
am 19. September 2011 um 09:14:04
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Krankspieler
Ich bin über 30 Jahre selbständig und nie krank gewesen und wenn ich krank war, war ich trotzdem da. Dies erwarte ich auch von
meinen Mitarbeitern und wenn ich sehe, daß es wirklich nicht geht, kann ich diese auch selbst nach Hause schicken, wer regelmäßig jährlich fehlt, kann irgendwann gehen, so einfach ist das. Habe alle Mitarbeiter immer gut geimpft, sodaß diese von selbst aktiv werden, wenn ein Kollege meint, krank spielen zu müssen, brauche selbst nicht viel dazu zu sagen.
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