07.12.2011, 13:50 Uhr | Financial Times Deutschland
CO2-Zertifikate haben angesichts trüber Konjunkturaussichten erheblich an Wert verloren - bei künftigen Versteigerungen dürften die Einnahmen für den Bund niedriger ausfallen als erhofft. Nach der Brennelementesteuer bricht eine weitere Quelle für die Finanzierung der Energiewende weg.
Der Bundesregierung droht ein Milliardenloch im neuen Klimafonds: Wegen der trüben Konjunkturaussichten ist der Preis für jetzige und künftige CO2-Verschmutzungsrechte in den letzten Monaten um etwa ein Drittel gefallen. Bei künftigen Versteigerungen dürfte Berlin daher deutlich weniger als die 10,5 Milliarden Euro einnehmen, die für die nächsten vier Jahre eingeplant sind.
"Sollte der Zertifikatspreis auf dem derzeit sehr niedrigen Niveau verharren, würde dies gegenüber der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes zu Mindereinnahmen beim Energie- und Klimafonds von etwa einem Drittel führen", antwortete Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche im Parlament auf eine Frage der Grünen.
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Damit zeichnet sich neues Ungemach beim Energie- und Klimafonds ab. Dieser erst vor Kurzem modifizierte Fonds soll die Energiewende weg von Kohle und Atom hin zu Erneuerbaren finanzieren und dabei unter anderem Gebäudesanierungen, die Elektromobilitätsinitiative des Bundes und sauberen Strom fördern. Ursprünglich sollte der Fonds mit Einnahmen aus der Brennelementesteuer gespeist werden. Nach dem Atomausstieg setzt die Regierung nun allein auf CO2-Zertifikate.
Doch diese schwächeln. Der Zertifikatspreis liegt derzeit unter zehn Euro pro Tonne Kohlendioxid. Auch die Futures für das Jahr 2013 liegen nur bei etwas mehr als elf Euro. Der Bund war jedoch bei seinen Planungen von 17 Euro pro Tonne ausgegangen. Sollte es zu Mindereinnahmen im Klimafonds kommen, muss der Bundeshaushalt einspringen. Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn fordert daher: "Die laschen EU-Klimaziele erfüllen sich in der Krise fast von selbst. Die Politik müsste jetzt durch eine Verknappung der Emissionsrechte und einen CO2-Mindestpreis gegensteuern." Beides lehnt die Bundesregierung bislang ab.
Zweifel am Energiewende-Konzept der Bundesregierung weckten am Montag auch ungünstige Zahlen zur Entwicklung der Energieeffizienz. Im vergangenen Jahr gab es dabei laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) praktisch keinen Fortschritt. Der Energieverbrauch pro 1000 Euro Wirtschaftsleistung verharrte bei 6,2 Gigajoule, teilte die AGEB mit.
Nach dem Konzept der Bundesregierung soll dieser Wert bis 2050 jährlich um 2,5 Prozent steigen. Der Energieverbrauch würde damit langfristig halbiert. Das Ziel ist jedoch äußerst ambitioniert: Die durchschnittliche Verbesserung der letzten 20 Jahre lag jährlich bei lediglich 1,62 Prozent - trotz der Effizienzgewinne durch den Zusammenbruch der maroden DDR-Wirtschaft.
Quelle: Financial Times Deutschland
mp schrieb:
am 15. November 2011 um 19:19:38
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Atomstrom
Wenn hier so manche Atomkraft-Befürworter selbst bei Kommentaren zum Strom sparen ihren Daumen runter halten, darf man sich über
deren Glaubwürdigkeit Gedanken machen. Wie man es dreht und wendet. Es ist ein Fakt: Die Atomkraft gilt seit Jahrzehnten als vorübergehende Brückentechnologie. Wer in dieser Zeit nichts neues entwickeln wollte, darf nun nicht überrascht sein. Auch in 20 Jahren wäre diese Pseudo-Überraschung dieselbe.
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rein schrieb:
am 15. November 2011 um 19:00:44
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AKW nee
Ich bim kein AKW Befürworter,aber ein sofortiger Ausstieg schafft neue Probleme.Wer keine Ahnung in Bezug der EEG Förderung
hat,möge schweigen.Die hohen Vergüt. für EEG führen dazu,das
ein neues Sterben in der Landwirtschaft u.somit der Nahrungsmittelprod.begonnen hat Folge von expl.Landpreisen Dank.staat.garant.
Einspvg,hohe Gewässerbel.durch Maismonokult.Neiin ihr mil.A.Gegner,
mit EEG kriegt ihr keine heile Welt,sondern irgend.nichts mehr zu essen.
Ich habe dies. neuen Wahns.vor der Tür
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Timo schrieb:
am 15. November 2011 um 18:51:18
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@Raumenergie
Tolle Sache nur hat weder die Energiewirtschaft noch die Politik Interesse daran, das publik zu machen. Denk einmal darüber
nach wieviele Steuern ausfallen und wie hoch die Verluste der Unternehmen wären, wenn man die Energiewende schaffen will u auf viele Stromtrassen verzichten, müsste dies weiter verfolgt u in Serienreife gehen.
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