12.05.2011, 09:52 Uhr | FTD, Sabine Meinert
Je nach Bundesland, Branche und Funktion werden Berufsanfänger unterschiedlich bezahlt. (Foto: imago)
Die deutsche Wirtschaft hat sich wieder berappelt und liegt wieder auf Vor-Krisen-Niveau. Davon können auch Berufsanfänger bei ihren Gehaltsverhandlungen profitieren. Je nach Branche gibt es jedoch große Unterschiede.
Der Fachkräftemangel zeigt sich in diesem Jahr noch ausgeprägter als bisher. Nachdem sich die Unternehmen aber 2010 noch zurückhielten mit Einstellungen, wollen sie nun ihre Mannschaften auffüllen, um mit vollen Segeln im Aufschwung mitzusegeln. Und die "Heuer" steigt derzeit, zeigt eine Studie des Karriereportals Alma Mater, die Daten zu Einstellungen in gut 900 Unternehmen zusammenfasst.
Demnach können Hochschulabsolventen großenteils mit rund 40.000 Euro pro Jahr rechnen. In der Forschung und im Einkauf ist sogar mehr drin. Damit bewegen sich die Gehälter für Akademiker wieder auf dem Niveau von vor der Finanzkrise. Wer als Trainee einsteigt, muss jedoch gut verhandeln - zwischen 33.000 und 42.000 Euro liegt hier die Mehrzahl der gezahlten Gehälter. Immerhin: 90 Prozent der befragten Unternehmen plant einen Mitarbeiterzuwachs. Sie wollen sich noch in diesem Jahr mit Berufseinsteigern verstärken.
Die Analyse macht zudem deutlich: Der Einstieg in Großunternehmen lohnt sich. Hier werden bessere Gehälter gezahlt. Zum Teil beträgt die negative Abweichung zum Branchen-Durchschnitt rund 15 Prozent in den kleineren Unternehmen. Den Studienautoren zufolge ist das ein Hinweis darauf, dass größere Firmen ihren Marktwert in der Personalplanung geltend machen und so die besten Nachwuchskräfte für sich gewinnen können.
Doch wie können Klein- und Mittelständler dann überhaupt Fachkräfte für sich gewinnen? Was die Berufseinsteiger deutlich mehr motiviert, einen Job anzunehmen, ist eine spannende Aufgabe und eine ausgewogene Work-Life-Balance. Hier können vor allem Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeiter punkten.
Berufsanfängern bieten sie zudem die Möglichkeit, wertvolle Erfahrung zu sammeln und schneller als in Großkonzernen in verantwortliche Positionen aufzusteigen. Der Karriereschub ist vielen Absolventen deshalb einige Jahre des Zurücksteckens beim Gehalt wert. Laut Alma Mater sind die "Kleinen" außerdem deutlich flexibler in Sachen Vergütung. Sie trauen sich häufig, auch in den folgenden Jahren mit deutlichen Gehaltssprüngen die Entwicklung eines jungen Mitarbeiters zu honorieren.
Eine große Rolle beim Gehalt spielt auch die Branche. Am wenigsten verdienen Einsteiger in Medienunternehmen, in Zeitarbeitsfirmen, im öffentlichen Dienst und in der Dienstleistungsbranche. Auch diejenigen, die ihr Berufsleben im Tourismus beginnen, bekommen häufig keine üppige Vergütung: zwischen 24.000 und 30.000 Euro liegt hier die Mehrzahl der Startgehälter.
Die dicksten Lohntüten bieten Unternehmen im Fahrzeugbau, in der Elektrotechnik und im Maschinenbau. Auch Konsumgüterproduzenten und Chemiekonzerne zahlen gut - mindestens 38.000 Euro pro Jahr, im Schnitt bis knapp 50.000 Euro.
Auffällig ist, dass sich die Gehaltsunterschiede auch in den Funktionen zeigen. So verdient beispielsweise ein Berufseinsteiger in der Fertigung eines Chemieunternehmens im Schnitt 6000 Euro pro Jahr mehr als ein Kommilitone, der im Marketing der gleichen Chemiefirma anheuert. In der Tourismusbranche können die Gehälter eines IT-Mitarbeiters und eines Personalverantwortlichen mehr als 7000 Euro auseinander liegen. In Firmen, die Ingenieurdienstleistungen anbieten, geht ein Neuer in der Fertigung möglicherweise mit gut 31.500 Euro Jahresgehalt nach Hause, während der Berufsanfänger im Vertrieb im Schnitt 52.000 Euro einstreichen kann. Es lohnt sich also, sich über die Vergütungsgepflogenheiten der einzelnen Branchen zu informieren.
Auffällig: Auch das Bundesland spielt eine Rolle. So gehört Schleswig-Holstein zu den Regionen, in denen die höchsten Einstiegsgehälter gezahlt werden, im Schnitt über 41.800 Euro pro Jahr. Auch das Saarland ist neben den üblichen Verdächtigen wie Bayern und Baden-Württemberg weit vorn zu finden. Berlin und Hamburg dümpeln dagegen am Ende des Rankings - mit rund 39.000 Euro. Im Osten wird tendenziell schlechter gezahlt als in westlichen Bundesländern.
Bessere Chancen, ein gutes Gehalt auszuhandeln, haben Diplom- und Master-Absolventen. In mittelständischen Unternehmen (100 bis 999 Mitarbeiter) kann das Plus zum Bachelor-Bewerber rund 2000 Euro ausmachen. In Firmen mit weniger als zehn Mitarbeitern punkten dagegen die Bachelor-Kandidaten. Mit steigender Belegschaftszahl geht der Vorteil jedoch an Absolventen mit Master oder Diplom über. Ob ein Berufseinsteiger den Abschluss einer Uni oder Fachhochschule in der Tasche hat, spielt inzwischen nur noch in den wenigsten Unternehmen eine Rolle. Wo der Unterschied gemacht wird, kann die Gehaltsdifferenz allerdings bis zu 17 Prozent betragen.
Für die Studie befragte das Karriereportal Alma Mater 902 Unternehmen aller Branchen zu Einstiegsgehältern und Mitarbeiternachfrage. Bei den aufgeführten Summen handelt es sich um Jahresbruttogehälter inklusive Prämien und finanziellen Zusatzleistungen wie Urlaubsgeld oder ähnliches.
Quelle: Financial Times Deutschland
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Die 58-jährige Gina Rinehart ist Bergbau-Unternehmerin. zum Video