02.04.2010, 12:28 Uhr | AFP
Viele Versicherte wechseln derzeit die Krankenkasse wegen Zusatzbeiträgen (Foto: imago) (Quelle: imago)
Wegen der Zusatzbeiträge haben inzwischen mehrere hunderttausend Mitglieder ihre Krankenkasse gewechselt. Manchen Kassen mit Zusatzgebühr laufen die Mitglieder geradezu davon. Branchenschwergewichte wie die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) können den Mitgliederschwund verkraften. Ganz anders ist die Lage bei den kleinen Betriebskrankenkassen. Laut "Bild" drohen einigen dieser Kassen, die den Extra-Aufschlag erheben, sogar die Insolvenz.
Grundsätzlich bestreiten alle Krankenkassen ihre Ausgaben, mit den Mitteln die sie aus dem Gesundheitsfonds erhalten. Reicht das Geld nicht, können die Kassen Zusatzbeiträge erheben, um über die Runden zu kommen. Doch diese Rechnung geht nicht immer auf. Nehmen die Mitglieder der Kasse die Extra-Beiträge krumm und kündigen, brechen letztlich die Einnahmen der Kasse weg. Vor allem kleinere Kassen oder Krankenversicherungen mit vielen alten oder chronisch kranken Mitgliedern stehen dann vor enormen wirtschaftlichen Problemen. Dann droht sogar die Insolvenz, die seit kurzem auch bei gesetzlichen Krankenkassen möglich ist.
Als erste Beispiele von Kassen, denen nun die Zahlungsfähigkeit droht, nannte die Zeitung die City BKK und die BKK Heilberufe. Von beiden Krankenkassen gab es bislang keine Stellungnahme zum Bericht der "Bild"-Zeitung. Allerdings räumte die BKK Heilberufe einen dramatischen Mitglieder-Rückgang ein. Aktuell seien 50.000 Kündigungen eingegangen, sagte Pressesprecher Jürgen Körner. Er führt dies auf ihre hohen, bis über 35 Euro monatlich reichenden Zusatzbeiträge zurück. Anfang des Jahres hatte die BKK für Heilberufe noch 170.000 Mitglieder.
Dass jetzt ersten Kassen der Gang zum Insolvenzrichter droht, kommt letztlich nicht überraschend. Experten gehen davon aus, dass mittel- und langfristig nur größere Kassen am Markt bestehen können. Schon im letzten Jahr gab es vor allem bei kleineren Betriebskassen eine Fusionswelle. Das Kassensterben dürfte auch in diesem Jahr anhalten: Eine Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst& Young geht davon aus, dass bis 2012 nur noch 100 Krankenkassen übrig bleiben.
AFP
hanns1996 schrieb:
am 18. Juni 2010 um 15:00:43
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Warum wohl?
Das ganze System liegt schief, immer weniger Einkommen bedeutet immer weniger Beitrag, Millionen Arbeitslose, oder Hatz 4
Empfänger, die nur minimal einzahlen (Hausptsache davon wird auch noch Kirchensteuer abgezogen). Der Mittelstand hat auch immer weniger Einkommen, Jobs, normal bezahlte, werden abgebaut, dafür 1€ Jobs propagiert, wer wundert sich dann noch, daß bald gar nix mehr hinhaut?
Im Endeffekt kann man sich einfach nur noch schämen, mit ner Deutschladfahne am Auto herumzufahren!
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Krankenkassenmitarbeiter schrieb:
am 1. April 2010 um 09:09:33
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Verwaltungskosten
Die Verwaltungskosten liegen bei meinem Arbeitgeber bei 3,9%. Das sind absolute Spitzenwerte im Vergleich zur Privaten
Krankenversicherung und im Vergleich zu vielen Industrieunternehmen. Ich denke das Problem liegt grds. in der Finanzierung der GKV. Hier muss die Regierung grundlegend was ändern!!!
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ROWEI schrieb:
am 31. März 2010 um 19:48:47
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Antwort H.P.
Verwaltungskosten sind keine Peanuts sie machen ca 8-9% der GKV-Kosten aus!!! Die ambulante ärztliche Behandlung macht 15 %
aus, also ist die Verwaltung fast so teuer wie der Gang zum Arzt-hier stimmt doch was nicht oder!!!!!!
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