
23.12.2011, 14:57 Uhr | Financial Times Deutschland
Pleitewellen bei Staaten, Banken, Firmen und Haushalten: Ein Zerfall der Euro-Zone könnte hierzulande eine Depression historischen Ausmaßes auslösen.
Eine Rückkehr zur D-Mark gilt vielen in Deutschland als die letzte Rettung. Fragt man Volkswirte nach den Folgen eines solchen Schrittes, warnen sie jedoch vor einer Katastrophe: Ein Komplettzerfall der Euro-Zone mit Rückkehr zu nationalen Währungen wäre für Deutschland "kurzfristig schlecht und langfristig schrecklich", warnt Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft. "Die Vorstellung, zur Mark zurückzukehren, ist absurd", sagt Ulrich Kater, Chefökonom der Dekabank.
Die Schockkanäle für die deutsche Wirtschaft wären vielfältig. Zum Beispiel durch die starke Exportausrichtung: "Für einige europäische Volkswirtschaften wäre das Ende des Euro gleichbedeutend mit Pleitewellen - bei Staaten, Banken, Firmen und Haushalten", sagt David Milleker, Chefvolkswirt von Union Investment. Damit würden wichtige Absatzmärkte auf einen Schlag wegbrechen.
Ökonomen rechnen zudem mit einer einsetzenden Kapitalflucht nach Deutschland. Die Folge wäre eine massive Aufwertung der neuen D-Mark - je nach Schätzung um bis zu 50 Prozent. Gift für deutsche Exporteure, ihre Ausfuhren würden wohl einbrechen.
Der wohl heftigste Effekt droht aber von den Finanzmärkten. "Das europäische Finanzsystem ist so eng verflochten, dass eine Auflösung des Euro nur schwer praktikabel wäre", sagt Michael Schröder, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. So müssten beispielsweise Auslandsforderungen teils in schwächere Währungen umgerechnet werden. Abschreibungen bei Banken wären das Ergebnis. Europas Bankensektor könnte kollabieren. "Einen Ausstieg aus einer Währungsunion kann man nicht reibungslos gestalten", warnt der Princeton-Ökonom Markus Brunnermeier. "Viele deutsche Vermögenswerte würden zerstört werden." Enorme Turbulenzen wären die Folge.
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Der Zusammenbruch des Euro wäre schlimmer als die Lehman-Pleite, sagen die Ökonomen der Investmentbank HSBC. "Deutschlands Banken wären pleite, ein Kollaps der Kreditvergabe die Folge", sagt auch Christian Schulz, Volkswirt der Berenberg Bank. Institute müssten wohl von den Steuerzahlern gestützt werden. Und auch in den Bilanzen deutscher Versicherungen würden große Löcher klaffen. Besonders Rückversicherer, die Ausfallverträge auf Staatsanleihen bieten, würden in die Pleite gerissen. "Zugesicherte Leistungen könnten nicht mehr erbracht werden", warnt Kater. Sparer müssten um ihre private Rente bangen - die Regierung wäre auch hier gefragt. Der deutsche Schuldenstand würde infolge von Rezession, Bankenhilfen und Kompensationszahlungen regelrecht explodieren.
Deutschland dürfte in eine schwere Rezession rutschen. Ein Einbruch der Wirtschaftsleistung um bis zu 7,5 Prozent wäre laut Union Investment möglich, bei einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit. Manch ein Ökonom rechnet gar mit einem Niedergang, der alle Krisen seit Beginn des 20. Jahrhunderts in den Schatten stellt: "Die Ausgangskatastrophe in der Großen Depression war kleiner als in diesem Fall, demnach könnten die Konsequenzen heute schlimmer sein", warnt Schulz.
Noch höher als die ökonomischen könnten die politischen Kosten sein. Ein Scheitern des Euro sei mit ernsthaften sozialen Konsequenzen verbunden, so Stephane Deo, Ökonom der UBS. Er verweist auf das Scheitern der Währungsunion zwischen Tschechien und der Slowakei 1993. Der Zusammenbruch führte zu Grenzschließungen, Kapitalkontrollen und Zugangsbeschränkungen von Konten.
Quelle: Financial Times Deutschland
Michael schrieb:
am 4. Dezember 2011 um 19:21:52
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scherzi
ich denke dein name ist programm, sonst wüsstest du das auch dir nichts bleiben würde. dein erspartes wäre schnell aufgebraucht
und mangels arbeit kommt auch nichts nach, den kleinen trifft es immer zuerst, der große hat immer noch genug. also erst denken dann schreiben.
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Rainer schrieb:
am 4. Dezember 2011 um 19:20:16
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Ruhig Leute,
2014 wird bestimmt eine Volksabstimmung von unser Regierung, eine Koalition von den Piraten und Linken, angeordnet.
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Wolf100 schrieb:
am 4. Dezember 2011 um 19:20:10
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EURO-Wegfall---und dann?
Die Schuldenübernahmen durch "Rettungsschirme" haben astronomische Zahlen erreicht, die Pleite einiger
EU-Länder steht bevor. Länder wie Bulgarien, Ungarn, Baltikum werden folgen. Wenn Ökonome sich jetzt melden, muss laut gefragt werden, wo waren sie vor der €-Einführung? Sie zeichnen das Bild, dass ein Zurück zur DM fatal sein k ö n n t e , haben jedoch keine Beweise für ihre gesteuerte Ansicht und lassen sich vor den Karren der Politik spannen." Des Brot ich ess, des Lied ich
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