28.07.2011, 10:14 Uhr | AFP, dpa-AFX
Der Versicherungskonzern Ergo steht erneut in der Kritik. (Foto: dpa)
Nach der umstrittenen Budapest-Lustreise von Mitarbeitern der Hamburg-Mannheimer, falsch berechneten Riester-Verträgen und dem Vorwurf, ausländischen Kunden Auto-Versicherungen verweigert zu haben, steht der Versicherungskonzern ERGO erneut unter Beschuss - diesmal wegen der Geschäftspraktiken seiner Vertreter bei der Vermittlung von Verträgen zur betrieblichen Altersvorsorge.
Bei 160 von insgesamt 20.000 Kundenverträgen mit Unternehmen zur betrieblichen Altersvorsorge sei es zu "Auffälligkeiten" gekommen, bestätigte ein ERGO-Sprecher in Düsseldorf. "Die schauen wir uns nun alle einzeln an", so der Sprecher.
Dem "Handelsblatt" zufolge erhebt ein "langjähriger Generalvertreter der ERGO" den Vorwurf, ERGO-Mitarbeiter hätten Kunden beim Abschluss derartiger Verträge gezielt getäuscht. Demnach schloss die Versicherung mit Unternehmen günstige Kollektiv-Verträge. ERGO-Vertreter hätten den Angestellten der Firmen dann aber Verträge zu den normalen, teureren Konditionen verkauft, um deutlich höhere Provisionen zu kassieren, berichtete die Zeitung.
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"Wenn der Vertreter erst mal durch die Tür war, hat er die ausgehandelten Konditionen einfach ignoriert", zitiert das Blatt den nicht namentlich genannten ERGO-Generalvertreter. Nach dessen Schilderung habe ein Vertreter für einen Vertrag in einem Großunternehmen "vielleicht 150 Euro" Provision bekommen. Für einen Einzelvertrag habe der Mitarbeiter bis zu 1000 Euro kassiert.
Diesen Vorwurf werde das Unternehmen prüfen, sagte der Sprecher. Dabei werde auch untersucht, ob "solche Praktiken System hatten und ob das geduldet war". Abweichungen bei den betreffenden Verträgen müssten aber nicht zwingend durch Täuschungsmanöver der Vertreter zustande gekommen sein. "Wenn wir feststellen, dass etwas nicht korrekt gelaufen ist, werden wir es korrigieren oder Vorschläge zur Korrektur machen", erklärte der Sprecher zudem.
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Unter die Lupe genommen würden zum einen die abgeschlossenen Einzelverträge. Dann müsste jeweils geprüft werden, ob die Beratung zum Nachteil des Kunden gewesen sei. Es sei die Entscheidung des jeweiligen Arbeitgebers, für welchen Weg der Altersversorgung er Sonderkonditionen für seine Mitarbeiter vereinbare. Die Möglichkeiten reichten von der Pensionskasse über Pensionsfonds und Unterstützungskasse bis zur Direktversicherung.
Zum anderen gehe es bei dieser Prüfung um die Rahmenverträge mit den Unternehmen, etwa ob die Höhe der Sonderkonditionen zur Firmengröße passt. Für eine abweichende Eingruppierung der Unternehmen könne es "gute Gründe geben", betonte der Sprecher. So könne der Aufwand höher sein, wenn eine Firma viele Standorte habe.
Korrekturarbeiten leistet ERGO derzeit bereits bei rund 12.000 Riesterverträgen. Im Juni war bekannt geworden, dass die 2010 in der ERGO aufgegangene Hamburg-Mannheimer (HMI) im Jahr 2005 solche Verträge falsch berechnet hatte. Auf den Antragsformularen hatte die Versicherung niedrigere Verwaltungskosten ausgewiesen, als sie tatsächlich kassiert hatte.
Der Fehler kostet das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bis zu sechs Millionen Euro. Zuvor war ERGO im Mai in die Kritik geraten, als öffentlich wurde, dass im Jahr 2007 HMI-Vertreter auf Unternehmenskosten an einer Feier mit Prostituierten in Budapest teilgenommen hatten.
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Quelle: dpa-AFX , AFP
Fritz schrieb:
am 28. Juli 2011 um 12:39:34
(0)
(0)
Provision
Warum gibt es überhaupt die Gruppenverträge, dort halten auch nur die Verantwortlichen, die entscheiden dürfen, bei welcher
Versicherung die Betriebliche Altersversorge abgeschlossen wird, sehr gr0ßzügig die Hand auf und wollen abkassieren
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Bernd S. schrieb:
am 27. Juli 2011 um 14:55:18
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Verständlich, dass die Vertreter so handeln
der Beratungsaufwand ist bei allen Vwerträgen, egal ob Gruppen- oder einzelvertrag, gleich
hoch. Die Provisionen aber oft nur die Hälfte. Das macht sonst freiwillig kein Mensch...Mir tun aber die Kunden leid, die das Ausbaden müssen.
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