27.01.2012, 17:16 Uhr | dpa
Dienstleister wie die Schufa bewerten die Bonität. (Quelle: dpa)
Bei Kaufverträgen werden Daten der Käufer oft an Auskunfteien weitergegeben. Firmen nutzen diese Angaben, um die Kreditwürdigkeit neuer Kunden einzuschätzen. Verbraucher sollten daher einen Blick auf ihre Daten haben.
Die bekannteste Auskunftei ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa), weitere sind Creditreform, Bürgel oder Arvato Infoscore. Zu den gespeicherten Daten gehören Name, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Anschriften, aber auch Informationen über Leasingverträge, das Girokonto, die Kreditkarte, Verträge bei Telekommunikationsanbietern oder Kundenkonten beim Handel. Zudem werten Auskunfteien Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte aus, und sie erfassen private Insolvenzverfahren. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert, da einige Angaben nach vorgegebenen Zeiträumen gelöscht werden müssen.
Einmal im Jahr kann jeder Mensch eine kostenlose Auskunft über seine Daten verlangen - und zwar bei jeder einzelnen Auskunftei. "Dieses Recht sollte man nutzen", rät Dieter Korczak, Leiter der GP Forschungsgruppe in München. Der Wissenschaftler untersuchte mehrmals, wie zuverlässig Auskunfteien mit den Daten umgehen. "Dabei haben wir festgestellt, dass die gespeicherten Daten oft veraltet oder fehlerhaft sind. Kredite etwa waren noch aufgeführt, die längst abgelaufen und getilgt waren." Daher sollten Verbraucher ihre Daten genau prüfen und bei fehlerhaften Meldungen schriftlich auf Korrektur bei der Auskunftei bestehen.
Sie suchen einen neuen Job? Finden Sie den passenden Job aus fast 60.000 Stellenangeboten. Jobsuche starten
Von Vorteil ist es dabei immer, jede Kommunikation mit Unternehmen schriftlich vorliegen zu haben, Belege aufzuheben und klar auf Forderungen eines Unternehmens zu reagieren. "Wenn man sich mit einem Unternehmen um falsche Rechnungen streitet oder Forderungen kommen, die man nicht nachvollziehen kann, sollte man das sofort schriftlich festhalten", rät Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. "Zusätzlich sollte man schriftlich klar widersprechen." Denn wenn man nicht reagiert, kann nach zweimaliger Mahnung ein negativer Eintrag bei einer Auskunftei folgen. Das mindert die Bonität.
Das ist es, was die meisten Menschen eigentlich unter einem "Schufa-Eintrag" verstehen. "Tatsächlich haben 91,3 Prozent der Personen im Schufa-Datenbestand ausschließlich positive Daten", sagt Andreas Lehmann von der Schufa. Kein Anlass, um sorglos zu sein, warnt Pauli. Verbraucher sollten ihre Daten auch abfragen, wenn sie sich immer redlich verhalten - zu hoch sei die Fehlerquote der Daten.
Der Newsletter bietet Ihnen die wichtigsten Meldungen aus der Welt von Wirtschaft und Geldanlage werktags kostenlos per E-Mail. Jetzt abonnieren!
Für die Kunden der Auskunfteien - darunter sind Banken, Versandhändler, Kaufhäuser oder Telekommunikationsunternehmen - sind die Daten eine wichtige Basis. Denn so können sie sich ein Bild davon machen, wie das Zahlungsverhalten eines neuen Kunden bislang aussah. Dafür bedienen sie sich eines Scores. Dieser Prozentwert zwischen 1 und 100 wird aus den gesammelten Daten mittels mathematisch-statistischer Verfahren berechnet. Der Zweck: Der Score soll die Wahrscheinlichkeit zeigen, wie verlässlich ein Kunde einen Kredit zurückzahlen wird. Mit diesem automatisierten Scoring soll die Kreditentscheidung schneller, objektiver und kostengünstiger sein.
Ein höchst umstrittenes Verfahren. "Es ist nicht bekannt und damit nicht nachvollziehbar, wie aus den Daten mit welcher Gewichtung der Score berechnet wird", kritisiert Korczak die mangelnde Transparenz. Die Auskunfteien verweisen dagegen auf ihr Geschäftsgeheimnis.
"Menschen haben immer wieder Ärger wegen eines Scores", ergänzt Pauli. Ein schlechter Score könne zum Beispiel bedeuten, dass derjenige zwar einen Kredit bekomme, aber zu schlechteren Bedingungen. Auch räumt die Bank eventuell keinen Dispokredit ein.
"Verbraucher sollten sich bei der Auskunft über ihre Daten auch ihren Score-Wert geben lassen", empfiehlt Korczak. "Liegt er unter 95, sollte man nachfragen, wie er zustande kommt." Zudem errechnen viele Banken zusätzlich ihre eigenen Scores und nehmen diese zum Score-Wert der Auskunftei hinzu. Daher sei ihr Score bei einer Kreditvergabe eben nur ein Element von vielen, argumentieren die Auskunfteien. "Es fließt auch die eigene Erfahrung eines Kreditinstituts mit dem Kreditnehmer ein, außerdem Informationen über Einkommen, Vermögen oder Sicherheiten wie Immobilien. Solche Daten werden definitiv nicht von der Schufa gespeichert", sagt Lehmann.
Der Score sei daher völlig überflüssig, hält Korczak entgegen und wird von Verbraucherschützer Pauli unterstützt: "Wir beobachten, dass der Score starken Einfluss auf Entscheidungen haben kann. Dabei sollte er im besten Fall nur ein Schnelltest sein." Daher ist es nicht nur ratsam, dem Tipp von Lehmann zu folgen: "Zahlen Sie Raten immer pünktlich, und gleichen Sie im Falle des Verzuges sofort aus." Man sollte es auch mit Dieter Korczak halten: "Geben Sie nur die Daten von sich heraus, die wirklich nötig sind. Seien Sie ein Datenminimalist."
Quelle: dpa
Schuldenberater schrieb:
am 10. Mai 2012 um 18:10:20
(1)
(0)
Daten löschen
Liebe Doris Köhler,
ob Sie ausgetragen sind odr nicht interessiert heute keinen mehr. Glauben sie wirklich, dass wenn sie auf
dem Papier gelöscht sind wieder sauber zu sein. Das Netz verliert keinen. Und wen da mal falsche auskünfte erscheinen war das eben ein EDV Fehler. Liebe Döris, finden Sie sich damit ab " Sie sind schon tot" zumindest finanztechnisch.
mehr
Kommentar melden
Ex Banker schrieb:
am 10. Mai 2012 um 18:06:19
(1)
(0)
Schufa
Die Schufa ist heute nur noch ein Feigenblatt für Banken. Im Zuge des Internet ist jeder gelistet, auch bei Versandhändlern Tellefon
oder Energieanbietern. Und wer glaubt das er nach 7 Jahren, auch bei einer Privatinsolvenz wieder die Enten fliegen lassen zu können ist ein Träumer. Jemand der einmal in den Fängen der Kreditwirtscaft ist kommt da nie mehr raus. Dafür sorgen schon Inkassobüros. Die zocken ab, was das Zeug hält. Wenn man pleite ist schmeißt die Bank einen auch nach 50 jahren raus.
mehr
Kommentar melden
Anke schrieb:
am 4. Mai 2012 um 10:53:35
(3)
(0)
Schufa
Sobald ein Unternehmen in Norwegen bei der Schufa anfragt, bekommt die betreffende Person ein entsprechendes Schreiben. Dort ist genau
angegeben, wer und wann angefragt hat, sowie welche Auskünfte gegeben wurden. Somit kann sich jeder gegen unberechtigte Nachfragen/Auskünfte wehren.
Warum das in dem hochtechnisierten Deutschland nicht auch so gemacht wird, sollte den Menschen zu Denken geben.....
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Die 58-jährige Gina Rinehart ist Bergbau-Unternehmerin. zum Video