
27.10.2011, 13:56 Uhr | Spiegel Online
Es ist ein erster Mini-Erfolg: Kurz vor dem entscheidenden Treffen am Mittwochabend haben sich die EU-Staaten darauf geeinigt, ihren Banken mehr Eigenkapital vorzuschreiben. Um an das Geld zu kommen, sollen die Institute notfalls Gehälter kürzen und auf Ausschüttungen an die Aktionäre verzichten.
Europäischen Bankmanagern und -aktionären stehen harte Zeiten bevor: Um die Finanzinstitute für die Euro-Krise zu wappnen, wollen die EU-Staaten ihnen notfalls vorschreiben, Gehaltszuschläge und Dividenden zu streichen. Das geht aus dem Entwurf der Schlusserklärung des EU-Gipfels hervor, der am Mittwochabend in Brüssel stattfindet. Mit dem gesparten Geld soll das Eigenkapital der Banken gestärkt werden.
Laut dem Dokument herrscht unter den EU-Staaten "weitgehende Übereinstimmung", dass die Banken bis Ende Juni 2012 auf eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent kommen sollen, um sich für eine Staatspleite Griechenlands und mögliche Ausfälle anderer Euro-Länder zu rüsten.
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"Die Banken sollten im Hinblick auf die Verteilung von Dividenden und Bonuszahlungen Beschränkungen unterliegen, bis das Ziel erreicht worden ist", heißt es in dem Entwurf. Die Deutsche Bank hatte am Dienstag erklärt, sie könne sich eine Dividende leisten und das Ziel trotzdem erreichen.
Wie viel Geld die Banken insgesamt brauchen werden, steht nicht in der Erklärung. Offenbar ist noch umstritten, wie der Kapitalbedarf berechnet wird. Am Wochenende war von 100 bis 110 Milliarden Euro die Rede gewesen. Darin eingerechnet wären die 46 Milliarden Euro, die bislang schon für Kapitalspritzen an die Banken in den Rettungspaketen für Griechenland, Irland und Portugal vorgesehen sind. Etwa 50 Milliarden Euro brauchen die Banken in Frankreich, Spanien und Italien, wie der Chef der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), Andrea Enria, den Finanzministern gesagt hatte.
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Die französische Regierung bezifferte den Bedarf der heimischen Banken auf bis zu zehn Milliarden Euro. Diese Summe könnten die Geldhäuser selbst aufbringen. Bei deutschen Banken wird der Kapitalbedarf auf 5,5 Milliarden Euro veranschlagt, den sie wohl aus eigener Kraft stemmen können.
Den deutschen Banken kommt dabei die Berechnungsmethode der EBA entgegen: Wenn die Behörde den Kapitalbedarf einer Bank feststellt, berücksichtigt sie nämlich nicht nur die gefallenen Marktwerte griechischer, spanischer oder italienischer Staatsanleihen in deren Bilanzen, sondern auch die gestiegenen Werte deutscher oder britischer Anleihen. Da die deutschen Banken einen besonders hohen Anteil heimischer Bundesanleihen halten, profitieren sie davon.
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In anderen europäischen Staaten hat das allerdings Widerspruch hervorgerufen. Unter Vertretern der Aufsichtsbehörden hieß es, darüber könnte auf dem Gipfel noch diskutiert werden.
Die Institute sollen zunächst versuchen, sich das Kapital selbst am Markt zu beschaffen, erst dann wären die nationalen Regierungen mit öffentlichen Hilfen gefragt. Sollten sie dazu nicht in der Lage sein, könnten sie Kredite aus dem Rettungsfonds EFSF abrufen, heißt es in dem Entwurf.
Mit der vorübergehend höheren Eigenkapitalquote wollen die EU-Länder die Banken vor Schocks in der Schuldenkrise bewahren. Doch die schärferen Vorschriften bergen auch eine Gefahr: Die Banken könnten dazu gezwungen sein, ihre Kreditvergabe einzuschränken. Darunter würde die Realwirtschaft leiden.
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Quelle: Spiegel Online
Kaufmann schrieb:
am 27. Oktober 2011 um 23:06:43
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Ralph
Leerverkäufe sind doch schon seit vor.Jahr in D garnicht mehr möglich,
macht man halt jetzt in London. So einfach ist das.
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juttadoris schrieb:
am 27. Oktober 2011 um 23:03:46
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Griechenland
China hat übrigens vor wenigen Tagen 88 Mio. Griechenland Anl.,fällig 2012
gekauft zum Kurs von 43%, heute verkauft z.Kurs
von 51%, also innerhalb weniger Tage rd. 7 Mio. verdient, solche Transaktionen sind internat.normal,
so konnten hiesige Banken ihr Portefolio immer mehr abbauen.........
wer hat den Deal durchgeführt, sichrlich die Dt.Bank, mit der die chinesen
schon lange eng zusammenarbeiten.
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julius schrieb:
am 27. Oktober 2011 um 21:54:54
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Dividenden
Es gibt auch Leute die Aktien als Altersversung gekauft haben und über 50 % verloren haben durch die Kriesen. Warum sollen sie
keine Dividende bekommen. Wenn jeder der Geld ausleiht bekommt er Zinsen.
Bitte erst überlegen und nicht verallgemeiner,
Julius
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