
23.12.2011, 14:46 Uhr | Financial Times Deutschland
Das Parlament stößt die Debatte über Vergütungen neu an. Banken dürften alarmiert sein. In Deutschland fürchten die staatlich geretteten Institute wegen der Deckelung bereits um ihre Talente.
Europas Top-Banker müssen sich auf eine neue Debatte über eine konkrete Gehaltsobergrenze einstellen. Der zuständige Berichterstatter des EU-Parlaments, der österreichische Konservative Othmar Karas, schreibt in dem Entwurf seines Berichts zur Umsetzung neuer globaler Bankenregeln (Basel III) in EU-Recht, "es lohnt sich, diese Idee zu diskutieren". Karas will seinen Bericht in Kürze vorlegen. Der Entwurf liegt der "Financial Times Deutschland" vor.
Karas nennt keine Summe als Obergrenze. Er spricht aber in seiner begleitenden Erklärung von der Idee einer "absoluten Grenze auf die Top-Gehälter im Verhältnis zum durchschnittlichen Gehalt eines einzelnen Finanzinstituts". Als Berichterstatter hat Karas großen Einfluss auf die Meinungsbildung im EU-Parlament.
Der Vorstoß dürfte die Banken alarmieren. Zwar folgt die Diskussion erst noch, und am Ende müssten auch die Mitgliedsländer im EU-Rat zustimmen. Die Idee greift aber ein großes Unbehagen in der Öffentlichkeit als Folge der Finanzkrise auf. Sie fordert scharfe Vorgaben für die Banken.
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In Deutschland hatte indes bereits die Begrenzung der Gehälter für staatlich gerettete Banken wie die Commerzbank für viel Unmut bei den Instituten gesorgt. Sie fürchten, dass sie dann die besten Talente verlieren.
Im erbitterten Streit unter den EU-Ländern, ob einzelne Länder noch auf die vom Baseler Ausschuss in den neuen Kapitalregeln (Basel III) vorgesehenen Kapitalquoten draufsatteln können, stellt sich Karas hinter die EU-Kommission. Nötig seien einheitliche Regeln, um zu verhindern, dass Banken Unterschiede ausnutzen. Vor allem Großbritannien will darüber frei entscheiden können.
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Karas hält am Vorschlag der Kommission fest, dass Banken unabhängig von ihrer Rechtsform dieselben Kapitalanforderungen auferlegt werden. Das war vor allem für Deutschland ein wichtiges Thema. So können etwa auch Landesbanken, die Aktiengesellschaften sind, stille Einlagen zum harten Kernkapital zählen - solange diese die harten Basel-Kriterien erfüllen.
Die Umsetzung von Basel III in den USA sollte laut Karas "keine Vorbedingung" für die Einführung in Europa sein. Allerdings will er, dass die EU-Kommission bis März 2012 eine Analyse vorlegt, ob einzelne Teile nicht eingeführt werden sollten, solange die USA nicht mitziehen.
Quelle: Financial Times Deutschland
blinker schrieb:
am 31. Januar 2012 um 07:05:31
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Talente
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, die deutschen Banken bangen um ihre Talente. Warum, sie werden doch auch in Zukunft
für ihre Arbeit fürstlich bezahlt. Man geht bei den Banken wohl davon aus, daß man das Geld der Anleger ordentlich anzapfen kann, um sich ein schönes Leben zu machen. Man sollte unbedingt eine Deckelung der Bankengehälter einführen, daß solche Auswüchse wie bisher eingedämmt werden.
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rap schrieb:
am 27. Dezember 2011 um 10:42:29
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In einem freien Land
muss man auch Gehälter frei zwischen den Vertragsparteien bestimmen können. Alles andere ist Diktatur. Morgen die
Banken, übermorgen der Rest, "Festgehalt von EU-Kommisar's X Gnaden". Wer das fordert und/oder unterstützt, der hat es dann nicht besser verdient - im Wortsinn. Wird das eingeführt, ein "EU-Verdienstreglemnt", dann wird es das Ende der EU einläuten, unabdingbar.
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Ralf schrieb:
am 27. Dezember 2011 um 09:58:13
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Versprechungen
Die Gehaltsobergrenze für Bankangestellte wurde von der unfähigen EU schon vor 3 Jahren gefordert.
Alles leere Versprechungen.
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