Mehrheit in Deutschland befürwortet erneuerbare Energie (Foto: imago)Deutsche Hausbesitzer stehen dem Heizen mit erneuerbaren Energien einer Umfrage zufolge mehrheitlich positiv gegenüber. 74 Prozent der Besitzer von Häusern und Wohnungen halten den Umstieg auf Solarwärme, Holzpellets oder Erdwärme tendenziell für lohnend, wie aus einer veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag der Agentur für erneuerbare Energien hervorgeht. Laut der Umfrage betreibt jeder fünfte Haus- oder Wohnungsbesitzer schon eine Heizung mit erneuerbaren Energien. Für die laut Forsa repräsentative Umfrage befragte das Institut 502 deutsche Haus- und Wohnungsbesitzer.
Wichtigste Energiequelle der Zukunft ist Energiesparen
E.ON-Chef Wulf Bernotat sieht unterdessen Energiesparen als "wichtigste Energiequelle der Zukunft". Außerdem erwarte er, dass erneuerbare Energien "Schritt für Schritt eine immer größere Rolle übernehmen", schrieb der Konzernchef in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Bernotat forderte zugleich, neben dem Klimaschutz und dem Preis für Energie die Versorgungssicherheit wieder gleichberechtigt zu berücksichtigen. Der aktuelle Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine habe die Bedeutung der Versorgungssicherheit wieder bewusst gemacht, hob er hervor. Dafür seien allerdings Milliardeninvestitionen notwendig, zum Beispiel in neue Leitungen oder Anlagen zum Bezug von Flüssiggas.
Immer mehr setzen auf Holzofen gegen die Kälte
Wegen des frostigen Winters ist außerdem die Nachfrage nach Holzöfen noch größer als normalerweise um diese Jahreszeit. Im Januar wurden bislang schon rund zehn Prozent mehr verkauft als im gesamten Monat des vergangenen Jahres verkauft, wie der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) mitteilt. Erlebt das Heizen mit Holz wegen der steigenden Öl- und Gaspreise ohnehin schön länger eine Renaissance, gibt es nun offenbar einen neuen Schub für den nachwachsenden Brennstoff. Die andauernde Kältewelle habe zu einer deutlich höheren Nachfrage nach Kaminöfen, Kachelöfen, Heizkaminen oder Pellet-Einzelöfen geführt, stellt der Herstellerverband HKI fest.
Den Kunden geht es nicht nur um die Gemütlichkeit
"Ein Großteil der 350.000 Geräte, die jährlich in Deutschland ihren Käufer finden, wird ohnehin während der kälteren Herbst- und Wintermonate abgesetzt", sagt Geschäftsführer Frank Kienle. Zurzeit seien es aber noch einige mehr als sonst um diese Zeit. Es sei deutlich zu spüren, dass viele Interessenten sich kundig machten, sagt Michael Toplak, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft (AdK). Die Nachfrage liege seit Anfang des Jahres zehn bis 15 Prozent höher als im Durchschnitt 2008. Wie viele Aufträge für die Hersteller und Ofenbauer dadurch tatsächlich zustande kämen, bleibe aber abzuwarten. Den Kunden gehe es jedenfalls nicht mehr nur um die Gemütlichkeit eines Feuers, sondern immer mehr um die Wirtschaftlichkeit.
Unterschiedliche Angaben der Baumärkte
Die Baumärkte machen allerdings unterschiedliche Angaben zum aktuellen Verkauf von Kaminöfen. Bei Hornbach wurden bislang im Januar schon doppelt so viele Kaminöfen abgeholt wie im gesamten Jahr 2008, wie Sprecherin Ursula Dauth vorrechnet. Der Umsatz an Briketts habe schon in der ersten Woche des Jahres 60 Prozent des Umsatzes vom Januar 2008 erreicht. "Auch der Verkauf von elektrischen Heizlüftern hat extrem zugenommen", ergänzt Dauth. Bei OBI werden nach Unternehmensangaben zwar zurzeit mehr Öfen verkauft, dies sei aber auf die Saison zurückzuführen. Bauhaus verzeichnet laut einem Sprecher keine außergewöhnlichen Verkaufszahlen. "Vielleicht planen die Leute einen solchen Schritt, aber so schnell geht das nicht."
Vor Kauf den Kaminfeger fragen
In der Tat ist das wärmende Feuer im Wohnzimmer mit der Fahrt zum Baumarkt oder zum Fachhandel bei Weitem nicht erledigt. "Man sollte einen Kaminofen auf keinen Fall einfach kaufen", rät Evelyn Keßler, Sprecherin der Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg. Zuerst müsse beim Kaminfeger geklärt werden, ob überhaupt ein Ofen und wenn ja welcher in der Wohnung möglich sei.
Kaminöfen nicht überall zugelassen
Nicht überall seien Kaminöfen zugelassen, in mancher Kommune gebe es Vorschriften zu den Emissionen und nicht jeder Kamin sei gleich geeignet. Ist das geklärt, stellt sich die Frage nach der Art des Ofens. Grundöfen wie klassische Kachelöfen sind nach Einschätzung der Verbraucherschützerin eher zum Durchheizen über den Tag geeignet. Sie hätten den Vorteil, dass wenig Asche und Schadstoffe entstünden. Für Berufstätige, die nur abends eine warme Stube benötigten, eigneten sich eher Konvektionsöfen wie Kaminöfen, die angesaugte Luft in Schächten erwärmten. In jedem Fall sollte der Käufer auf Qualität achten. "Wenn der Ofen nach drei Jahren undicht wird, hat man auch keine Freude am niedrigen Preis", sagt Keßler. Wer heizt, sollte sich außerdem genau informieren, wie der Ofen zu feuern ist. Bei falscher Bedienung erhöht sich die Belastung mit Schadstoffen, zudem kann es bei Ablagerungen im Kamin zu einem Brand kommen. Holz sollte mindestens zwei Jahre gelagert haben, auch bei Pellets ist auf die Qualität zu schauen. "Es ist eine Menge zu beachten", fasst Keßler zusammen.