Wegen der Krise wird ein schwächeres Weihnachtsgeschäft erwartet (Foto: dpa)Das Weihnachtsgeschäft in Deutschland kommt langsam in Fahrt. Nach einer ruhigen Woche kamen am ersten Adventswochenende viele Kunden in die Geschäfte und kauften erste Weihnachtsgeschenke, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilte. Neben der üblichen Weihnachtsdekoration seien vor allem klassische Geschenkartikel wie Schmuck, Bücher und Spielzeug in die Einkaufskörbe gewandert, sagte Verbandssprecher Hubertus Pellengahr am Sonntag in Berlin.
Die Branche erwartet angesichts der gedämpften Wirtschaftserholung etwas schwächere Umsätze als im vergangenen Jahr. Trotzdem rechnet Pellengahr damit, dass das Geschäft in den kommenden Wochen weiter in Schwung kommt. Die letzten Jahre hätten gezeigt, dass das Weihnachtsgeschäft immer später startet. Um den Einzelhandel zu unterstützen, warb der Handelsverband für Gratis-Tickets in Bussen und Bahnen: "Die Kommunen sollten den Weihnachtsmann auf die Schiene setzen und den Verbrauchern an den Adventswochenenden die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ermöglichen", forderte Pellengahr.
Verbraucher wollen sich erst informieren
Viele Kunden nutzten das erste Adventswochenende in den festlich geschmückten Innenstädten, um sich zunächst über die Angebote zu informieren. In den Städten Nordrhein-Westfalens war die Stimmung positiv. "Ein guter Anfang, wenngleich der erste Samstag nie der umsatzstärkste ist", sagte Rainer Gallus vom Rheinischen Einzelhandelsverband. Das größte Interesse gelte zu Weihnachten Uhren und Schmuck sowie Kosmetikartikeln, Büchern und Kalendern.
Im Südwesten lief das Geschäft am ersten Adventssamstag unterschiedlich stark an. Die Menschen reagierten in einzelnen Städten noch etwas verhalten, sagte die Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Baden-Württemberg, Sabine Hagmann. Spielwaren seien gut gelaufen, Elektrowaren ebenso. Darunter waren ganz besonders Flachbildschirme gefragt. Auch Espressomaschinen fanden reißenden Absatz. Zurückhaltend waren die Kunden bei der Bekleidung. "Dem Weihnachtsmann ist es offensichtlich noch zu warm", sagte Hagmann.
Warten auf den Winter
Der Handel hofft, dass mit dem Advent auch der Winter einkehrt. "Ich wünsche mir Minusgrade und Schneeflocken, das steigert die Kauflust", sagte Bernd Ohlmann, Sprecher des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels. Bei den Geschenken setzte sich der Trend zum Gutschein fort. "Ein Viertel aller Geschenke liegt mittlerweile als Geld oder Gutschein unterm Weihnachtsbaum."