05.08.2011, 16:23 Uhr | dapd
Kohlekraftwerke in Datteln (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Die Bundesnetzagentur dringt auf längere Laufzeiten für die alten Kohlekraftwerke in Datteln und Herne. In einem Brief an die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bat Agenturchef Matthias Kurth die Landesregierung um ein Gespräch zu der bislang geplanten Abschaltung Ende 2012, wie Regierungssprecher Thomas Breustedt sagte.
Der Regierungssprecher bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland" und fügte hinzu, man werde dem Gesprächswunsch der Netzagentur nachkommen. Die Landesregierung liegt derzeit allerdings im Clinch mit dem Energiekonzern E.ON, dem Betreiber der Kraftwerksblöcke I bis III in Datteln und des Kraftwerks Shamrock in Herne. Weder das Unternehmen noch das in der Debatte um einen Weiterbetrieb federführende Umweltministerium in Düsseldorf wollte sich zu dem Schreiben der Netzagentur äußern.
Die Zeitung schrieb, dass neue Kohlekraftwerke die Lücke der acht abgeschalteten Atomkraftwerke nicht so schnell füllen könnten wie erhofft. Probleme beim Bau von Druckkesseln führten dazu, dass die Kraftwerke Walsum, Moorburg, Boxberg und Wilhelmshaven mit zusammen 3000 Megawatt Leistung voraussichtlich anderthalb bis zwei Jahre später ans Netz gingen. Die Netzagentur halte die Gefahr von Stromengpässen im kommenden Winter für dramatisch.
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In einem internen Vermerk aus dem Umweltministerium, der der Nachrichtenagentur dapd vorliegt, heißt es, das Anliegen der Netzagentur sei aus netztechnischer Sicht "nicht nachvollziehbar". Die Kraftwerksblöcke I bis III in Datteln dienten ausschließlich der Erzeugung von Bahnstrom mit einer Frequenz von 16,66 Hertz. Für die Einspeisung ins öffentliche Netz mit einer Frequenz von 50 Hertz ist der Strom demnach nicht geeignet.
Dementsprechend heißt es in einem Bericht der Landesregierung für den Wirtschaftsausschuss von Mitte Juli, Auswirkungen auf die allgemeine Stromversorgung habe eine Abschaltung von Datteln nicht. Ein E.ON-Sprecher bestätigte, dass kein Strom für das öffentliche Netz produziert werde. Datteln und Shamrock lieferten jedoch Fernwärme.
In dem Bericht der Landesregierung heißt es dazu, dass ein Weiterbetrieb der alten Blöcke "über 2012 hinaus unter bestimmten Voraussetzungen geduldet werden kann", etwa wenn es zu Engpässen bei der Versorgung mit Bahnstrom oder Fernwärme komme.
Im Gegenzug müsse sich E.ON "um eine zügige Realisierung von Alternativen" bemühen, oder es müsse absehbar sein, dass Datteln IV doch realisiert werde, heißt es in dem internen Vermerk.
Ein Weiterbetrieb würde den bisherigen Bestrebungen der Landesregierung zuwiderlaufen, die alten Kraftwerksblöcke Ende 2012 stillzulegen. Derzeit klagt E.ON gegen eine Anordnung der Bezirksregierung Münster, die einen Widerruf der Erklärung des Betreibers zur Stilllegung nicht akzeptiert hatte.
Der Energiekonzern hatte mit Blick auf den geplanten Bau eines neuen Kohlekraftwerks im Jahr 2006 erklärt, die alten Blöcke Ende 2012 stilllegen zu wollen. Weil sich die Fertigstellung des umstrittenen neuen Kraftwerks aus juristischen Gründen verzögert, will der Konzern das Altkraftwerk nun über das Jahr 2012 hinaus weiter betreiben.
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Quelle: dapd
Arthur schrieb:
am 8. August 2011 um 09:31:02
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Bauverzögerungen
Sollte es im Winter Engpässe in der Stromversorgung geben, werden die Politiker automatisch von Befehlshabern zu
Bittstellern bei den Konzernen der Stromversorgung. Eine wegen Energiemangel behinderte Industrie wird der Politik entsprechend auf die Füsse treten. Wetten dass ... ?
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n8mare schrieb:
am 7. August 2011 um 10:44:24
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Mein Gott!...
...dann tut doch den Ökospinnern endlich einmal den Gefallen und schaltet alle "Nicht-Öko" Kraftwerke ab. DIE
nächsten Wahlergebnisse möchte ich erleben !!! Auf ..auf zum braunen Gesocks!!!
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Kernie schrieb:
am 6. August 2011 um 17:03:08
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Stromengpässe
Ist doch klar, wer Schuld sein wird an Stromausfallen, an Kostensteigerungen. Die "Strommafia". Die Öko-Mafia"
wird es behaupten und die Regierenden von Grün über Rot bis Schwarz werden bedenklich mit dem Kopf nicken, oder lauthals "Verrat" brüllen...
Ein Konzern beginnt Konsequenzen zu ziehen. E.on zieht sich aus D zurück, baut hier Verwaltungsstandorte ab, die anderen werden folgen. Ist gut? Das können nur die dümmsten Kälber glauben. Die wählen ihre Schlächter nämlich selb
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