15.11.2011, 08:21 Uhr | dpa, AFP
Neuer Ärger für die Rating-Agenturen: Die EU-Kommission will den umstrittenen Firmen einen Maulkorb verpassen. Wenn nötig, soll es Rating-Agenturen vorübergehend verboten werden können, Urteile über kriselnde Euro-Länder zu veröffentlichen. Die EU wirft den Bonitätswächtern vor, falsche Urteile über ihre Mitgliedsstaaten zu fällen und damit die Schuldenkrise weiter angeheizt zu haben.
Einen entsprechenden Reformvorschlag präsentiert EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier heute in Straßburg. Fortan soll den Rating-Agenturen die Bewertung von Ländern, die internationale Hilfen erhalten, verboten werden können. Damit soll verhindert werden, dass die Bonitätswächter durch die Herabstufung bereits geschwächter Länder deren Situation weiter verschärfen. Die Regeln sollen zudem die Abhängigkeit von den Ratings reduzieren, den Wettbewerb erhöhen, die Transparenz verbessern und strengere Strafen im Falle von Verfehlungen einführen.
Um Ratings vergleichbar zu machen, will Brüssel der EU-Wertpapieraufsicht ESMA eine Kontrolle über die Methodologie der Ratings geben. Ziel ist ein einheitlicher Kriterienkatalog für alle. Auftraggeber sollen zudem verpflichtet sein, alle drei Jahre die Ratingagentur zu wechseln, damit es keine "Gefälligkeitsratings" gibt. Für fehlerhafte Benotungen sollen Ratingagenturen erstmals haften.
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Das passt den drei Marktführern aber so gar nicht. Standard & Poor's, Moody's und Fitch laufen deshalb Sturm gegen die Pläne. Damit sie Gesetzeskraft erhalten, müssen die EU-Mitgliedsstaaten und das Europaparlament zustimmen. Dies dürfte nicht vor Ende 2012 der Fall sein.
Fitch, Moody's und Standard & Poor's stehen seit langem in der Kritik. Seit Beginn der Euro-Schuldenkrise fordern immer mehr Politiker die Gründung einer europäischen Ratingagentur, um für mehr Wettbewerb zu sorgen und die Macht der etablierten Agenturen zu brechen. Für besonderen Ärger sorgte vergangene Woche die versehentliche Versendung einer Meldung von Standard & Poor's zur angeblichen Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs.
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Unterdessen wird eine eu-eigene Ratingagenturen wohl immer unwahrscheinlicher. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sprach sich die Gründung von Ratingagenturen durch die Kommission aus. Dies könnte zu Interessenkonflikten führen, sagte Barroso dem französischen Fernsehsender LCI. Die Kommission sei gegen Oligopole und einige der bestehenden Ratingagenturen hätten "exzessive Macht auf den Finanzmärkten". Die Gründung europäischer Ratingagenturen sei daher wünschenswert, doch müsse sie unabhängig von der Kommission erfolgen.
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Quelle: AFP , dpa , t-online.de
Alter Hut schrieb:
am 15. November 2011 um 20:52:05
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Profitorientierte Machtkonzerne
Ratingagenturen sind profitorientierte Machtkonzerne und keine unparteiischen Schiedsrichter.
Welche
Möglichkeiten haben sie, ihre Milliardengewinne exponentiell zu erhöhen?
Richtig!!
Ihnen wurden bekanntlich peinliche, aber für ihre führenden Kunden äußerst lukrative "Fehleinschätzungen" nachgewiesen. So z.B. Höchstbewertungen für die Ausgangskankkonzerne für die Weltfinanzkrise.
Einige wenige Agenturen steuern tendenziös die Abläufe der ach so freien Welt-Finanzwirtschaft.
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Groller68 schrieb:
am 15. November 2011 um 14:03:00
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Sie vertragen keine Kritik
Die politischen Geldvergeuder vertragen keine Kritik . Da verbietet man doch einfach mal die Rating-Agenturen
und Ruhe tritt ein . Die Geldverprasser haben nun freie Bahn .
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Axel @ Mark schrieb:
am 15. November 2011 um 13:58:22
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Falsch, keineswegs!
Die Ami-Rating-Klitschen brauchen europäische Lizenzen, um hier mitspilen zu dürfen. Werden diese Lizenzen entzogen,
ist es vorbei mit der Pracht & Herrlichkeit von Moodys, Fitch & Co. Die EU sitzt am längeren Hebel!
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