
07.12.2010, 13:59 Uhr | Financial Times Deutschland
Empire State Building: Sanierung spart ein Drittel Energie ein (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Generalüberholung soll dem Wahrzeichen New Yorks neues Prestige verleihen. Das neu installierte Energiesystem könnte Vorreiter für die ganze schlecht isolierte Metropole werden.
102 Stockwerke über dem Boden liegt die vielleicht berühmteste Aussichtsplattform der Welt. Hier oben trafen sich schon Tom Hanks und Meg Ryan in "Schlaflos in Seattle" zum ersten Rendezvous. 110 Millionen Besucher haben von hier aus bereits hinuntergelinst. Der Ausblick gehört zum Empire State Building wie die Freiheitsstatue zu New York. Das Herz des Wolkenkratzers aber schlägt im Keller - und es schlägt grün.
Seit Kurzem arbeitet dort unten das größte Energiemanagementsystem, das je in einem Gebäude installiert wurde. Die Anlage gehört zum millionenschweren Sanierungskonzept, das das New Yorker Wahrzeichen nicht nur fit fürs Nachhaltigkeitszeitalter machen soll. Es soll ihm auch wieder dringend benötigten Glanz verleihen.
"Wir haben alles auseinandergenommen und es neu zusammengesetzt", sagt Paul Rode von Johnson Controls, der das ehrgeizige Bauprojekt leitete. Das war auch nötig: Als der 381 Meter hohe Wolkenkratzer 1930 gebaut wurde, befand sich das Land mitten in der Depression. Der Prestigebau sollte der Nation neue Zuversicht schenken - die Energiebilanz war da eher nebensächlich: Zwölf Millionen Kilowatt verschlingt das Empire State Building Jahr für Jahr.
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Um das zu ändern, verpassten Rode und seine Mannschaft daher 5400 Fenstern eine zusätzliche Scheibe und füllten zwischen die Fenster ein spezielles Kryptongas. Das sorgt dafür, dass es im Winter warm und im Sommer kühl bleibt. Wände und Lüftungssysteme wurden isoliert und erneuert, wo nicht gearbeitet wird, schaltet sich das Licht aus. Ein Sensor am Schreibtisch erkennt, ob gerade jemand arbeitet. Wenn nicht, schalten sich die elektronischen Geräte am Platz automatisch ab.
Um den Energieverbrauch noch weiter zu senken, hat sich Rodes Team ein Anreizsystem ausgedacht: Der Computer im Keller vergleicht andauernd die Büros miteinander und stellt die Werte im Intranet online - Anwaltsfirmen kämpfen mit Anwaltsfirmen, Buchhaltungen mit Buchhaltungen um Platz eins der Energieliga im Haus.
15 Monate hat die Grundsanierung gedauert, bis jetzt sind 30 Prozent der Büros energetisch umgekrempelt. In zwei bis drei Jahren, so Rode, werden alle 300 Mieter im Empire State Building grün arbeiten. Dann wird der Energieverbrauch um satte 36 Prozent sinken. Mehr als 100.000 Tonnen an Emissionen sollen so in den nächsten 15 Jahren eingespart werden - das entspricht dem CO2-Ausstoß von 20.000 Autos. Für die Mieter bedeutet das Einsparungen von 4,4 Millionen Dollar pro Jahr. "Nach etwas mehr als drei Jahren hat sich die Investition rentiert", sagt Rode. Sollten die Ersparnisse unter den Erwartungen liegen, zahlt sein Bauunternehmen die Differenz.
Für die Gesellschaft von Eigentümer Tony Malkin hat sich das Projekt allerdings schon jetzt gelohnt: Vor zwei Jahren war die einstige Ikone der Moderne nur noch ein Schatten ihrer selbst: veraltete, schmucklose Büros, die zu Dumpingpreisen an kleine Firmen vermietet wurden oder leer standen. Aber obwohl die Quadratmeterpreise nun höher sind, gibt es mehr Mieter im Haus als vor der Sanierung.
Denn die meisten Bürogebäude in New York sind katastrophal isoliert - die Eigentümer können die Energiekosten ja einfach an die Mieter weitergeben. Die Gebäude fressen rund 80 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der Metropole. Möglicherweise macht das Beispiel des Empire State Building in den kommenden Jahre Schule. Aber bis dahin hat der Wolkenkratzer endlich wieder das, was es in einer Stadt wie New York braucht: ein Alleinstellungsmerkmal.
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Quelle: Financial Times Deutschland
HKLSEWD schrieb:
am 7. Dezember 2010 um 10:41:07
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Energieverbrauch
12 Millionen KW ?
Energie-Verbrauchswerte werden in kwh angegeben.
Interessant wäre dann noch die Unterteilung in
Stromverbrauch
und Energieverbrauch zur Heizung und Klimatisierung (Gas, Öl, Strom)?
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sieboh schrieb:
am 7. Dezember 2010 um 10:29:21
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@Levitian
Ich bin nicht niemand. Natürlich interssiere ich mich(so wie viele andere auch) für solche Projekte.
Diese Aussage ist wieder
typisch für jemand der nur seine eigenen Interessen kennt oder der sich nur
mit der Negativberichterstattung befasst.
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Bjoern schrieb:
am 7. Dezember 2010 um 10:00:10
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Stromverbrauch
Also den Stromverbrauch von 12 Millionen Watt für 300 Mieter finde ich einzigartig. Wie will man da noch effizienter
werden?
Ich brauche ja für meine Wohnung schon 2 Millionen Watt.
Anmerkung der Redaktion: Danke, korrigiert. ;-)
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