27.01.2012, 15:58 Uhr
Bohrinsel (Foto: dpa)Erdöl ist in der heutigen modernen Industriegesellschaft einer der wichtigsten Rohstoffe überhaupt. Wegen seines flüssigen Aggregatzustandes ist Erdöl relativ einfach und kostengünstig zu fördern, zu transportieren und zu lagern. Es wird in Raffinerien verarbeitet und kann ohne größeren Aufwand an Energie und Kosten in verschiedene Produkte zerlegt und in unterschiedlichen Bereichen zielgerichtet eingesetzt werden.
Das hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen in Form von lipophilen Stoffgemischen bestehende Naturprodukt Erdöl kommt in den Gesteinen der Erdkruste vor. Es beschränkt sich dabei weitgehend auf jene Gesteine, die aus Meeresalgenablagerungen entstanden sind und die in der Fachsprache als Sedimentgesteine bezeichnet werden. Daneben kommen in der Natur jedoch auch Erdölfelder in Gesteinen von kontinentalem oder aber von Süßwasserursprung vor. In anderen Gesteinen der Erdkruste - den sogenannten Tiefen- oder Ergussgesteinen - sind Erdölvorkommen dagegen außerordentlich selten beziehungsweise nur dort möglich, wo eine enger Kontakt mit Sedimentgesteinen besteht.
Die Favoritenrolle von Rohöl als Energieträger hat ihre Ursachen auch darin, dass es über eine höhere Energiedichte (Energieinhalt, bezogen auf Volumen oder Gewicht) als alle anderen konkurrierenden Primärenergieträger verfügt.
In den vergangenen Jahrzehnten sind die auf dem Globus nach- gewiesenen Ölreserven immer stärker nach oben korrigiert worden. Ging man im Jahr 1985 noch von weltweiten Reserven in Höhe von 770 Milliarden Barrel aus, so ist diese Zahl durch neue Technologien in der Gewinnung, auf 1200 Milliarden in 2000 gestiegen. Die große Bedeutung dieses Rohstoffs ist nicht zuletzt daran zu erkennen, dass die Preistrends keine anderen Rohstoffs weltweit in der breiten Öffentlichkeit so große Beachtung finden wie die des Erdöls und der aus ihm abgeleiteten Produkte, der Öl-Derivate wie Heizöl, Benzin oder Kerosin. Die Preise dieses fossilen Energieträgers sind auch für die Notenbanken und die führenden Wirtschaftsorganisationen in der Welt eine wichtige Orientierungsgröße für die Prognose des Wachstums der Weltwirtschaft oder der Inflationstendenzen.
Weil Erdöl unter anderem zur Produktion von Treib- und Heizstoffen eingesetzt wird und es darüber hinaus für die seit Jahrzehnten boomende chemische Industrie unverzichtbar ist, besitzt es eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung. Eigentlich - und da sind sich die meisten Wissenschaftler einig - ist Erdöl viel zu wertvoll, um es lediglich als Energieträger einzusetzen und schlichtweg zu verbrennen. Der enorme ökonomische Nutzen von Erdöl kommt vor allem darin zum Ausdruck, dass für die Öffentlichkeit die Entwicklung des Preises für Benzin und andere Treibstoffe - also von aus Erdöl hergestellten Produkten - eine große Rolle spielt, weil steigende Benzin- und Kerosin-Preise zum Beispiel einen erheblichen Einfluss auf das verfügbare Einkommen und der Verbraucher oder für die Erträge der Fluggesellschaften haben.
Quelle: FinanzBuch Verlag
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