27.07.2010, 17:47 Uhr | bab
In Deutschland erhalten mehr als zwei Millionen Beschäftigte einen Brutto-Stundenlohn von weniger als sechs Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen, die auf Daten des sozio-ökonomischen Panel (SOEP) basiert. Das SOEP ist eine seit 1984 laufende jährliche Befragung von Bürgern, die im Erhebungsjahr 2008 fast 11.000 Haushalte mit mehr als 20.000 Personen umfasste. Schwerpunkte der Befragung sind Haushaltszusammensetzung, Einkommensverläufe, Gesundheit und Lebenszufriedenheit.
In der Analyse der Daten kommt das IAQ zu einem erschreckenden Ergebnis: Im Jahr 2008 arbeiteten mehr als 6,5 Millionen Menschen im Niedriglohnsektor. Sie erhielten weniger als zwei Drittel des mittleren Einkommens. In Westdeutschland sind dies weniger als 9,50 Euro pro Stunde und in Ostdeutschland weniger als 6,87 Euro. Damit zählt jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland zu den Geringverdienern. Mitte der 1990er Jahren betrug ihr Anteil noch 14,7 Prozent. "Das Lohnspektrum in Deutschland franst zunehmend nach unten aus", schreiben die IAQ-Forscher Claudia Weinkopf und Thorsten Kalina. So erhielten im Jahr 2008 rund 830.000 Menschen sogar weniger als ein Drittel des mittleren Einkommens. In Westdeutschland entsprach dies einem Stundenlohn von weniger als 4,75 Euro pro Stunde, im Osten von weniger als 3,42 Euro.
Im internationalen Vergleich spielt Deutschland angesichts dieser Ergebnisse eine Sonderrolle. "Kein anderes Land hat in den vergangenen Jahren eine derartige Zunahme des Niedriglohnsektors und eine Ausdifferenzierung der Löhne nach unten erlebt", halten die Forscher in ihrer Studie fest und kritisieren dabei fehlende Lohuntergrenzen als Hauptursache für diese Entwicklung. Branchenbezogene Untergrenzen gelten nur für einen kleinen Teil der Beschäftigten, dazu liegen die bisher gesetzlich verankerten Lohnuntergrenzen laut den vorliegenden Daten teils deutlich unterhalb der definierten Niedriglohnschwellen.
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Mindestlöhne nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz gibt es derzeit in acht Branchen. Mit der Pflegebranche wird ab dem 1. August eine weitere Branche aufgenommen. Eine vollständige Übersicht finden sie in unserem Ratgeber Mindestlohn. Besonders betroffen sind nach Ansicht der Forscher die Mindestlöhne in der Abfallwirtschaft (8,02 €), in der Gebäudereinigung (8,40 €) und in Großwäschereien (7,65 €). Zudem eröffne das komplizierte Verfahren zur Einführung branchenbezogener Mindestlöhne zahlreiche Optionen zur Blockade und Verzögerung. Erschwerend kommt hinzu, dass die gesetzlichen Mindestlöhne in vielen deutschen Betrieben unterlaufen werden. Zu diesem Ergebnis kommt jedoch nicht die IAQ-Studie, sondern ein Bericht der Bundesregierung.
Als Ergebnis sprechen sich die Forscher deshalb für die Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns aus, wie er in den meisten europäischen Ländern gilt. Positive Effekte erwartet das IAQ von einer solchen Regelung im Bereich der Kaufkraft, aber auch im Bereich der Staatsausgaben. Ein Mindestlohn könnte laut den Ergebnissen dazu beitragen, die Kosten für aufstockende Leistungen (ergänzendes ALG II) zu reduzieren. Damit widersprechen die Forscher klar den Ergebnissen von Institutionen wie dem Münchener ifo-Institut, das seit Jahren vor einem drohenden Verlust von Arbeitsplätzen durch die Einführung eines Mindestlohns warnt. Zuletzt im Februar dieses Jahres.
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Quelle: t-online.de
bücherwurm schrieb:
am 4. August 2010 um 15:30:24
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mini löhne
Selbst ein Mindestlohn deckt nicht die Kosten ,das sich ein Arbeitnehmer selbst unterhalten kann.Geld ist da die Firmen erzelen
satte Gewinne aber für den Sklaven bleibt nur ein Hungerlohn von dem er nicht leben kann.Meine Kinder fragen Mama warum gehst du arbeiten wir können uns nichts leisten?Ich arbeite Vollzeit bin alleinerziehend mit Kindern unter 12 Jahren.Warum werden in D eutschland keine Löhne gezahlt von denen man menschenwürdig leben kann.
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Jochen schrieb:
am 30. Juli 2010 um 10:55:53
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Mindestlöhne
Die Bundesregierung weis dass Mindestlöhne unterlaufen werden,das ist schön,fraglich ist nur was sie dagegen unternimmt.Der
Neogelbe mit seiner Partei ist mit dem Slogan angetreten mehr NETTO vom BRUTTO.Aber erst ab einem Einkommen ab 5.000€ pro Monat.
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Jochen schrieb:
am 30. Juli 2010 um 10:49:22
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Mindestlöhne
Mir soll einmal jemand sagen was bis heute vernüftiges von den Cowbobys gekommen ist.Selbst MC Donald und Coca Cola ist nicht
das Gelbe vom Ei und der Urvater der Jeans Levis war ein Deutscher.Wir sind dabei unser Sozialsystem komplett gegen die Wand zufahren.In einigen Jahren haben wir auch darin amerikansiche Verhältnise,zur Zeit werden Niedirglöhner über Zuschüsse der ARGE aufgestockt,was sehr bald dazu führt,dass Niedriglöhner mehrere Jobs ausüben müssen, genau wie die zukünftigen Rentner.
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