14.11.2007, 16:59 Uhr | AFP / T-Online
Ladendieb beim Klauen (Foto: ddp) In Deutschland gehen dem Einzelhandel laut einer weltweiten Studie durch Ladendiebstahl jährlich Milliarden Euro verloren. „Kleinvieh macht auch Mist“ ist dabei offensichtlich das Motto der Langfinger. Denn in der Regel konzentrieren sich die Diebe auf kleine und teure Produkte, wie etwa Damenbekleidung und Kosmetika.
Fast fünf Milliarden Euro Verlust durch Warenschwund
Die Studie wurde vom britischen Center for Retail Research in Zusammenarbeit mit dem in Heppenheim ansässigen Sicherheitsausrüster Checkpoint Systems erstellt. Die Untersuchung ist nach eigenen Angaben die größte Studie zur Kriminalität im Einzelhandel Dafür wurden Daten aus 25 europäischen Ländern sowie sieben weiteren Staaten in Nordamerika und Fernost untersucht. Allein den deutschen Einzelhandel kosteten Kundendiebstähle zwischen Juli 2006 und Juni 2007 etwa 2,7 Milliarden Euro. Rund 1,2 Milliarden Euro gehen den Einzelhändlern zudem wegen des Diebstahls durch eigene Mitarbeiter verloren. Rund 330.000 Euro kommen bei Diebstählen durch Lieferanten abhanden. Zusammen mit Verlusten durch interne Fehler haben die Einzelhändler in Deutschland demnach einen Schwund von 4,9 Milliarden Euro jährlich.
In Österreich wird am wenigsten geklaut
Der gesamte Schwund durch Diebstähle und interne Fehler macht hierzulande rund 1,1 Prozent des Umsatzes aus. Unter 32 untersuchten Ländern kommt Deutschland damit auf den vierten Platz. Weniger Schwund gibt es nur in Österreich (0,94 Prozent), der Schweiz (0,96 Prozent) und in Island (1,0 Prozent). Am meisten komme durch Diebstahl und Fehler in Tschechien (1,41 Prozent) und den baltischen Staaten abhanden (1,41 Prozent). Europaweit verursache der Gesamte Schwund an Waren einen Schaden von rund 30 Milliarden Euro.
Kleine Produkte besonders „gefragt“
Im Untersuchungszeitraum seien europaweit rund 3,5 Millionen Ladendiebe überführt worden, heißt es in der Studie weiter. Rund 98 Prozent davon seien Kunden gewesen, knapp zwei Prozent Mitarbeiter. Im Schnitt habe jeder erwischte Kunde dabei Waren im Wert von 82 Euro gestohlen. Bei den Mitarbeitern wird es ungleich teurer. Dort schlug jeder Diebstahl mit knapp 3800 Euro zu Buche. Besonders beliebt sind bei Ladendieben vor allem kleine und teure Produkte: Die beliebtesten Gegenstände waren Weine und Spirituosen, Kosmetika, Damenbekleidung, Parfums, Rasierklingen sowie DVDs und CDs.
Quelle: t-online.de
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